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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · p. Seite 9

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Sprechzeit des Palästina-Amts Nach Rückkehr des Leiters der Münchner Zionistischen Ortsgruppenstelle Herrn Paul Grünbaum finden ab 1. Januar 1937 die Beratungsstunden, wieder in der Theatinerstr. 30/11 statt und zwar Montag und" Donnerstag von ^5 bis 6 Uhr. Nächste Abfahrten nach Palästina Die hiesige Vertretung der PALESTINE EXPRESS CO., Berlin, im Reisebüro Carl Bierschenk Nach!, 'Karlsplatz 3, gibt folgende Abfahrten nach Palästina für die nächsten vier Wochen ab Triest und Genua bekannt: ab Triest ab Genua Dampfer GERUSALEMME 6. 1. — ESPERIA 9. 1. GALILEA 13. 1. — GERUSALEMME 20. 1. — ESPERIA — 23. 1. GALILEA 27. 1. — GERUSALEMME 3. 2. Abfiahrts-Änderungen vorbehalten. Aus bayerischen Gemeinden Aus der Gemeinde Augsburg Das Beth Chaluz Augsburg hatte eine Anzahl vom Freunden und Gästen zu einer Ohaniukka-Feier in seine Räume eingeladen. Der Gemeindevorsitzende J.-Rat Dr. S t r a u s s, Rabbiner Dr. Jakob und der Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe Herr L i p m a n n sprachen herzliche Begrüßnngsworte. Daran wurde vom den Mitgliedern des Beth Chaluz ein reichhailtiges und eindrucksvolles Programm dargeboten. Gesang, Sprechchöre und Rezitationen wechselten miteinander ab. In geschickt ausgewählten Literaturproben wuTde ein Überblick über die Geschichte des Palästiinagedankens seit der Hasmonäerzeit gegeben. Der gelungene Abend legte in gleicher Weise Zeugnis ab von dem. ernsthaften Bemühen der Ohaluizim auif geiistisgeim Gebiet wie von der erfreulichen engen und herzlichen Verbindung zwischen Gemeinde und B:eth Ghaluiz. Aus der Gemeinde Bamberg Die Reihe der C h a n u k k a f e i e r n eröffnete am 6. Dezember „Der Ring", Bund jüd. Jugend mit einer gelungenen Veranstaltung in dem großen Saäle der „Weißen Taube" vor einem alle Kreise und Richtungen umfassenden Publikum. Die Darbietungen waren ebenso von ernstem jüdischem Streben wie von jugendlichem Frohsinn getragen. Der Ortsgruppenleitunig und) der jungen Künstlerschar, die in Vorträgen, Tänzen, musikalischen Darbietungen und Lichtbildern. ihr Bestes bergab, gebührt dankbare Anerkennung, nicht zu vergessen die Verfasserin warmherziger Gedichte und erfrischender Verse. Sein Verständnis für soziale Hilfe bewies der Jugendbumd dadurch, daß er den Reinerlös der Veranstaltung an die Jüdische Winterhilfe abführte. Am 9. Dezember folgte die Chanukka-Feier der ZOG. Im überfüllten kleinen Säale der Weißen Taube wurde nach Begrüßung der Erschienenen durch den Ortsgruppenvorsitzenden, Herrn Julius Strauß, von dem Ohaluz Walter Dannenberg der neueste KKL-Lichtbildstreifen vorgeführt. Die Chanuikka-Ansprachie hielt Fritz Stein, dann wurde die Menorah feierlich entzündet. Dem Gesänge des Moos zur schloß sich ein gemütliches Zusammensein) an. Den Abschluß und Höhepunkt bildete am 13. Dezember nachmittags %6 Uhr die Chanukka-Feier stunde der Gemeinde in der Synagoge. Ein gut geschulter Jugendchor brachte als Einleitung: „Seht er (kommt, mit Preis gekrönt" aus Judas Makkabäus von Händel; -dann sprach mit warmem Empfinden. Judith Schapirio Morris Rosenfeld's Chanutkika'lichter. Und nun flammte nicht nur die große Menorah auf, sondern 12 Schulknaben entzündeten hernach gleichzeitig ihre, auf der Brüstung des Almemor stehenden Leuchter. Unter dem