Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 5 (1.3.1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 KULTUS G£ ME INDE MÜNCHEN I LEHRHAUS 1. Einzelvortrag: Montag, den 22. März, abends 8.30 Uhr: Dr. Werner C ahnmann: Ost und West in der jüdischen Geschichte im mitteleuropäischen Raum. Sitzungssaal Eintritt frei! 2. Kurse und Arbeitsgemeinschaften Fortsetzung der bisherigen Kurse: Prof. Dr. Cohen: Soziologie der Juden, jed. Dienstag 20.15 Uhr. Dr. M. Ehrenkranz: Einführung in den Midrasch, jeden Dienstag 21.15 Uhr. Dr. S. Kessler und Dr. R. Eisen: Pdlästinakunde (Dienstag, vierzehntägig, 8.15 bzw. 9.15 Uhr) 9. und 23. März. Rechtsrat Dr. O. W eiler: Die Rechtsstellung der Juden in Deutschland — Einführung in die jüdische Sozialarbeit (Dienstag, vierzehntägig; abwechselnd mit vorgenanntem Kurs, 8.15 Uhr), 2. und 16. März. Dr. B.Silberschmidt: Einführung in das philosophische Denken, jeden Mittwoch 20.15 Uhr. Dr. Feuchtwanger: Geschichtskurs, jeden Mittwoch 21.15 Uhr. Stud.-Rat S chaalmann: Einführung in die heutige Physik, jeden Donnerstag 20.15 Uhr. Rabb. S. Wiesner: Einführung in die Mischna, Donnerstag 20.15 Uhr (Utägig), 11. und 25. März. Teilnehmergebühr: RM. 1—, Jugendliche RM. —.50. Jeder weitere Kurs die Hälfte; auf Antrag Ermäßigung. Alle Kurse finden im Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog- Max-Straße 7, statt. Anmeldung bei Kursbeginn. Singkreis für die gesamte Jugend Leitung: Kantor J. Hohenemser. Sonntag, den 15. März, nachmittags 5 Uhr, im Bibliotheksaal der Gemeinde, .Herzog-Max- Straße 7/1. — Teilnahme gebührenfrei. Kurse in modernen Fremdsprachen: 1. Englisch a) Für Anfänger: Hella Kauders, Montag 20—22 Uhr. Einzelstunde für später Eingetretene, Donnerstag 19% bis 20% Uhr. b) Für Mittelstufe I: Gertrud Beuthner, Mittwoch 20—22 Uhr. Für Mittelstufe II: Emmy Levyn, Mittwoch 20—22 Uhr. c) Für Oberkurs für Fortgeschrittene, Irma Reh, Dienstag 20—22 Uhr. 2. Französisch Irma Reh, Montag 20—22 Uhr. 3. Italienisch Frau Vera Neumeyer, Donnerstag 20—21 Uhr. Kurse für weitere Sprachen, namentlich Spanisch nach-Anmeldung und Bedarf. Sämtliche moderne Sprachkurse werden im Jüdischen Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, gehalten. Die Kurse haben begonnen; neue Teilnehmer können sich anschließen. Die Kursgebühr beträgt monatlich RM. 3.—. Au! Antrag Ermäßigung. worden. Das Ziel sei1 gewesen, alle Kräfte des Judentums in Deutschland zur gleichberechtigten Mitarbeit zusammenzuschließen. Gegenwärtig müsse die Organisation als beendet gelten, und an ihre Stelle die produktive Arbeit als ein Gebot der Zeit treten. Im weiteren Verlauf seiner - Ausführungen formulierte Dr. Hirsch insbesondere zwei Fragen, nämlich, ob es berechtigt sei, daß Landesverbände und Gemeinden es bemängeln, daß außer ihnen auch die jüdischen Organisationen bei der Bildung der Reichsvertretung hinzugezogen worden seien, und sodann, ob es besser und billiger gewesen wäre, die Geschäfte der Reichsvertretung durch die Berliner Gemeinde besorgen zu lassen. Beide Fragen verneinte der Redner. Tatsache sei, daß ohne die Organisationen die Reichsvertretung nicht zustande gekommen