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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1937-01-15 · 1 (15.1.1937) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1937
Issue
1 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern 3 wendigkeit «der jüdischen Schulte überzeugt wiaren, das Banner der jüdischen Schule entfaltete. Wir danken Ihm alber an seinem Ehrentage auch deshalb, weil er vom Anfang an erkannte, daß nur im engsten Einvernehmen mit der jüdischen Lehrerschaft das Lebensziel, das er sich gesteckt hatte, erreicht werden konnte. Soi bestand immer ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Felix Feuchtwanger und den Lehrern „seiner" Schule, das sich dann' aaioh zu persönlicher Freundschaft fortentwickelte. Unser Gruß und unser Dank gilt dein 70jähriigen, der aber nicht gebeugt unter der Last der Jahre, sondern jugendlich frisch, von unbeugsamer Energie erfüllt, mit Gottventrauen, Mut und Tatkraft und unendlicher jüdischer Liebe, an allen jüdischen Aufgaben mitwirkt und mitschafft. So möge es bleiben! ad meoh w'esrim schonoh! M. A. Abraham Mannheimer 70 Jahre alt Die vorliegende Nummer war schon abgeschlossen, als wir in Erfahrung brachten, daß unser Freund und Kollege Abraham Mannheimer in Dettelbach am 16. ds. Mts. seinen 70. Geburtstag begeht. Der sehr beschränkte Raum, der noch verfügbar ist, zwingt uns zu unserem größten Bedauern, die Würdigung der •sehr ersprießlichen Tätigkeit Mannheimers in größtmöglichster Kürze vorzunehmen. Eine eingehende Darstellung ist auch deshalb nicht notwendig, weil wohl alle Leser dieses Blattes, vor allem aber die Lehrer, Mannheimer sehr genau kennen und daher wissen, daß er eine charaktervolle, überzeugungstreue Persönlichkeit, ein idealgesinnter und erfolgreicher Lehrer und Erzieher und ein gewandter, geistreicher Schriftsteller ist. Auch wir sind stolz, ihn zu unseren Mitarbeitern zählen zu können. Mannheimer ist seit 1887 — also nun 50 Jahre — Vereinsmitglied und gehörte von 1897—1907 unserer Verwaltung an. In Dettelbach amtierte Mannheimer, beliebt und geachtet in allen Schichten der Bevölkerung, seit 1898. Wir beglückwünschen den arbeitsfrohen und vorbildlichen Jubilar auf das herzlichste und wünschen ihm einen recht langen, gesegneten Lebensabend. Hchawa Die „Achawa" (Pensions- und Unterstützungskasse isr. Lehrer Deutschlands) hat im abgelaufenen Jahre 1936 ihre Tätigkeit in ähnlicher Weise wie in den Vorjahren weitergeführt. Die Zahl der Ehrenmitglieder hat sich vermindert, ebenso durch Tod und Auswanderung auch' die Zahl der aktiven Mitglieder. Von den bezugsberechtigten Pensionären und Witwen haben eine Anzahl in dankenswerter Weise auf ihren Zuschuß verzichtet, so daß dringendere Fälle besser bedacht werden konnten. Die Summe der durch Einzelunterstützung und Zuwendung der Quoten verausgabten Beträge beläuft sich auf rund 3500 RM. Die Kassenrevision hat durch die Herren Julius Kaufmann und Dr. Ernst Kahn stattgefunden und zu keiner Beanstandung Anlaß gegeben. In der Zusammensetzung des Vorstands ist keine Änderung eingetreten. Der erste Vorsitzende ist Oberlehrer i. R. E. Gut, Kassier Bankier Herbert Frohmann, Schriftführer (welcher auch Anfragen beantwortet) Studienrat Walther Rothschild, Frankfurt a. M., Hammanstraße 5. Die aktiven Mitglieder werden gebeten, ihren Beitrag mit 4 RM. ohne weitere Aufforderung auf das Postscheckkonto der „Achawa" 47452 Ffm., einzuzahlen. Stellenbesetzungen Wir haben in einer der letzten Niuimnuern der „-Mitteilungen" auf die Tatsache hingewiesen, daß bei Stellenfoesetaungen in der Regel Junglehrer und unverheiratete Lehrer bevorzugt wenden. „Alles schon dagewesen!" Das beweist das folgende Dokument, das uns ein lieber Mitarbeiter freundlichst zur Verfügung .stellte. (Die SchriftMtumig.) F., 17. X. 1892. An den Vorstand der israel. Kultusgemeinde in D... . Geehrter