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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · p. Seite 7

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 7 Gemeinde-Bibliothek. Vom 1.—15. Januar 1937 bleibt die Bibliothek der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7/II, geschlossen. Vom 16. Januar 1937 ab gelten folgende neue Lese- und Leihzeiten: Sonntag 9.30—11.30 Uhr, Montag 17.30—19 Uhr, Dienstag 9—11 Uhr, Donnerstag 17.30—19 Uhr und Freitag 9—11 Uhr. Diese Stunden sind gleichzeitig auch Sprechstunden der Geschäftsführuung des Lehrhauses der Gemeinde. Chanukka-Messe des Frauenbundes Wie 'uns zu dem Bericht in 4er letzten Nummer der Gemeindez eiturag ergänzend mitgeteilt wird, halben sich an dier kunstgewerblichen Ausstellung weiter mit größtem Erfolg •beteiligt «die Damen: Erlanger, Haas, Harbiurger, Hecht, Jacobowksi, Metzger, Rosenberger und' Weissenbeok. .JVVVVVV\I^/VVVVVVVVVVVl<VVVVVtl irosEKFeLiieir Bayerstraße 5 Gegründet 1878 Sportbekleidung Skianzüge Rauch-Jacken Pullover und Herren*Arfikel Das Fachgeschäft für gute Herrenkleidung am 10. Januar 1932 zur |? Einiopf~ u. Pfund-Sammlung I l JÜDISCHE WINTERHILFE > \ der Israelitischen Kultusgemeinde München J \ Herzog-Max-Str. 5, Postscheck'.München 124? ivvvvvvvvvvvvvvvvvvvivvvvvvvvvvvvvvvv^ Zu der großen Rede von Joachim Prinz über die Politik des Jüdischen Volkes Die Ghauiulkka-Feier der Zionistischen Ortsgruppe München bot Gelegenheit zu einer rhetorisch und inhaltlich ungewöhnlichen Rede von Joachim Prinz über unsere politische. Situation . in und außerhalb Palästina. Die Unerbittiiohkeit unidi ungeschminkte Härte der Tatsachen! sprangen hei dieser Art der Darstellung auch diejenigen an, denen die Einzelheiten vertraut waren. Die Kunst der Rede, die diesmal nicht weniger glänzend war wie früher, trat zurück gegenüber der Eindringlichkeit der. „Konstellation", 'gegenüber der Wucht der erdrückenden Zahlen und sprechenden Fakten, die nicht rückgängig zu «jachen und mit Vernunft, Homiletik und geistredchier Besprechung nicht zu meistern sind. Die DuTchdrungenhieit des Redners von der Ohnmacht dieser alten Mittel' des.Plausdibelmiaahens und der Herzensstärkung war das Geheimnis der großen Kraft seiner Rede. Das „architektonische Denken" idier Zeit, dn der nicht mehr die vielen Einzelnen, sondern nur mehr die Gruppe und die Massen eine Rolle zu spielen scheinen, .droht aus dem Judentum eine hilflose, ewig ausgesetzte Minorität 'ohne Entrinm'ungsimöglichikeiit zu machen. N Den Versuch diese Gefahr mit ähnlich eim Denken und gleichen fiaiscfoistischen"Mitteln zu bannen"— beispielsweise in dem bekannten polnischen Evakuiierungsplan Jabotinskys sichtbar — hält Prinz zum Scheitern verurteilt und der historischen apolitischen Eigenart der jüdischen „Politik:" entgegengesetzt. Der Redner verfolgte dieses echte „Paradoxon" nicht weiter; er zeigte es nur an einigen sprechenden historischen Aibläuifen. Er wandte sich dann der zionistischen Gegenwart zu und setzte, gleichzeitig maß- und kraftvoll, die richtig verstandenen Ziele des Zionismus auseinander, der in Deutschland immer mehr aus der RoWe einer einseitigen „Partei" heraustritt. Auch der Zionismus erstrebe in erster Linie das ungefährdete Dasein dier Juden in allen Ländern, auch außerhalb Palästinas. Ruhe, Sicherheit, Wohlergehen uinid Geachtetsein der Juden in der (Diaspora sei im 'Zionistischen Sinn für die Erhaltung der Gesamtj.udenheit so lebenswichtig wie der Auibau des heiligen Landes. Jüdische Politik sei wesensmäßig antichaotisch, habe Friede, Ruhe und Ordnung im eigenen wie im fremden Lande zur Voraussetzung; Palästina selbst sei auf eine starke, geachtete Diaspora angewiesen. Der Zionismus wende sich daher auch nicht gegen eine Ubers eewanderung aus Ländern, die in beklagenswerter Weise Juden als unerwünscht ansehen und zum Wandern zwingen. Die einzigartige Stellung Palästinas als Wanderiingsziel werde dadurch nicht beeinträchtigt. Der Redner sprach dann in einer besonders beseelten, ja hinreißenden Weise von dem jungen Aufbauwerk, dem jungen Geschlecht, welches ganz frei von' dem unpolitischen Traum sei, daß uns iin Erez Israel etwas geschenkt würde. Das Land, das im Brennpunkt der Weltpoliitik stehe, sei nur in schweren Mühen und durch Kämpfe aufzubauen. Prinz verglich diesen Kampf, einen berühmten Satz Innozenz III. variierend, mit der „häßlichen Schönheit" der Geburtswehen. Auf solche Weise wunde auch die bewohnte Welt aller Erdteile belehrt, daß ihre Vorstellungen vorn Juden und jüdischer Politik zu revidieren seien. Denn in dieser Zeit „architektonischen'' Denkens wirken weniger (kluge Argumente als die 'kraftvollen Taten eines im Grunde idealistischen und von Hause aus allem Destruktiv ven feindlichen Volkes, das heute umbrandet ist von den größten Gefahren seit seinem Bestehen. F. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München Der nächste Bibelkurs des Frauenbundes findet am Montag, den 11. Januar, im Sitzungssaal um 5 Uhr nachmittags statt. Thema: Haphtara zu „Woero" Jecheskel 28, 25—29, 21 (Der Prophet des Exils). Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 » Tel. 62471 » Lieferung frei Haus

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