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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-11-15 · 22 (15.11.1936) · p. Seite 496

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
22 (15.11.1936)
Date
1936-11-15
Page
Seite 496 (sequence 19)
Language
German
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496 Bayerische Israelitische Gemeindezedtung Nr. 22 Für den Herbst! Jersey-Kleider, Westen, Pullovers, elegante Mäntel, Sport-Slipons, Blusen, Röcke, Morgenröcke. bekannt für große Auswahl und beste Bedienung Fachgeschäft für Damenbekleidung. Leo Oppenheimer Dachauerstraße 9 (neben Cafe Rheinland) Bücherschau (Fortsetzung von Seite 488) ken — mit Bildern aus dem Dasein der Schuljugend ausgestattet hat. Aus der Geschichte leitet das Buch über zu Erzählungen, und Abhandlungen der jüdischen Gegenwart, verbindet die Jugend mit dem neuen Palästina und der Wiederbelebung der hebräischen Sprache. Ein recht breiter Raum ist den jüdischen Festen gewidmet; für Gedachte und Szenen für Feiern sind wir immer dankbar, zumal durch das stärkere Hinneigen zum jüdischen Wissen die Ansprüche unserer Jugend wesentlich gestiegen sind. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Spiel „Ruth" von Gerda Senser empfehlend zu erwähnen. Uber Rätsel und! Spiele leitet dieses Buch über zu Erzählungen ernsteren und besinnlicheren Inhalts und leitet den Sinn junger Menschen zu den Wesentliahkeiteni unserer Tage und hilft ihnen du geschickter Form, gute Juden von innen heraus zu werden. -Id. James Hilton, Irgendwo in Tibet: Roman aus dem Englischen. Herbert Reichner-Verlag. Wien 1936. — Ein junger britischer Konsularbeamter, halb Held, halb Grübler, wird mit einigen vom Zufall bunt zusammengewürfelten Schicksalsgefährten in eine weltabgeschiedene, unzugängliche Gebirgsgegend Tibets verschlagen. Dort findet er ein Lamakloster. in dem uralte Priester — Europäer und Asiaten —das Geheimnis der Lebensverlängerung hüten und die Schätze der Kunst, des Geschmacks und der Schönheit sammeln und bewahren, um sie der Vernichtung durch Zukunftskriege zu entziehen... eine Insel der Kultur* inmitten einer untergangsgeweihten Welt. Fast erliegt der ijunge Mann dem Sinnenreiz und geistigen Zauber des Ortes, bis er. nach überaus dramatischen Geschehnissen, zurückfindet und dem Ruf der Kameradschaft und Liebe folgt. Landschaft und Charaktere erstehen in meisterhafter Zeichnung vor einem Hintergrund von gedanklicher Tiefe und der seelische Konflikt wird durch dlie überzeugende Kunst eines großen Erzählers zum großen Erlebnis. Karl Heinrich Stein, Tilman Riemenschneider im deutschen Bauernkrieg. Herbert Reichner-Verlag. Wien 1936. Das Buch führt uns in 'das bunte Gewühl der Zeitenwende 'zwischen Mit- ^mmm Offneren 5ie in Der Boperifrfien JfrjSemejnöejeitunfl muftfiHUftfa tterrCL ROSENSTR-5 \b&/ftrH \ tfermW mfl . I °be*Ä*e<<l La"<isch*1!; GOrtell U^^'er stete) \s£&*-1 telalter und Neuzeit. Ihre wirtschaftlichen Verschiebungen und ihre gesellschaftlichen Erschütterungen, ihre politischen Machtkämpfe und ihre geistigen Strömungen, Renaissance, Humanismus, Reformation werden in breitangelegter, immer 'bewegter Darstellung leibendig gemacht und im den bedeutendsten Trägern der Ideen wie der Aktion charakterisiert. Maximilian I. und Karl V.. Erasmus von Rotterdam und Ulrich von Hutten, Martin Luther und Thomas Münzer. Franz von SioMngen und Florian Geyer, aufsteigendes Laindesfürstenwie sinkendes Rittertum, Bauern- und Bürgertum wie armes Volk in den Städten, streitbare Kirohenfürsten und evangelische