Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- Seite 42 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 42 Bücherschau Das Recht auf die Heimat (Weizmanns Rede vor der Königlichen Kommission in Jerusalem). Die Zionistische Vereinigung für Deutschland und der Keren Kajemeth Lejisrael haben gemeinsam unter diesem Titel als Broschüre die Reide veröffentlicht, die Weizmann als Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency vor der Royal Cornandssdon in Jerusalem gehalten hat. Die Broschüre enthält ein kurzes Vorwort, zwei Bilder und ein biographisches Nachwort über Weizmanns zionistische Entwicklung. Sie kann von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestraße 10, Postscheckkonto BerMra Nr. 8091, zu dem niedrigen Einzelverkau'fspreis von 10 Pfg. pro Stück zuzüglich Porto bezogen werden. Jüdische Gestalten und ihre Zeit Eine Geschichte des jüdischen Geistes von Moses bis Mendelssohn. (Philo-^Verlag.) Berlin Unter diesem Titel sind Aufsätze über Juden von geschichtlicher Bedeutung gesammelt, die in verschiedenen Nummern der C.V.-Zeitung erschienen waren und als Gesamtheit nun sich als außerordentlich reizvolle Führung erweisen. Es sind freilich nicht Persönlichkeiten von gleichem Format, die hier vorgeführt werden und der Abstand von Moses, David und Jesaja bis Cerfberr .und Esther Liebmann ist schon ungewöhnlich groß. Aber alle spiegeln wichtige Abschnitte jüdischen Lebens. Mit der mächtigen Ouvertüre des Buches, mit „Moses" von Max Wiener und „König David" von Ludwig Feuchtwanger, werden uns die vollendetsten Repräsentanten der Judenheit und des Judentums nahegebracht, insoweit dies in so kurzen Essays überhaupt möglich ist. „König Josia" von Max Eschelbacher macht uns die religiöse Urkraft sichtbar: Der fromme Held und König, Wiederhersteller der Herrschaft der Thora und — zugleich der Kämpier für das jüdische Reich. In„Esra"von Max Vogelstein erkennen wir die für die Zukunft des Judentums entscheidende Bedeutung dieses Mannes, der die Aufgabe seiner Zeit lückenlos und vollendet erfüllte als Schöpfer der „Gemeinde der Heiligen" mit der Thora als Grundgesetz der Gemeinde Jerusalem. In Isaak Heinemanns „Philon" wird die jüdisch - griechische Symbiose sichtbar. Es wird klargestellt, was dies positiv für das Judentum bedeutete, aber auch welche Gefahren es in sich schloß, da er nicht gleich Maimoni „Meister im Eigenen" war, wie es nötig, „wenn wir uns der Weisheit anderer Völker erschließen". Fritz Friedländer führt uns in Bar Kochba die psychologischen Grundlagen des nach ihm benannten Aufstandes vor Augen und den tragischen Heroismus dieses nur „in dieTraiddtionskette der pharisäischen Apolitie" einreihbaren Freiheitskämpfers. Es folgt Alexander Guttmanns „Patriarch mit der zentralen Stellung" Jehuda Hanassi, weicher die Mischna redigierte, als „heiliger Lehrer" verehrt wurde und in der Zeit, die dem Bar Kochba-Aurstand folgte, voll Resignation und zugleich voll Hoffnungen, mit Tatsachen sich abzufinden riet und wußte, daß auch weiterhin mit der Diaspora zu rechnen sei. Derselbe Verfasser behandelt auch „Mar Samuel", der in Babylon das Zentrum für das Judentum schuf, ausgleichend und mildernd auf die jüdische Gesetzgebung einwirkte und die Versöhnung zwischen Persern und Juden zustande brachte. Es folgt Max Wieners „Gaon Saadia", der der „mittelalterlichen Traditionskette vom Anfange einer neuen Periode" Gestalt gab, als Erhalter des überlieferten Glaubens und religiöser Denker ohne Weltflucht. Fritz Bamberger schildert „Chasdai Ibn Schaprut", den in seinem Individualismus das spanische Judentum charakteristisch vertretenden Gelehrten, Diplomaten und Organisator. Derselbe Verfasser schildert den großen Denker und Dichter, den Verkünder der Macht und Schönheit des jüdischen Gedankens, dem Idee und Leben eines Bankgeschäft Gebrüder A. & L. Maier München, Lenbachplatz 9/o im Hotel Leinfelder Telefon 12236 und 13051. ItCiSCIl nach Nordamerika Südamerika Südafrika Palästina etc. PalcstiiieExprcssGo. Vertretung: Reisebüro Carl Bier schenk Nachf. München, Karlsplatz 3 Telefon 13377 Besorgung von Visen, Kreditbriefen, Bahnkarten, Hotelgutscheinen. Kostenlose Beratung. sind, „Jehuda Hallewi", ferner „Manasse ben Israel", der bei Cromwell den Beginn jüdischer Einwanderung in England erreichte und welcher realpolitische Fähigkeit mit leidenschaftlicher Gottgläubigkeit verband — und schließlich noch „Moses Mendelssohn", den Stockjuden und Europäer, den Übersetzender Bibel und Förderer der hebräischen Sprachbewegung. Das Buch enthält ferner noch Ismar Elbogens „Raschi", berühmt durch seine Kommentare zum Talmud und zur Bibel, Kurt Pinthus, „Josel von Rosheim", den einflußreichen Schützer und Mehrer der Rechte der deutschen Juden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Max Wieners „Luria", die durch Geist und sittliche Kraft ausgezeichnete Mittelgestalt kabbalistischer Kreise, Max Dienemanns „Jizchak Abrabanel, der die Ausweisung der Juden aus Spanien zu verhindern sucht, ganz Spanier und ganz Jude war, als Staatsmann und Gelehrter bewährt, Bertha Badt-Strauß, „Esther Liebmann", die leidenschaftliche und begabte Jüdin zu Beginn der Geschichte der Berliner jüdischen Gemeinde, Hans Reißners „Cerfberr", der die bürgerliche Gleichberechtigung der elsässischen Juden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durchsetzte und endlich Jakob Meitlis „Buch der Frommen", die bekannte Sammlung aus der Zeit der Kreuzzüge. Das Buch ist vorzüglich geeignet, den Ausgangspunkt zu bilden, in jüdisches Wissen sich zu vertiefen. M. Kr. Herbert Friedenthal, Die unsichtbare Kette. Atid Verlag Berlin 1936. Der Verfasser bezeichnet sein Buch als den „Roman eines Juden", den wir bei dem Mangel an wirklich guter. Unterhaltungsliteratur .gern entgegennehmen. Jüdische Romane sollen zwar nicht nur unterhalten, sondern die Zeit erläutern und damit jüdisches Schicksal erklärbar einordnen und versöhnend deuten. Somit ist diese Literäturgattung auf eine gewisse Aktualität verpflichtet, die allerdings über den Ta>g hinaus literarischen Wert besitzen muß. Bei mancher Flüchtigkeit und Verschwommenheit, die dem Friedenthalschen Buch noch anhaftet, wird es durch das ehrliche Bemühen des Autors über den Tag hinausgehoben, 'diurch die Empfindung, die den Leser ergreift, daß hier ein Mensch nach Klärung strebt und sie seinen Helden auch finden läßt in dem-Weg, der junge Juden in unser Land führt! Es ist das Schicksal einer Menschenschicht, die von Berlin) W ohne Judentum aufbrechen1 und schließlich das jüdische Ideal finden, nachdem sie das Judentum erst organisatorisch — hier steigert sich die Aktualität zur Beschreibung des amtlichen Alltags — kennen lernen, bevor sie seine Seele erfassen. Der Roman eines Rückkehrers also, den man bereits schreiben kann, da unsere schnel'lebige Zeit rascher ©ine Distanz zum Geschehen gestattet als es in früheren Generationen der Fall war. br. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14. empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S. Inserat!