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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-12-01 · 23 (1.12.1936) · p. Seite 514

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
23 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
Seite 514 (sequence 12)
Language
German
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514 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 Bücherschau MÜNCHENS, BRIENNERSTRASSE52 KOSTÜME . KliEIDEB. MÄNTEIi. PJEHLZE AA^dChßj schmiegsame Seide ist für Damenwäsche das Gegebene. Sie wirkt außsrordentlich elegant und ist leicht zu behandeln. Bei Haimann finden Sie in Wäscheseiden eigentlich so ziemlich alles, was Sie sich wünschen können. Sehr geschmackvolle, klein in sich gemusterte Kunstseide (gutes Fabrikat) £0 cm breit, der Meter _ 88 Pfg. Reine Seide, Seidentoile, 80cm brt.,Mk. 1.95, in den Farben weiß, rosa, hellblau- Chinakrepp, 93/95 cm breit, von Mk. 3.P0 an, in allen hellen Wäschefarben. Schnitte zur Selbstanfertigung 68 Pfg. per St. Auf Wunsch nennen wir Ihnen zuverlässige Wäschenäherinnen. Muster unserer Wäscheseiden senden wir unverbindlich nach auswärts. Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus JUDEN MÜNCHENS! 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Der Hilfsverein der Juden in Deutschland hat in seinem neuen Korrespondenzblatt über Auswanderung- und Siedlungswesen die Länder Südamerikas in den Bereich seiner umfassenden Betrachtung gezogen und zwar werden die Gebiete Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Columbien, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela behandelt. Der Auswanderungswillige findet in erster Reihe Einwanderungsbedingungen, das Land, die Wirtschaft, Lebenshaltung und Lebenshaltungskosten, Gesellschaft und Kultur, Jüdisches Leben und Aussichten für Einwanderer als bestimmende Faktoren ausführlich erörtert. Die sachlichen Darlegungen erfahren eine wertvolle Ergänzung durch Briefe von Auswanderern, die aus ihrem Leben in der neuen Heimat berichten. Unter den Kapiteln außerhalb dieses Rahmens seien hervorzuheben „Die Pflichten des jüdischen Auswanderers" und „Die Hausfrau und Auswanderung". 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Alle diese Versuche sind jedoch an dem ungeheuren Umfang dieser alle Wissens- und Lebensgebiete des antiken Judentums umfassenden Enzyklopädie und an den Schwierigkeiten ihres Textes gescheitert. Bereits Zar Alexander I. von Rußland (1777 —1825) hatte einen Preis von hunderttausend Rubeln, eine für die damalige Zeit sehr große Summe, für die Fertigstellung einer französischen Ubersetzung des Babylonischen Talmud ausgesetzt. Von dieser Übersetzung ist jedoch nur der erste Traktat erschienen. Um 1840 wandte sich der Berliner jüdische Gelehrte Ephraim Moses Pinner an den Nachfolger Alexanders I., den Kaiser Nikolaus I., mit der Anfrage, ob der Preis auch für eine deutsche Übersetzung des Talmud gezahlt werde. Dies wurde ihm bestätigt, doch auch Pinner kam nicht über den ersten Traktat („Berachoth") hinaus. Ebenso blieben die Versuche, die von Samter und Rawicz, sowie im Auftrage der französischen Akademie der Wissenschaften von dem bekannten Gelehrten Leon Hollaenderski unternommen wurden, erfolglos bzw. gelangten nicht über die Übersetzung der ersten Traktate hinaus. Auch dem 1896 von dem jungen, aus Kurland stammenden Talmud-Gelehrten Lazarus Goldschmidt in Berlin begonnenen Unternehmen einer vollständigen deutschen Übertragung des Babylonischen Talmud wurde das gleiche Schicksal prophezeit. Trotz aller sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten und denen der Zeitverhältnisse hat Lazarus Goldschmidt seine Riesenaufgabe jedoch in vierzigjähriger Arbeit ohne fremde Hilfe zu Ende geführt, so daß er im Jahre 1 9 36 das Werk abschließen konnte. Die erste Übertragung des Babylonischen Talmud in eine andere Sprache ist nunmehr vollendet. Im Jüdischen Verlag, Berlin, ist die wohlfeile Ausgabe der deutschen Talmud-Ausgabe von Goldschmidt in zwölf Bänden erschienen. Der letzte Band dieser Ausgabe, enthaltend die Traktate Temura, Kerethoth,, Meila, Tamid, Middoth, Qinnim, Nidda und die Mischna Taharuth ist soeben erschienen und damit wurde die deutsche Talmudübertragung, einschließlich der Ubersetzung der Mischna, vollständig. Die zwölf hervorragend ausgestatteten Bände enthalten rund zehntausend Seiten. Demgegenüber ist der Preis für das Gesamtwerk (216 RM. für die Ausgabe in Ganzleinen und 252 RM. für die Halblederausgabe) als gering zu bezeichnen.

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