Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 22 (15.11.1936)
- Date
- 1936-11-15
- Page
- Seite 482 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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482 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 Aus der Gemeinde München Chanukkah-Bcschcnkung bedürftiger Kinder oder nicht? Diese Frage steht in diesem Jahr drohend vor uns, drohend, wie noch nie ,in den mehr als 50 Jahren unseres Bestehens. Immer in -den letzten Jahren; — seit unsere Reserven erschöpft sind — mußten wir uns zur Ferien- und zur Chanukkahzeit fragen: Wird es gelingen, diesen Sommer wieder 50 Kinder nach Krumbach zu bringen, diesen Winter wieder mehr als 100 K.inner neu einzukleiden? Wir haben nicht mehr die Möglichkeit, unsere gewohnten Beilagen, die alljährlich um die Chanukkahzeit der Israelitischen Gemeindezeitung eingefügt wurden, und die um Spenden bei unseren langjährigen Freunden baten, erscheinen zu lassen, das.würde zuviel Geld kosten. Wir wollen jeden Pfennig seinem eigentlichen Zweck zuführen. Wir -sind auch — durch anderweitige Sammlungen zur Zurückhaltung verpflichtet — nicht in der Lage, direkt an unsere Gemeindemitglieder mit unserer Bitte heranzutreten. Freilich wissen wir sehr genau, wie heut jeder einzelne unter uns, manchmal über seine Kräfte, in Anspruch genommen wird, mit Trauer sehen wir...wie viele unserer guten Freunde,, die unsere Arbeit seit MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Jahren kannten und förderten, nicht mehr da sind, um uns für unsere bedürftigen Kinder das zu geben, was sie alle ja notwendig brauchen: Festes Schuhzeug, warme Unterkleidung.- Anzüge, Kleider, Pullover, Mäntel, Handschuhe. Wäsche, kurz alles, was ein Kind im Winter braucht, um nicht zu frieren. Wir bitten deshalb jeden, dem es heut noch möglich ist. seinen Kindern ein schönes Chanukkahtest zu bereiten, jedem, der sich ein warmes Herz für unsere Kinder bewahrt hat. an uns zu denken!, damit wir den vielen, die schon bei uns gemeldet sind, die Chanukk'ahfreude warmer neuer Sachen bereiten können. Wenn unsere Bitte nicht gehört wird, werden wir in diesem Jahr zum erstenmal dastehen mit leeren Händen vor bitter enttäuschten iKindergesichtern. Aber Chanukkah ist ja das Fest des Lichtwunders, deshalb" glauben auch wir an das Wunder, daß wir doch noch unserem bedürftigen Kindern die ersehnte Festfreude bereiten können, weil uns gute Menschen dazu behilflich sind. Jenny Baerwald, Vorsitzende des Vereins für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern. Sachspenden erbitten wir Herzog-Max-Straße 5/1 mit deutlichem Vermerk: Bekleidungsverein für Chanukkah. Geldspenden auf unser Postscheck-Konto: München 3524 Isr. Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern. Chanukkah beginnt dies Jahr schon am 8. Dezember. Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Frau Ottilie Schoenewald, Bochum, erste Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland, wird am Mittwoch, den IS. November in München sein! Sie hat sich zu unserer großen Freude bereit erklärt, bei uns über Aufgabe und Leistung des Jüdischen Frauenbundes zu sprechen. Ottilie Schoenewald, die in schwerer Zeit die Aufgabe übernommen hat, das Erbe Bertha Pappeniheims zu verwalüen, ist einer Reihe unserer Frauen bekannt als glänzende Rednerin (sie hatte seinerzeit in Hamburg auf dem Weltkongreß das Hauptreferat fjfr den Jüd. Frauenbund neben den Rednerrainen aus Amerika. England. Holland usw.) und als stets gewandte und verbindliche Vorsitzende bei den letzten Tagungen des Jüd. Frauenbundes. Da das Interesse für diese Persönlichkeit sehr stark ist. bitten wir unsere Frauen um pünktliches Erscheinen. Der Sitzungssaal hat nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen und muß bei Überfüllumg geschlossen werden. Beginn pünktlich um 8.15 Uhr. — Eintritt frei. Sitzungssaal der Isr. 'Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 7. Die Chanukka-Ausstellung kunstgewerblicher Frauenarbeiten findet statt: Dienstag, den 1. Dezember, Mittwoch, den 2. Dezember, Donnerstag, den 3. Dezember, im Sitzungssaal der Isr. Kultusgemeiude, Herzog-Max- Straße 7. Sie ist igeöffnet von 10—1 und 3—6 Uhr. Wir bitten um regen Besuch dieser Schau, die entzückende Sachen zeigt, geeignet für Geschenkzwecke ■zum bevorstehenden Fest. , ' Der Hausfrauennachmittag findet wegen Anwesenheit der Bundesvorsitzenden erst im Dezember statt. Näheres in der nächsten Nummer dieser Zeitung. Vortrag des Präsidenten der Reichsvertretung Rabbiner Dr. Leo Baeck „Die Jüdische Lehre— Die jüdische Tat" Ansprache des Vorsitzenden der Kulttisgemeinde zur Winterhilfe und zum Lehrhaus Samstag, den 28. November Synagoge Herzog-Max-Slrafce Beginn 2015 Uhr Eintritt für Gemeindemitglieder gegen Erlös des musikalischen Programmes zu 20 Pfg. __I Kein Gemeindemitglied ohne die blaue Karte für Hilfe und Aufbau