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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1937-03-15 · 3 (15.3.1937) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1937
Issue
3 (15.3.1937)
Date
1937-03-15
Page
Seite 8 (sequence 3)
Language
German
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8 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 3 Emanuel Hirschner zum 80. Geburtstag Wenn auch unser hochgeschätzter Kollese unter Hinweis auf das Bibelwort: kotonti mäkol hachasodiim in eidler Bescheidenheit jede öffentliche Würdigung-seines Wirkens ablehnte, wenn wir auch den wiederholt ausgesprocheinen Wunsch, seinen Ehrentag in aller Stille im Kreise seiner Familie begehen zu wollen, voll respektierten, so mag es dloch gestattet sein, noch nachträglich der tiefen Freude, daß wir diesen Tag mit ihm erleben durften, unserer dankbaren Verehrung und des ehrlichen Stolzes ihn zu unseren Mitgliedern zu zählen, Ausdruck zu verleihen. Immer vom neuem bewundern wir die sprudelnde Lebensfrische dieses Mannes, seine geistige Regsamkeit, seine ungebrochene Arbeitsfreude, seine aufgeschlossene Anteilnahme an allem was die Brust bewegt, sein volles Menschentum. Hier wird das Wort des Psalmisten zur Wahrheit: Od j'nuvun b'sewoh, d'schenin w'raananim jih'ju. Wie füllt heute noch seine Stimme den weiten Raum des Gotteshauses, wann er durch sein „Nachsagen" gleichsam die Gemeinde vertritt, sie weckt und mitzureißen versucht! Und wenn er zuweilen, etwa an einem Jahrzeitstage, noch vor den Omed tritt, so erkennt jeder aus seinem seelenvollen; Vortrage den Baal t'filloh, den wahren „Meister des Gebetes", der sich zugleich als ein wirklicher und in höherem Sinne erster „Beauftragter der Gemeinde" — Scheliach Zibfour — fühlt und betätigt. Wie wemige ist Kirschner mit der Gemeinde verbunden, verkörpert er doch in sich ein Gutteil der neueren Geschichte der jüdischen Gemeinde Münchens. Wenn in dem Wirken des Jubilars sein meisterhaftes Können als Kantor gewöhnlich in den Vordergrund gerückt wird, so soll und darf darüber nicht vergessen werden, daß er auch iini vorbildlicher Weise das Amt eines Religionslehrers jahrzehntelang geführt hat. Er selbst schätzt seine Arbeit in der Schule nicht minder hoch ein als sein künstlerisches Schaffen und heute noch steht er in innigem Kontakt zur Jugend, die er durch ein aufmunterndes Wort, durch eine gewinnende Geste einzunehmen weiß. Mit besonderem Danke sei auch seiner steten Hilfsbereitschaft, semer sozialen Gesinnung wie seiner Mitarbeit an unserer Hilfskasse gedacht! . So ist es verständlich, daß idlie ganze Gemeinde und darüber hinaus weiteste Kreise, unzählige Verehrer und Freunde von nah und fern dem Jubilar zu feinem Geburtstage ihrer dankbaren Anerkennung und hohen Verehrung Ausdruck gegeben haben.. Auch an dieser Stelle sei der Wunsch ausgesprochen, daß ein gütiges Geschick uns den Menschen und Künstler Kirschner noch viele Jahre in Gesundheit und Rüstigkeit erhalten möge! Ad meoih w'esrim schonoh! R. München. Alfred Auerbach, früher Frankfurter Schauspielhausmitglied und Leiter der Theaterabteilung am Dr. Hochs-Konservatorium, Frankfurt a. M„ sowie Autor und Sprecher der deutschen Sendestationen bis 1933 — unternahm eine Tournee in Bayern und Württemberg zur Belehrung und Anregung der jüdischen Schuljugend von 6 bis 16 Jahren. Er brachte vergleichend Legenden von Berthold Auerbach, und Buber, östliche Dichtung, eigenes Schaffen aus seinem Buche: Jüd. Feierstunden, Kauffmann-Verlag, Frankfurt a. M. 1936. Er brachte Szenen aus dem „Nathaini" von Lessing in einer Gestaltung, die man darstellerisches Sprechen nennen kann. Er brachte Humor, „Dorfgestalten" aus seinem Buche: Schwäbische Miniaturen, Steegemann-Verlag, Berlin, und aus seinen Schallplatten Grammophon AG., Kinderszenen. Auerbach schenkte dein Kindern eine Feierstunde. Seine Darbietungen wurden mit großem Interesse und lebhaftem Beifall aufgenommen. Yereinsmitteilungen 1. Personalia. Am 17. Febraur ds. Js. vollendete der Präsident des Verbandes, das Ehrenmitglied unseres Vereins, Herr Dr. Alfred Neumeyer, das 70. Lebensjahr. Der Jubilar hat den dringenden Wunsch geäußert, von