Herr! Die Ausschreibung Ihrer freiem Schulstelle ist jetzt endlich erschienen. Da ich Ihren hoehehreniwerten Charakter und den guten Wallen der Herren von der Verwaltung kenne, bin ich» frei, Sie auf etwas in denselben aufmerksam zu machen, von dem ich unmaßgeblich glaube, daß es ein Fehlschrdtt waT. Ich meine den Zusatz, daß Unverheiratete besonders berücksichtigt werden. Derselbe kann verschiedene Ursachen haben: 1. Wenn die 'Hoffnung an den neuen H. Lehrer geknüpft werden sollte, er werde mögMchherweise einem Mädchen aus der Gemeinde die Hand reichen, so fände ich das nicht in Ordnung; denn er kann, ja doch tun, was er wollte. 2. Für ganz irrig aber halte ich die Absicht, mit der Wahl eines Unverheirateten der Gemeinde möglichst wenig Lasten aufzulegen. Denn der Zweck wäre nur zu erreichen, wenn der H» Lehrer sich bei sehr hoher Conventionalstrafe auch verpflichtete, immer leidig ziu bleiben!!____ Ich habe aber noch eine Bemerkung auf dem Herzen: Bei der Besetzung einer Stelle müßten der gute Charakter und die Tüchtigkeit im Lehrfache die Hauptsache sein. Letztere kann man nun eigentlich nur beurteilen, wenn man den Lehrer in seiner eigenen Schule sieht Auf Zeugnisse ist nur wenig Verlaß. Ich empfehle mich Ihnen...... Dr. N. Rabbiner. Vereinsmitteilungen Verwaltungssitziung. Am 27. Dezember 1936 fand in Würzburg eine Sitzung der Verwaltung statt, an der neben den Mitgliedern der Verwaltung auch die Vorsitzenden der benachbarten Bezirksikoraferenizen teünahmen. Gegenstand der Besprechungen waren allgemeine Schulfragen, Stellenbesetzungen, Bezirksschulen, Sonderklassen, Bezirkskonferenzen etc. Es herrschte bei allen Fragen volle Einmütigkeit. Personalien. Am 16. ds. Mts. begeht Kollege Abraham Mannheimer in Dettelbach seinen 70. Geburtstag. Wir entbieten ihm wie auch unserem lieben Mitglied Leopold Adler in Berlin, der am 23. Januar sein 85. Lebensjahr vollendet, herzlich Maseltow.— Dem Vereine ist als Mitglied beigetreten Studienrat a. D. Dr. Ludwig Kaufmann in Burgpreppach. Aus dem Vereine ausgeschieden: Lehrer Nathan Kahm in Geroda; Lehrer Hememann-Scheinfeld ist nach Amerika ausgewandert. In Haifa verstarb dieser Tage die Gattin unseres Kollegen Alexander Gutmann, früher in Ottensoos. Die für den 4. und 5. Januar einberufene Vorstands- und Ausschußsitzung des Reiobsverbandes der jüdischen Lehrervereine, verbunden mit einer pädagogischen Tagung, fand nicht statt. L e s e b u c h. In näohster Zeit wird wahrscheinlich das neue Lesebuch für die 6. und 7. (Klasse der jüdischen Schulen, das bereits im Entwurf vorEegt, erscheinen. Jüdischer Religionsunterricht. (Bek. d. Staatsminiist, f. Unt. ,u. Kult. v. 10. 11. 36 Nr. VIII 49957.) Zum Vollzüge der M.-V. v. 31. Juli ds. Jbrs. (KMB1. S. 94) wird bestimmt: Nach Ziffer 1 der genannten Bekanntmachung wird an den bayerischen Schulen kein lehr planmäßiger jüdischer Religionsunterricht mehr erteilt. Den jüdischen Schülern ist es freigestellt, einen privaten jüdischen Religionsunterricht zu besuchen. Dieser Religionsunterricht darf künftig nicht mehr in den Schulgebäuden erteilt werden. Eine Ausnahme gilt für die nur von jüdischen Kindern besuchten Schulen (Ziff. 6 der Bek.) und für die jüdischen Klassen an den öffentlichen allgemeinen Volksschulen (Sohliußabsatz der Bek.). Vereinsbeiträge. Wir machen hiermit auf § 9 unserer Satzungen aufmerksam, wonach der Vereinsbeitrag im Januar fällig ist. Die Höhe des Beitrags 1937 bleibt gegenüber dem Vorjahre unverändert. Wir bitten die Kaliegen dringend ihren ganz- oder halbjährigen Beitrag zur festgesetzten Zeit also noch im Laufe dieses Monats — ohne weitere Aufforderung — dem Vereinskassier (Postscheckontoi: Nürnberg 6479 einzusenden. München, den 10. Januar 1937; M. Rosenfeld. M.Adler. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München

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