Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 5 (1.3.1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 97 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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$ayetifcfye Jfcnclitifrfjc ^emcmöcjcitung flo^^tenMottfltttyt«^ unÖÖeöÜct6on6«i5aijctirrf)ec3[tae(itifcf)eE<BEmemÖen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B. Heller, München, Plinganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr, Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XIII. Jahrgang München, 1. März 1937 Nr. 5 Inhalt: Allfred: Neutnfey«er zwm,7!0. Gelbiurtstalg —, Jüdisches und rörriisches Recht —r>. KonsoMdäerung annidi Aufbau — Rechensahalfit uraiä Rüaksdhiau iKralttriLisi^liieiiaitdJe München. Lehrhaus — Aus der Gemeinde' 'München- — Zionistische Ortsgruppe München — Jüd: Kulturbund in: Bayern, Ortsgruppe München —< Staialtsziioriisf'sclie.. Organisation, Ortsgruppe München — Aus bayerischen :ß^eöri)den — Aus dem Reiche — Jüdischer Tiuriiu. SportvereinJ 'Manchen e. V.. „Jtus"— Amtlicher Anzeiger: Bäkaimtaaiöbuisgen der Israelit. Kudtegemeinde München: Betr. Verteilung van Aussteuer- bzw. MitgiftbeiWfen aus der Joseph Kronheimer'schen Ausstattungsstiftung; betr. Zuteilung einer Ausstauerbeihiilf e aus idler Regina und Wilhelm BÖlumigarfscheni Aussteuerstiftiuiiig; 'betr. Vertefthmg von- Präbendien .aus der Jakob und (Klara: Fromm'sc^enFaimiiienstiiftung — Geschäftliches — Personalia. Alfred Neumeyer zum 70. Geburtstag ' Am ,17. Februar 1937"hät 'Ö>e,rs4ana^efichtsrat L & Dr. Alfred Neumey.e'r «ks 70. ' Lebepsjiähr, yoUeiiidet.^L^ufe Feiern stehen nicht im Einklang, mit dem schweren Ernst der Zeit. Aber nicht nur. jedes festliche Begehen — überhaupt alles äußere Erinnern wollte der schlichte Sinn des auch hierin VorbildMchen. veraniadien wissen. Mit.der Treue, in welcher unsere Organisationen, voran .die Juidenheit in Bayern und in.München dem führenden .Manne anhängen, hiaiben sie auch diesem seinem Wunsche entsprochen. Nun aber, da seitdem mehrere Wochen dahingegangen sind, darf auch die peinlichste .Achtung bisher schwer zu haltender Verpflichtung sich von ihr frei dünken und mit einem neuen freudigen und dankbaren Bekenntnis: zu Alfred Neumeyer, seinem Werk und seiner Person, mäht länger zurückhalten. Gerade, hier im München ist das bisherige Schweigen doppelt und dreifach schwer 'geworden, liegen doich hier die Wurzeln der Kraft, mit idler Aliradi Neumeyer all das Gute (geschaffen hat, ist doch, gerade hier das Zentrum seines über den Bereich des bayerischen Landes wdt, hinaaisreic^^ , Im Wesen aller Würdigungen, auch solcher, die wie diese post festum erscheinen, liegt 'die Verführoing. zai Superlativen, zu Überhöhungen oitnd Übersteigerungen. Gerade Alfred. Neumeyer gegenüber ist es feichit, einem jiaheli'egenidlen Zuviel, 'das dem kritisch Betrachtenden schließlich, -als ein Zuwenig erscheint, zu entgehen. Der Mann, den -war dadurch feiem, diaß .wir ihn eiirafiach .betrachten, bedarf weder des gneUen Scheinwerfers noch des schrillen Lautsprechers. 'Gemessen mit döm: Gleichmaß, das sein eigenes Wesen kenuzeichniet isnid im Goethe'schen Sinne erhebt offenbaren sich uns am Reinsten, aber gleichzeitig auch am größten: Alfred Neumeyers Person und Wirken! Beides ist nicht von einander zu trennen, Homogenität des Schaffenden und des Geschaffenen sind hier zum beglückenden Ereignis geworden. Die Persönlichkeit selbst aber wiederum erwuchs aus dem Zusammenwirken einer seltenen gtuckMchen Begaibung, aus der Erziehung in einem Hause, idias hochkultiviert;unid jüdisch zugleich war, aus der wdtgerüinimten M\sn.- ohener Atmosphäre, wie sie Jugend .und Mansnesalter' Ken-' meyers iumgab, aus jener spezifisch süddeutschen Garstigkeit und Toleranz, an die rückzueriimern traurig macht. Das.'Wesen unseres Jubilars, wie es sich entwickelte und wie es uns zum Heile wurde, üst endlich aufs Engste yerbiU'nden mit dem Benufe, dem Dr. Neumeyer 'Sich hingegeben hat: wahrhaft ein aiiserwählter Jurist, einer, dam die Gerechtigkeit Leberasbed!ürfms war und bleiben wird, ein Soirschend Strebender, dem alle 'Kathederweisheit gleichgültig blieb, wenn sie nicht dem wahrhaft Gerechten entsprach— ein begnadeter Richter, der über alle Paragraphen hinweg mur dem Ideal der Gerechtigkeit und 'dem Besten der Menschen dienen wollte! Dem Fernerstehenden mag nicht ohne weiteres bewußt sein, wo die Brücke liegt, die von dem besonderen juristischen Bildungsgang und beruflichen Wirken Neumeyers hinüoerführt zu seinem Schaffen für die jüdische Allgemeinheit. Er mag vielleicht bemängeln, daß hier allzu einseitig die Bedeutung des