jeder Würdigung seiner Person Abstand zu nehmen. Schweren Herzens haben auch wir uns dieser Verpflichtung beugen müssen. Wir wollen an dieser Stelle nun nochmals die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck bringen und die Hoffnung aussprechen, daß es dem allverehrten Präsidenten des Verbandes noch viele Jahre beschieden sein möge, sein schönstes Lebenswerk, den1 Verband, zu leiten und zu öeSreuen. Auch unser hochverehrtes Mitglied, Prof. Emanuel Kirschn e r, der am 15. Februar seinen 80. Geburtstag begehen konnte, hat uns in vorbildlicher Bescheidenheit ausdrücklich verboten, seiner anläßlich dieses Ehrentages zu gedenken. Es war für uns eine selbstverständliche Pflicht, diesem Wunsche, so schwer uns auch die Erfüllung wurde, stattzugeben. Nachdem der Jubilar in verschiedenen jüdischen Zeitungen aus berufenen Federn Würdigungen erfahren hat, wollen auch wir heute an anderer Stelle dieses Blattes ihm einige Worte widmen. Hier seien nun nochmals die herzlichsten Masel tow-Wünsche des Vereins zum Ausdruck gebracht. . Ein herzliches Masel tow auch unseren lieben Vereinsmitgliedern, Oberlehrer L R. Salomon A n f ä ng e r in Heßdorf, der am 4. März seinen 75., und Meier Rosen stein- Schopfloch, der ami 9. März seinen 70. Geburtstag begehen konnte. 2. Mit Beginn des neuen Schuljahres übernimmt der junge Kollege Fritz L e v y, bis jetzt in Ahlem, die jüdische Sonderklasse in Augsburg. Levy, der 1933 das jüdische Seminar in Würzburg aibsolvierte, gehörte als Lehrer in Rockenhäusen von 1933—1935 unserem Vereine bereits an. 3. Wegen Übersiedlung nach Erez Israel tritt Leopold L e h - m a n n in Eschau aus dem Vereine aus. Wir wünschen unserem langjährigen Freunde und Mitgliede. der s. G. w. im August ds. Js. seinen 75. Geburtstag begeht, einen ruhigen und glücklichen Lebensabend im heiligen Lande. 4. Am 28. Februar ds Js. fand in Bamberg in Anwesenheit des Rabbiners Dr. Katten die Gründungs- und erste Arbeitstagung der neugegründeten Bezirkskoniferentz Bamberg statt. Die Leitung der Konferenz wurde dem Kollegen Weil in Hof übertragen. 5. Aus dem Nachlasse des einem großen Teil unserer Mitglieder als Begründer und geistiger Führer der Israel..ReHgionsgesellschaft in Nürnberg bekannten Rabb.-Verwesers R.Schelomoh Ansbacher ^Sl ist ein Büchlein erschienen "O^tf Handschriftliche Aufzeichnungen zur Thora, das bei allen Lesern beifällig aufgenommen wurde und sicher auch vielen unserer Mitglieder gute Dienste leisten wird. Wir möchten an dieser Stelle empfehlend auf dieses Werk hinweisen. 6. Einer R. E. v. 20. ß. 37 entnehmen wir, daß ab Ostern 1937 die alten Lesebücher für die oberen 4 Jahrgänge der Volksschule nicht mehr im Unterrichte verwendet wenden dürfen. Für die Übergangszeit, d. h. bis zur Schaffung eines Lesebuches für das 7. und 8. Schuljahr, sollen mehr Einzelschriften für den Unterricht herangezogen werden. Die Auswahl aus den genehmigten Klassenlesestoffen bleibt den Klaßlehrern überlassen. Es wird dabei u. a. auf die blauen und grünen Bändchen des Verlages Schaffstein, Köln, und auf die Lesebogen, Verlag Beltz in Langensalza, hingewiesen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit auch auf die sehr instruktive Zusammenstellung von Lesestoffen von unserem Kollegen Rdberg in dieser Nummer aufmerksam machen. München, den 10. März 1937. M. Rosenfeld. M. Adler. Einzahlungen im Januar 1937 Von: Rosenberger, Hammelburg 20.—; Bamberger, Kitzingen 7.50; Neumann, Feuchtwangen 5.—; Kissinger, Fürth 15.—; Bravmann, Karlstadt 10.—; Linz, Burgpreppach 15.—; Wechsler, Würzburg 10.—; Sonn, Großlangheim 10.—; Mannheimer, Dettelbaoh 10.—; Rosenfeld, München 16.—; Ellinger, Fürth 10.—; Blatt, Würzburg 7.—; Gutmann, Fürth 12.—; Gundersheimer, Brückenau 15.—; Ehrenreich, Berlin 8.—; J. u. M. Kissinger, Framikenwinheim 20.—; Levite, Günzenhausen 7.50; Kaufmann, Burgpreppach 15.—; Dr. Främkl, Augsburg 15.—; Dr. Gutmann, Würzburg 7.50; Hammelburger, Ichenhausen 15.—; Bernheimer, Königshofen 3.75; Adler, München 15.—; Krämer, München» 15.—. Würzburg, 1. Februar 1937. M. Hellmann. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München

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