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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · p. Seite 16

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Aufbaumöbel, Ein- und Zweibetl- CoiICheS sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MD BEL-BALLIN Theatinerstraße 7, Eingang Maffeistraße Billige Preise bei gediegener Qualität kann ihre über das ganze Reich und darüber hinaus sich erstrekkenden Aufgaben nur erfüllen, wenn ihrer Arbeit überall Verständnis und Förderung zuteil wird. Wie notwendig es für die auf verwandten sozialen Gebieten Arbeitenden ist, sich von Zeit zu Zeit über ihre Erfahrungen auszusprechen, hat die Vorstandssitzung und ihr reger Gedankenaustausch ergeben. Bücherschau Ernest Renan, Paulus. Sein Leben und seine Mission. Deutsche Übersetzung von Erich Franzen. Vorwort von Peter Meinhoid; Anmerkungen von Peter Meinhold und. Heinrich Lammers. Mit 9 Bildern unid 1 Karte. 8°. 455 Seiten, Preis: Geb. RM. 7.50. Berlin (S. Fischer Verlag) 1935. Aus dem 7bändigen, fälschlich als veraltet geltenden Grundwerk Renans „L'Mstoire des origines diu Ghrästianisme" ist hiier der dritte Band „Saint Paul" übersetzt, außerdem aus dem zweiten Band (Les Apötres) und idsem vierten (L'Antechräst) die Kapitel, welche id&e Anfänge des Paulus und .das Ende seiner Wirksamkeit foehamdeln. Paulus hat die Konflikte durchgefochten, die sich aus der jüdischen Herkunft des Christentums bei der Eroberung der Welt ergeben haben, Renan meint, der Jude Paulus habe das Judentum überwunden und ihm seinen historischen Anspruch geraubt Der jüdische, rein jüdische Urgrund von Paulus hat auf Renan den größten Eindruck gemacht: Von einer großen) Anschaulichkeit ist nicht nur die Darstellung der jüdischen Züge seines Charakters und seines Verhaltens, sondern vor allem auch die Zeichnung des jüdischen Milieus, innerhalb dessen Paulus sich bewegt, ued der Ausbreitung des Judentums in der römischen Welt, die es möglich macht, daß ein Jude die ganze Welt durchreist, ohne jemand anders als Juden zu treffen. Gerade bei der Beschreibung der Zentren dies Lebens im römischen Reich stellt Renan den Kontrast dies jüdischen und des hellenischen Lebens am der Person dies Paulus und am der Haltung der judenchristlliehen Reisen Nordamerika Südamerika Südafrika Palästina etc. PailestiiieExiiressCik Vertretung: Reisebüro Carl Bierschenk Nachf. München, Karlsplatz 3 Telefon 133 77 Besorgung von Visen, Kreditbriefen, Bahnkarten, Hotelgutscheinen. Kostenlose Beratung. Schaufenster-Dekorationsbedarf in großerHuswahl stets am Lager sowie Reklameartikel aller Rrt Reklame-Sichel, MÜDChen, Schwanthalerstr. 32 Tel. 50 7 60 Urgemeinden drastisch mit romanischem Temperament heraus. So beißt es in der ScMldierung des Besuchs idies Paulus auf der Akropolis in Athen: „Zittert, ihr schönen, reinen Bildnisse wahrer Götter und Göttinnen: da steht der Mann, der gegen euch den Hammer erheben wird Das verhängnisvolle Wort ist 'gefallen: ihr seid Götzenbilder — der Irrtum dieses häßlichen kleinen Juden ist euer Todesurteil." Nicht minder drastisch ist die Beschreibung dler ältesten jfuidenchirästlichen Gemeinde in Rom: „Alle diese Leute stanken nach Knoblauch. Die Vorfahren dler römischen Prälaten waren arme, schmatzige, unfeine und ungebildete Proletarier, die grobe, unsaubere Leinenkittel trugen und einen übelriechendem Atem hatten, weil sie schlechte Speisen essen mußten......In unseren Augen ist nicht die theatralische Basilika, die man dem heiligen Petrus errichtet hat, sondern) das alte Ghetto an der Porta Portese der wirkliche Ursprungsort des abendländischen. Christentums." Die aufklärerischen Mängel der Renansohen Geschichtsdarstellunjg, die verwandte Züge mit unserer modernen historischen Belletristik aufweist, sind) oft betont worden. Aber man staunt doch immer wieder über die Klarheit dieses Kopfes und die Anschaulichkeit seiner Erzählung. Man kann gewiß nicht empfehlen, sieh allein .durch Renan über Paulus zu unterrichten; aber als Einführung in die äußeren Probleme und als Ergänzung der zu oft allzu spirituellen, einseitigen Kirchengeschichten ist Renan hervorragend gearbeitet. Seine Resultate sind viel zu rationalistisch,, vor allem wenn der theologische Inhalt der Paulusbriefe erklärt wird. Aber das Ganze liest sich glatt und-gibt Lesern, die sich gründlicher mit diesem wichtigen echt jüdischen Gesohichtsstoff vertraut inracheni wollen, wertvolle Ouellenhinweise und eine sehr eindrucksvolle Skizze der Vorgänge sowie der antiken Literaturdenkmäler, aus denen eine 'Geschichte dieser Epoche zu gewinnen ist. F. ■\^VVVVVVVVVVVVVVVAA^A^A^AA^^/\^? ... IDer gerne andere | \ geben läßt, aber felbft \ | nitnts geben roiii, der bat ein mißgünftiges fluge auf das Seinige. IDer gerne felbft gibt und autü gern andere geben fleht, der ift ein frommer, .»sp«-««^«pater Dein Geben \ lt\ MfpieU s Opfere der £ JÜDISCHEN } WINTERHILFE jj der Isr. Kultusgemeinde München i Herzog-Max-Straße 5/1 y | - Postscheckkonto: München Nr. 45842. J ■V'vV#*/%H&/vvx/v%'VV^^

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