Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 5 (1.3.1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Jini. Kulturbund in Bayern Ortsgruppe iilung an die Mi er An der Kulturbundkasse liegen Eintrittskarten auf für folgende Veranstaltungen: Liederabend Lisbet IXührenheimer am 8. März: Aufführung des Pu^ Munbbener jüdischer Künstler („Die Insel Tulipatan", Operette von Jacques Offenbach) am 13. März abends, 14. März nachmittags und abends. Die Märzrate des Jahresbeitrags wird bei denjenigen Mitgliedern, welche sie nicht bis Freitag, den 12. März, an der Kulturbundkasse entrichtet haben, durch den Kassier in der Wohnung mit einem Unkostenaufschag von 30 Pfg. erhoben. Klavierabend Grefe Sultan Zweifellos ist es kerne geringe Aufgabe für eine Pianistin, ein «ihr fremdes Puibltoim, das Bruno Hisner m hören erwartet hatte, zufrieden zu steifen. Grete Sultan gelang nicht nur das; sie vermöchte vom ersten Augenblick an idaTvon zü) übe rtz eiligen, idlaß sie keine Vergleiche zu scheuen braucht, daß sie selbst eime reife künstlerische Persönlichkeit ist, die sofort ihre Hörer in ihren Bann zleftit- Eine meisterliche Technik, fred vom störenden Zutfällgke^ten, ist dieser Künstlerin zw eigen, dazu eine AnscMagskuinst, die autäborcheni macht: so den Flügel singen und klingen zui lassen, ist eine Kunst, .die nur wenlige ■besitzen. Das Hervorstechendste an Grete Sultan ist aber ihre Musikalität, ihre Vortragsweise, ihr femtfühlendes Verständnis für die Komposition, und eine 'Kraft der nachschöpfendten Phantasie, Wie sie uns unter jungen jüdischen Pianisten bis letzt noch nicht begegnet ist. Schumanns opus 17 erstand makellos, imli'il einer Poesie, die wirklich bannte und 'entrückte. Daß si'e auch dem Sohaiffen' der Zeitgenossen mit vollstem Verständnis gegenübersteht, bewies dlie Künstlerin in den drei Klavierstücken op. 11 von Arnold Schönbepg. Man erinnert sich kaiutm, sie jemals klarer 'Uirtdl verständlicher gehört zu haben. Freilich — schöner list dieses Wenk, das .mit zu deta Ausgangsstationen der modernen Atonallität gehört, seit seinem Erscheinen auchnicht geworden. Wir haben unterdessen gelernt, daß Preisgiabe dies Harmonisclhen gMchbedeutend ist mit Verzicht aiuf 'formale Gestaltung; was nach solchem Verzicht entsteht, ist kaum imit unseren Begriffen von Musik vereinbar, wenn es überhaupt afe Musik von .unserer Kulturstufe aus amEusehen ist. — Die Bagateltenwerke op. 119 und op. 126 van Beethoven hintereinander zu stellen; war vielleicht zu viel des Guten; so liebevoll idie Künstlerin jedes einzelne dieser Stücke dm seiner Eilgenart erstehen Hieß, so Wirkten alle siebzehn nacheinander auf die Dauer doch etwas zu igleichförraiig. Den Beschluß des Programms biMete Beethovens Sonate „Les adieux", in der Fräulein Sultan sich 'ganz besonders als Gestalterin hervortat. Daß ihr zur Deutung dieser Sonate ein Letztes mJ'Wy^S^r Kraft nicht zu' steif, wWkll sücli Lisbet Dührenheimer Zu ihrem Liederabend am 8. März. keineswegs als Nachteil aus; sie betonte weniger die Spannungen der thematischen Gegensätze, idafür desto mehr die Entfaltung dies einzelnen thematischen Gedankens. — Dia die Zahl der bedeutenden jüdischen Künstler in Deutschland rapid abriimmt, wird die Heranziehung des künstlerischen Nachwuchses für die Kulturbünde eine Aufgabe von immer größerer Bedeutung. Wir steilen gerne .fest, daß unser Kulturbumid diese Aufgabe praktisch und mit Erfolg in Angriff genommen hat. a. Symphoniekonzerf des Orchesters der Jüdischen Kulturbünde Neben dem Berliner Kulturbund war 'bis vor Jafhiresfrist der Jüdische Kulturbund dm Frankfurt a. M. der einzige, der ein aus Berufstausikern bestehendes Orchester zu unterhalten in der Lage war. Finanzielle Nöte führten bedauerlicherweise die Auflösung des Frankfurter Orchesters herbei, das unter Wilhelm Steinbergs Leitung eine außerwdentiäche Ledstungsstufe erreioht hatte. Steinberg selbst verließ Fratnikfurt, und eine Reibe der besten Kräfte des Orchesters folgten <fem Rufe Hubermanns nach Palästina, wo sie in dessen neuigegräp^etem Orchester Aufnahme fanden. Noch aber blieb eine große Zahl wertvoller künstlerischer Kräfte zuuräqk, für die gesorgt werden mußte. Ein vorhandenes Orchester von jüdischen Berufsmusikern iziu enhalten, war eine kultureöe Aufgabe, die unbedingt gelöst werden mußte. Da ein einzelner Kulturbund allein icüaztu nicht imstande war, griffen, s aari tLimite Kujtorbündie des Reiches ein. Ein Fand wiurde gescÄaften, der die Erj^alt^^ Orchesters. _,füj .ejn^..^t^t«s. J^bf. sic^r^ Eine ÄlSzälr junger Berufsmüsiker wurde zur Ergänzung herange-