Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Umfelder Cjiub fy IJIiindjcn. imflorental Lehrhaus Zur Eröffnung einer Reihe von Vorträgen zur Lehre und Wissenschaft des Judentums (Schrifttum und Geschichte) wird Herr Justizrat Dr. Julius Magnus (Berlin) am S o n n - tag, den 2 4. Januar 1937, abends 8.30 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max- Straße 7, einen Vortrag über jüdisches Kulturleben in Palästina halten. Der Vortragende, ein Redner und Jurist von Ruf, hat iüngst an der Universität Jerusalem und in Tel-Aviv Gastvorträge gehalten. Der Eintritt ist frei. Der Sitzungssaal faßt nur eine beschränkte Zuhörerzahl. Im Januar beginnen im Lehrhaus zwei Arbeitsgemeinschaften. Palästinakunde: Herr Dr. S. K e ß 1 e r wird neben Landeskunde namentlich auch das gesamte Aufbauwerk (Unterrichts- und Bildungswesen — Land und Stadt — Sprache — Verkehrswesen etc.), Herr Dr. R. E i s e n die politischen Grundlagen des Palästinaaufbaus behandeln. Herr Rechtsrat Dr. Otto Weiler gibt eine Einführung in die Rechtslage der Juden in Deutschland und in die Grundzüge jüdischer Sozialarbeit. Beginn der Kurse der Herren Dr. Keßler und Dr. Eisen am Dienstag, den 19. Januar, abends 8.15 Uhr bzw. 9.15 Uhr. — Beginn des Kurses von Dr. Weiler Dienstag, den 26. Januar, abends 8.15 Uhr (die Kurse finden im Sitzungssaal der Gemeinde statt). Chug Iwri am 16. Januar, 20.30 Uhr, Lessingsaal. Sprechstunde Dr. Ehrenkranz jeden Donnerstag 20—20.45 Uhr Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude, 1. Stock. 70. Geburtstag. Am 20. Januar kann Herr Leopold Fraenkel, Inhaber des Leinenhauses Fraenkel (Theatinerstraße 46), seinen 70. Geburtstag feiern. Vor Jahrzehnten hat Leopold Fraenkel seine Immer gut - nie teuer i möbel-ebenI Schwanthalerstraße 9 nächst Sonnenstraßel ■ Spezialität: Palästina-Möb bekannte und renomierte Firma aus Biblis in Hessen nach München übergeführt. Unter den schwierigsten Verhältnissen hält Fraenkel sein Geschäft am Sabbat geschlossen; er gehört der 'gesetzestreuen Gemeinschaft in unserer Gemeinde an und widmet sich außerhalb des Berufs dem Torastudium und guten Werken. Die herzlichsten Wünsche der Gemeinde begleiten Herrn Leopold Fraenkel ins Alter. Gedenkfeier für Rabbiner Dr. Heinrich Ehrentreu S.A. Die Israelitische Religionsgesellschaft Ohel-Jakob veranstaltete zum zehnjährigen Todestag ihres. Rabbiners am 10. Januar eine Gedenkfeier, zu der die Rabbiner und Lehrer der Gemeinde, der Gemeindevorstand, Mitglieder der Gemeindevertretung sowie zahlreiche Freunde und Gäste von Ohel-Jakob erschienen waren. Herr Rabbiner Dr. Ernst Ehrentreu entwarf in seiner Gedenkrede ein Bild der östlichen Jeschiwa, ihres Wesens und ihrer Aufgaben. Aus einer solchen Jeschiwa war vor mehr als 50 Jahren der entschlafene Raw hervorgegangen; es fiel ihm nach dieser Schule nicht schwer, sich die westliche akademische Bildung hinzuzuerwerben. Der Redner schilderte das segensreiche Wirken seines Vaters in, München für das toratreüe Judentum, die Unbeirrbarkeit und Entschiedenheit, mit der er sich bei aller Friedensliebe und Versöhnlichkeit für die gesetzestreue Gemeinschaft einsetzte; er gedachte aller derer, die seinem Vater bei diesem Werk unermüdlich die Treue hielten. Dem entschlafenen Raw sei es zu danken, daß sich in München eine treue Schar konsolidieren konnte, die nach der Überlieferung leben und ihren Kindern das Uberlieferte einpflanzen wollten. Gesänge des Chors von Ohel-Jakob sowie der Gesangsvortrag von Herrn Davidovicz rundeten die würdige und schlichte Gedenkfeier in erhebender Weise ab. Aus den Nachlaßwerken des Verewigten brachte die Gemeindezeitung in der vorigen Nummer eine kleinere gemeinverständliche Studie. Die beiden Nachlaßbände sind unter dem Titel „Minchaspittim" und „Mincha-tehora" im Hermon-Veiiag in Frankfurt a. M. (Schützenstraße 12) erschienen und zu einem sehr billigen Preis (3 RM. pro Band) zu beziehen. „Minchas pittim" enthält 12 halachische Abhandlungen in hebräischer Sprache; das zweite Werk — in deutscher Sprache — besteht aus einer Reihe talmudischer Studien zu 47 Stellen beider Talmude und anderer nachbiblischer Schriften. 50 Jahre treue Dienste bei einer Firma. Fräulein Frieda Neuburger, Proküristin der Firma Emil Neuburger, konnte am 6. Januar auf eine 50jährige Tätigkeit in diesem Hause zurückblicken. Ihre Schwester, Frl. Nanette Neuburger, hat bereits von zwei Jahren dieses seltene Fest in dieser Firma gefeiert. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe München. Am 18. Januar 1937, 20 Uhr, findet in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2, eine Versammlung statt, in der Herr Dr. Ernst Dispeker, Landgerichtsrat i. R., einen Vortrag über Kriegsopferrecht halten wird. Zutritt haben alle Mitglieder und solche Personen, die sich als Kriegsopfer (Kriegsbeschädigte, Hinterbliebene von gefallenen Kameraden) ausweisen können. Jüdischer Frauenbund — Ortsgruppe München. Der nächste Bibelkurs findet statt: Montag, 18. Januar, 5 Uhr, Sitzungssaal. Thema: Haftara „Bo" Jeremia 46, 13—28. Ein Nähkürs hat vor einigen Wochen unter Leitung von Frau Alice Jeidel begonnen. Er findet jeden Dienstag Abend, 8—10 Uhr, Mathildenstraße 8/0, statt. Anfragen und Anmeldungen bei Frau Jeidel, Wagmüllerstraße 16, Tel. 29 68 90. Der nächste Hausfrauennachmittag findet Dienstag, den 19. Januar, nachmittags 4 Uhr, bei Schwarz, Schlosserstraße 2, statt. Kleine Arbeitsberichte. Werkunterricht. Wir machen Eltern und Jugendliche auf die Anzeige in dieser Nummer über den Werkunterricht im Jugendheim (Kurse der Schreinerei, Schlosserei und Elektrotechnik) besonders aufmerksam. Die Werkunterrichtskurse veranstaltet der Verein Jüdisches Jugendheim e. V. in Verbindung mit der Kultusgemeinde (Kursgebühr 3 RM. monatlich).