wäre. Die Organisationen haben als partikularer und universaler Faktor Bedeutung über die Gemeinde hinweg. Die Zelle jüdischer Arbeit freilich sei und werde die Gemeinde bleiben. Die Gemeinde Berlin, die ein Drittel der Juden in Deutschland erfasse, auch mit der Sorge für die zwei Drittel in den anderen Gemeinden zu betrauen, wäre nicht angängig gewesen. Die Arbeit der Gemeinde Berlin sollte mit der der Reichsvertretung harmonisch verbunden bleiben. Die Aufgaben der Berliner Jüdischen Gemeinde seien sehr bedeutsam, aber sie seien andere als die der kleinen Gemeinden. Es wäre bedauerlich gewesen, wenn man über die kleinen Gemeinden und Landesverbände, insbesondere über die süddeutschen Gemeinden und Landesverbände hinweggegangen wäre. Der Referent behandelt dann die Aufbringung der Etatmittel, die insbesondere aus den Beiträgen der Gemeinden und Landesverbände, aus Sammlungen und aus Beiträgen aus dem Auslande stammen. Die aus dem Auslande fließenden Mittel haben im Jahre 1936 etwa 2,4 Millionen Mark betragen. Man werde sich aber auch bemühen müssen, die Ergebnisse der im Inlande stattfindenden Sammlungen zu verbessern. Rabbiner Gr. Hoffmann (Frankfurt a. M.) sprach sodann über Wohlfahrtspflege und Wirtschaftshilfe. Ein sehr interessantes und aufschlußreiches Referat hielt Dr. Julius L. Seligsohn über das jüdische Schul- und Erziehungswesen. Aus den bemerkenswerten Darlegungen des Redners ging hervor, daß vom Jahre 1935 bis zu 1936 die Zahl der jüdischen Schulen von 135 auf 160 gestiegen sei. Am 1. Januar haben von 42 000 jüdischen Schulkindern 22 000 Unterricht in jüdischen Schulen genossen, davon 18 000 in Volksschulen und 4000 in höheren Lehranstalten. Die letzte Ansprache hielt Dr. Franz Meyer, der sich mit dem Wanderungswesen beschäftigte. Eingeleitet und geschlossen wurde die Kundgebung durch musikalische Darbietungen des Orchesters des Jüdischen Kulturbundes unter Leitung des Intendanten Dr. Kurt Singer. Aus der Gemeinde München Gemeindesitzung Die letzte gemeinsame Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen Kultusgemeinde München befaßte sich vor allem mit Berichten über die Finanzen und über die Bauvorhaben der Gemeinde. Beide Wurden vod J.-R. Dr. Oestreich erstattet. Dem Finanzbericht war zu entnehmen, mit welcher haushälterischen Vorsicht die Gemeindegeschäfte geführt werden in einer Zeit, die durch eine stetige Verringerung der Gemeindebevölkerung und damit der Einkünfte einerseits und durch eine ungeahnte Steigerung der an die Gemeinde herantretenden Aufgaben auf der anderen Seite gekennzeichnet ist. Was die dringend notwendige Verbesserung der Raumverhältnisse im Verwaltungsgebäude der Gemeinde anlangt, so ist zu berichten, daß es endlich gelingen wird, die besonders unzulänglichen Räumlichkeiten der Wohlfahrtsstelle zu erweitern undbesonders den Warteraum für die allzu vielen Rat- und Hilfesuchenden erheblich zu vergrößern. Durch den Abbruch des Anwesens Von-derTTann-Straße 19 ist das Jugendheim der Gemeinde obdachlos geworden. Hierfür Ersatz zu schaffen ist ebenso dringlich wiefür den wegen Einbezug in ein Bankgebäude nicht mehr verfügbaren Museumssaal. Die Lösung dieser