Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jtayectftfye Jfcndttifdje 6cmemÖc5ertung fladftfrfjte^^ unfläeslltetfronötf Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats. — Verlag: B. Heller, München, Pllnganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr, Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XIII. Jahrgang München. 15. Januar 1937 Nummer 2 Inhalt: Vom Schicksal kleinerer jüdischer Gemeinden in Bayern: Harburg und Nördlingen — Vom jüdischen Winterhilfswerk — Aus der Gemeinde München — Zionistische Ortsgruppe München — Aus der Pfalz — Aus bayerischen Gemeinden — Jüdischer Turn- und Sportverein München e.V. „Itus"—- Kultusgemeinde München, Lehrhaus — Jüd. Kulturbund in Bayern, Ortsgruppe München — Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern — Bücherschau — Geschäftliches — Personalia — Kalendarium und Gebetszeiten für München. Vom Schicksal kleinerer jüdischer Gemeinden in Bayern: Harburg und Nördlingen Die exakte, aus Archiven geschöpfte Arbeit von Professor Ludwig Müller: „Beiträgie zur Geschichte •der . jüdischen. Gemeinden im Ries" (Zeitschrift des Historischen Vereins .für Schwaben und Neuiburg, Jahr- •gänge 1899 und 1900) enthält auch nähere Angaben über die beiden liier behandelten Gemeiniden Harburg und N ö r d 1 i m g e n. Über die ältesten Zeiten (bis 1238) geben die Nachweise in dem in der Gemeindezeitung öfters erwähnten Sammelwerk „Germania Judaica" (Breslau 1934) die nötigen Engäniziuinigen. Noch am Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden im Ries -die jüdischen Gemeinden Aufbausen uiniter Schenkenstein, Bderheim, Erlingen (Erdlingen), Hainsfiart (Haansiurt), Harburg, Mönchsrot, Oberdorf (Oiberndorf), öttingen, Pflawmilioclb, Schopf loch, Steinhard und Wiallerstein. Bekannte, besonders auch in München und An Bayern vorkommende jüdische Herfranftsnanjen beuten auif diese heute in der Mehrzahl verschwundenen •alten jüdischen SiedekiMgen. Red. I. Die jüdische Gemeinde Harburg Im Frühjahr 1936 wurde die jüdisch© Gemeinde Harburg durch Beschluß des Landesverbands bayer. israelitischer Gemeinden für aiuifgel'öst erklärt, nachdem 'die MitgMederzahl1 dieser Gemeinde auif Mntf Personen herabgesunken war. Damit war iim Zuge einer schicksalshaften Entwicklung wiederum eine einstmals ansehnliche jüdische Gemeinde in Schiwaiben, das 'früher so reich an bedeutenden jüdischen; Landgemeinden war, erloschen. Leider ist von den 'zahlreichen jüdischen Gemeinden im Ries, imit Ausnahme von NöTdiingen, wendig historisches Material efhialten, so daß es heute schwer ist, sich ein genaues Bild von den frühesten Juderaansiadtagen im Ries und deren Entwiiakliunig bis an die letzten Jahrzehnte zu machen. Immerhin soll in memoniam der erloschenen jüdischen Gemeinde Harburg 'auif 'Grund der dürftig vorhandenen geschiahtMohen Unterlagen ein kurzer Bericht über sie gegeben werden. Wie bei den meisten deutschen Judensiedtangen läßt sich auch 'bei Harburg nicht feststellen, wann die ersten Juden nach •diesem Ort gekommen sind. Da bereits um 12141 Juden im Donauwörth wohnten, das Gleiche auch für Nördlingen feststehen dürfte, wird man in der Annahme wohl nicht fehlgehen, daß mm /diese Zeit auch ,in Haifburg, das an der damals wichtigen Handelsstraße'zwischen diesen (beiden Orten liegt, Juden wohnhaft Waren.1 Die erste historisch überlieferte 'Runde von Juden •in Harburg stammt aus dem Jahre 1348 und wird uns durch das Nürnberger Memorbuch2 überliefert, denn dort wind Har- bürg als eine der Marterstätten zur Zeit des Schwarzen' Todes aufgeführt. Aim Anfang des gesohiichitlich verbürgten Daseins der Harburger Juden stehen also Verfolgungen, Leiden und 1 Die im nachfodigenden wiedergegebenen historischen De-; taä'lis stützen sich im wesentlichen auf die iausgezeichnete Darstellung „Aus fünf Jahrhunderten", Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinden im Ries, von Prof. Dr. L. Müller, , Augsburg 1899. 2 Das Martyrolagiium des Nürnberger Memorbuches, heraus^ gegeben von Sigmund Salfeld. Berlin 1898. Samstag, den 30. Januar Vortrag von Dr. Paul Eppstein von der Reichsvertretung, in der Synagoge: Wanderungen und Bestand der Juden in Deutschland»