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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-03-15 · 6 (15.3.1937) · p. Seite 121

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
6 (15.3.1937)
Date
1937-03-15
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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Borfftufftenfrlottö^ unfl fle$ Uetfconfleö Uauerlfdjec Ijtaelf UfrijetiSemrinöen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats. — Verlag: B. Heller, München, Plinganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr, Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XIII. Jahrgang München, 15. März 1937 Nr. 6 Inhalt: Nomaden Gottes — Neue Frauendichtung in Palästina — Die Gemeinde hört: Gemeindliche Veranstaltungen in der Synagoge München — Hilfe.— Was sollen die jüdischen Schulentlassenen tun? — Handwerkliche Berufsausbildung und Lehrstellen — Aus der Gemeinde München — Zionistische Ortsgruppe München — Staatszionistische Organisation Ortsgruppe München — Aus bayerischen Gemeinden — Aus der Pfalz — Kultusgemeinde München, Lehrhaus — Lehrplan der Hebräischen Sprachkurse München — Jüdischer Turnu. Sportverein München e. V. „Jtus" — Bücherschau — Jüdischer Kulturbund in Bayern, Ortsgruppe München — Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachung der Israel. Kultusgemeinde München betreff Kirchgeld — Geschäftliches — PersonaJia. Nomaden Gottes Von Rabbiner Dr. Lothar Rothschild, Saarbrücken. Es gab Kämpfe im alten Judentum, die mit dem alten Staatsverband verschollen sind und von denen man heute wenig mehr weiß. Gegensätze, die vor unseren Aktualitäten, in der Ferne verschwimmen! Wir Juden sind aber ein Volk der Erinnerungen und sollten nicht vergessen. Die Schrift fordert uns doch oft genug auf, der Urzeit Tage zu gedenken, die Religion setzt genügend Erinnerungszeichen, die immer wieder zum Nachdenken, zur Rückerinnerung zwingen sollen. Allerdings dies nicht immer an sichtbar geschehene Dinge. So ist beispielsweise der Schabbat ein Erinnerungszeichen, aber nicht wie die Feiertage an historisch Erfaßbares, sondern an das Wunder der Schöpfung, das Gott damit abschloß, daß er ruhte, daß er die Menschheit das Prinzip von Ruhe und Frieden lehrte und ihr den Schlüssel zur Verinnerlichung und zur Selbstbesinnung in die Hand gab. Aber die Religion verlieh uns auch die Festtage zur Erinnerung an sichtbare und erfaßbare Geschehnisse, gern vermengt dann mit dem Walten der göttlichen Allmacht, die über dem Geschehen ruht. Für viele von uns hatte das Pessachfest, an dessen Schwelle wir wieder stehen, diese Kraft der sichtbaren Vergegenwärtigung eines historischen Zustandes verloren. Im Gegensatz zu dem Wanderungsmoment, das in diesem Fest für alle Zeiten wirksam festgehalten wurde, sah man oft nur noch das theologisierte Geschehen der Offenbarung in der Wüste, dessen Vorstufe es im Auszug versinnbildlicht. Eine Zeit, die wenig wußte von jüdischem Volkstum, hatte das richtige Verständnis verloren für den großen Moment, wo ein Sklavenvolk das erhebende Wort Gottes vernimmt: „Heute bist du mir zum Volk geworden!" Hier liegt wieder Universalität des Judentums: zum Volk bist zu geworden, also nicht nur zu einer irgendwie gearteten Gruppengemeinschaft, sondern zu einem festen, stammesmäßig erfaßbaren Volksgebilde, mir bist du es geworden, du hängst nicht in der Luft oder lose in den anderen Volksgebilden des Alten Orients, sondern der GecBamke des Bundes feiert Wiederauferstehung; so wie er für Abraham und dessen Familie galt, so gilt er auch jetzt, wo Israel zum Volk Gottes, zum Volk der Lehre geworden war. Also die Begriffe Gott und Volk gehören jetzt untrennbar zusammen, seitdem dieser Sklavenhaufe zu einer festgefügten Gemeinschaft geworden ist. Der dritte Begriff der von uns gern gebrauchten Begriffstrias, Land droht gewissermaßen mahnend im Hintergrund. Das lockende Ideal der Seßhaftigkeit kann verführen, kann die neugebildete Volksgemeinschaft von ihrer Aufgabe, sich zu Gott bekennen, abspenstig machen. Daher war die Religion der Wüste nicht gegen eine Seßhaftmachung des Volkes gerichtet, wohl aber gegen eine Seßhaftmachung Gottes, der lieber im. auf- und abbrechbaren Zelt wohnte als im Steinbau, um immer bei seinem Volk weilen zu können. |/WWWWVW\/V\ %«VV\IVVVVVVVV\^AA^^A^VVV\M/VVV^ Jüdische Winterhilfe, München \ Am 31. März ist die Jüdische Winterhilfe 1956/57 beendet. Wir bitten deshalb? alle Spender, (he ihre Monatsbeiträge nachträghch abführen, noch in diesem Monat die letzte Räte einzuzahlen. Jüdische Winterhilfe der Israelitischen Kultusgemeinde München Herzog-31ax-Strasse 5/1 Postscheckkonto ür» 45843 L/VWWWWWWWWi

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