stiirnmuugsvoMen Eindruck dieser Liohterprachit saug die Gemeinde das Moos zur. Dann sprach Herr Raibbiner D r. Katten über „Das Wutti- Kauf Verkauf Tausch Verwaltung von Rentehäusern, Villen, Geschäften usw., vorschußlos, zu Mehr güimtigen Bedingungen. Kostenlose u. unverbindliche, individuelle Beratung Frank Immobilien / Hypotheken / Hausverwaltung München 2 M Telefon 12581 Mafieistraße 4 Sprechstunden 10—IS und 4—6 Uhr der" ztur andächtig lauschenden Gemeinde. Der Marsch aus „Ju'das Ma'kfcaibäus", vorgetragen von Mitgliedern der Jugendbünde, schloß '.die weihevolle Stunde, um die sich Herr Kantor S c h a p i r o besonders verdient gemacht hatte. Im Kulturb und trat am 16. Dezember Dela Lipinskaja vor ein begeistertes Publikum. Ihre Kunst ist einmalig, Walter Lajtai ein sich lein einfühlender Begleiter. Bayreuth. Zu einer genußreichen und weihevollen Stunde für die zahlreich erschienenen Mitglieder 'der Gemeinde gestaltete sich eine im Rahmen d;er jüdischen Winterhilfe am 21. Dezember 1936 in der Synagoge durchgeführte Veranstaltung, in der .die jugendliche Dichterin Ffl. Hilde Marx -Berlin, selbst ein Kind 'der an bedeutenden Namen nicht armen Bayreuther Gemeinde, aus eigenem Schaffen — Gedichte und Prosa — vortrug. Die tiefen Eindrücke des Abends werden bei den dankbaren Zuhörern noch lange Zeit nachwirken. Aus dem Reiche Jüdische Kunstlehrstätten in Berlin ab 1. April 1937. Neben den mannigfachen Einrichtungen der jüdischen Gemeinden und Organisationen in Deutschland, die dazu bestimmt sind, der jüdischen Jugend eine sachgemäße Berufsausbildung für künftige Betätigung im Auslande zu geben, fehlt es bisher an einer umfassenden und zentralen Lehrstätte für die verschiedenen Gebiete der angewandten Kunst und des Kunsthandwerks. Für die Schaffung einer solchen Unterrichtsanstalt besteht jedoch in doppelter Hinsicht ein dringendes Bedürfnis. Auf der einen Seite lehrt die Erfahrung, daß für die gehobenen Handwerksberufe, die hier in Betracht kommen, in den Kreisen des jüdischen Nachwuchses nicht nur viel Neigung, sondern auch wirkliche Eignung vorhanden ist, auf der anderen Seite hat sich seit Jahren gezeigt, daß im Ausland von Industrie und Gewerbe, von Handwerk und Handel begabte und fachlich ausgebildete Kräfte auf den Sondergebieten der Mode, der Textilkunst, der Werbung, der Gebrauchsgraphik, der Schaufenster-Dekoration gesucht werden. Es leuchtet ein, daß nur eine mit höchster Sorgfalt systematisch durchgeführte Schulung den Studierenden die Grundlage zur späteren Berufsausübung vermitteln kann. Nur so werden sie sich nach ihrer Auswanderung im Wettbewerb draußen bewähren. Der Weg hierzu ist dadurch gewiesen, daß eine Anzahl jüdischer Lehrkräfte von Erfahrung und Befähigung für die neuen Aufgaben im jüdischen Bezirk frei geworden ist. Dies pädagogische Wissen und Können für die jüdische Gemeinschaft fruchtbar zu machen, ist gleichfalls eine Forderung, die Beachtung verdient. In Würdigung dieser Sachlage hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin in Verbindung mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland für den 1. April 1937, vorbehaltlich der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, in Aussicht genommen, eine derartige Ausbildungsstätte ins Leben zu rufen. Das Ziel ist die gründliche Ausbildung junger, der Schule ent- Kein Gemeindemitglied ohne die blaue Karte für Hilfe und Aufbau

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