Prediger, alle Gegensätze jener widerspruchsvollen Zeit erstehen vor uns. Organisch aber erwächst aus diesem Boden die Gestalt Tilman Riemensobneiders, des großen Meisters der deutschen Spätgotik, der, ebenso wie er aus erfülltem Herzen Madonnen und Altäre schuf, ein lauterer Mensch war. Um den Einklang zwischen Leben und iKunst, zwischen Schöpfung, Charakter und Handlung geht es. Und in der Tragik seines Unterganges steigt er zur vollen Größe seines Menschtums empor. — Die beigegebenen Bildtafeln, Werke Riemenschneiders und zeitgenössische Köpfe, dienen der Verdeutlichung des Wortes sowie der unmittelbaren Anschauung. Jules Romains „Eros von Paris". Berlin, Rowohlt-Verlag, 1936. Mit dem vierten Bande des großen Romanwerkes „Die guten Willens sind" von Jules Romains ist, nach den Worten des Dichters, „die erste Etappe" zurückgelegt. „Dieser erste Teil", so wendet sich Romains in seinem Nachwort an die Leser, „sollte uns in möglichst breite Berührung mit der Epoche setzen, die uns als Schwelle gedient hat." „Eros von Paris" ist der gelungene Versuch, die Atmosphäre deT Seine-Stadt nochmals einzufangen, jene, die von der eigenartigen Erregung ihrer Menschen ausgeht. Es handelt sich hier nicht mehr allein um die Impressionen, welche die Pariser Straße erzeugt, nicht um 'den Zauber der mildem Herbstabende des Jahres 1908, sondern um die Schilderung jener Gegenbewegung, die im Seelischen und Psychologischen von der Stadt auf die Menschen, und von den Menschen auf die Stadt hinüber und herüber strömt. Das Mosaik der Geschehnisse ist hierbei nicht von dem gleichen Belang wie in den früheren Bänden. Wichtig ist vor allem der Aufriß der europäischen Situation, gesehen von der Warte der Neujährsnacht 1908. Wir haben nach der Lektüre des vierten Bandes erst die „Schwelle" des großen Romanwerkes „Die guten Willens sind" überschritten. Jules Romains führt uns mit sicherer Hand durch das uns noch labyrinthisch anmutende Geschehen seiner Dichtung. Was wir bisher lasen, zeugt von einer bewunderungswürdigen Überlegenheit im Künstlerischen und von einem „langen Atem". Es wird an1 dem Dichter liegen, bei der ungewöhnlichen Dimension seines Werkes auch bei seinen Lesern diesen langen Atem wachzuhalten. Manfred Stur mann. Balzac in neuem Gewände. Die vor nahezu fünfzehn Jahren vom Rowohlt-Verlag in kleinen Tascheribändchen herausgegebene und teilweise vergriffen gewesene Balzac-Ausgabe erscheint nunmehr aufs neue in besserer Ausstattung und ein wenig vergrößertem Format im gleichen Verlag- Welch ein Lesegenuß, sich wieder einmal in Balzac zu vertiefen! Unverändert an Farbe und Gehalt steht vor uns die Welt dieses Genius der Romankunst. Uber alle Zeiten hinweg, unverwittert und unangetastet von den gewandelten. Strömungen des Geschmacks, bleibt der Riesenbau Balzacscher Epik, eine Kathedrale der erzählenden Kunst. Die neuen kleinen Bände zeichnen sich aus durch Handlichkeit, guten Druck, beste Ausstattung, reizvolle Umschlagzeichnungen und niederen Preis. (Sie kosten in Leinen pro Bändchen zwei Mark!) Bisher sind erschienen: „Zwei Frauen", „Der Alchimist", „Eugenie Grandet", „Tante Liesbeth" „Die tödlichen Wünsche", ..Die Frau von dreißig Jahren", „Geschichte der Dreizehn", „Heimliche Könige" und die „Lilie im Tal". Die Neuausgabe dieses Volks-Balzac ist eine verdienstvolle Tat des Verlags Rowohlt. M. St. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlageri, Nibelungenstr. 14, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S.Inserat!

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