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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-11-01 · 21 (1.11.1936) · p. Seite 462

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
21 (1.11.1936)
Date
1936-11-01
Page
Seite 462 (sequence 10)
Language
German
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462 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 Aufbaumöbel, Ein- und Zweibett- COUCheS sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MÖBEL-BALLIN Theatinerstraße 7, Eingang MaffeistraBe Billige Preise bei gediegener Qualität Hebräische Sprachkurse München Diese Nummer der Gemeindezeitung enthält den Unterrichtsplan der Hebräischen Sprachkurse für das kommende Halbiahr. Es ergibt sich daraus, daß für alle Kenntnisstufen von einem neu beginnenden Anfängerkurs bis zu Literatur-Kursen für Hebräisch-Sprechende in diesem Rahmen gesorgt ist. In einer Zeit in der viele ihr Leben mit dem neuen Palästina verbinden und in der die Hinwendung zur jüdischen Vergangenheit und zu jüdischen Inhalten allgemein ist, sollte sich jeder Jude die Erlernung der hebräischen Sprache zum Ziel machen. Die Hebräischen Sprachkurse der Zionistischen Ortsgruppe München, die von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland anerkannt sind, geben dazu unter Leitung sachkundiger und" bewährter Lehrkräfte die Möglichkeit. Alle Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an die Zionistische Ortsgruppe München, Schlosserstr. 2, Tel. 53052. Vortrag von Jettka Levy-Stein am 14. November Frau Jettka Levy-Stein (Berlin), die am Samstag, den 14. November, im Museumssaal zum erstenmal vor dem jüdischen Publikum Münchens spricht, nimmt in der zionistischen Bewegung Deutschlands einen führenden Rang ein. Sie zählt zu den führenden Persönlichkeiten der zionistischen Frauenbewegung und hat sich in letzter Zeit besonders durch ihre Arbeit für die Jugend-Aliiah aus Deutschland einen Namen gemacht. In den vergangenen Jahren hat sie in den Vereinigten Staaten. Canada und Süd-Afrika mit außergewöhnlichem ideellen und materiellen Erfolg für die Idee der Jugend-Alijah und den Palästinagedanken überhaupt geworben. Ihr Vortrag wird einem Gebiet gewidmet sein, das unabhängig von den schwankenden politischen Bedingungen die unerlässliche Voraussetzung für das Gelingen des Palästina-Aufbauwerkes bildet: den Grundzügen und Notwendigkeiten der jüdischen Kolonisation. Frau Levy-Stein wird aus ihrer reichen Sachkenntnis heraus sicher ein eindringliches und neuartiges Bild vermitteln. Näheres ist der Anzeige in dieser Nummer zu entnehmen. Für die kalte Jahreszeit: Schlafwoll-Dedcen 150X200 ........RM. 19.50 Für das moderne Heim die bunte Daunendecke . RM. 48.— Bert-Garnitur, Kissen 80X80, Einsdilagtudi 150X250 von RM. 9.20 an Umarbeitungen und Neubeziehen alter Daunendecken billigst . Prima Halbleinen Tischdecken, gute Gebraudis«Qualität 130X130 3.90, 130X160 4.75, Serv. 56X56 V, Dtz. 4.90. Generalversammlung der Ortsgruppe Die Ortsgruppe München nahm in ihrer Generalversammlung nach einem Bericht von Dr. Richard Eisen, aus dem die umfassende Arbeit, auf den verschiedensten Gebieten (Werbung, Vorträge; Schulung, Sammlungen, Frauen- und Jugend- Arbeit) hervorging, die Entlastung der alten Vorstandschaft vor. Es erfolgte dann einstimmig die Neuwahl folgenden Vorstands: R.-A. Dr. Perlmutter (1. Vors.), Sturmann (2. Vors.), Dr. Eisen (Schriftführer). Philipp (Kassier), Grünbäum (Palästina-Amt), Lichtenauer Keren Hajessod) und Feder (Keren Kajemeth). — Dr. Perlmutter nahm sein Amt als Führer der Ortsgruppe an und rief in eindringlichen Worten zu gesteigerter Zusammenfassung aller Kräfte auf. Nach einem ähnlichen Appell Justin Lichtenauers schloß der Abend. Reichsbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppe München Ansprache des neuen Vorsitzenden Am 26. Oktober 1936 übernahm Herr' Kommerzienrat Paul Josephthal den Vorsitz in der hiesigen Ortsgruppe des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten. Die Worte, die der neue Vorsitzende bei dieser Gelegenheit an seine Kameraden richtete, sind auch für einen weiteren Kreis der Gemeinde bemerkenswert. Nach'einer eindrucksvollen Gefallenenehrung für unsere 12 000 gefallenen Brüder, nach Begrüßung und Dank für Dr. Bretzfelder. führte der heue Vorsitzende wörtlich aus: Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ist kurz nach dem Krieg gegründet worden. Damals war man in den Kreisen der jüdischen Frontkämpfer verschiedentlich der Ansicht, daß diese Gründung nicht nötig sei, ja sogar schädlich werdenvkönne. Ich gestehe ganz offen, daß auch ich zu diesen Zweiflern gehört habe. Nie im Entferntesten hätte ich geglaubt, daß das Band, das meine Regimentskameraden mit mir verband, jemals reißen könnte. Nun. wir sind ja wohl alle in der Zwischenzeit eines Anderen belehrt worden, und heute ist es wohl Jedem in unserem Kreise klar, daß die Gründung des Reichsbundes eine zwingende Notwendigkeit war. Freilich wissen verschiedene Leute, denen das Nörgeln zur Lebensgewohnheit geworden ist, auch heute noch nicht, was der Reichsbund geleistet hat. Auch unsere hiesige Ortsgruppe ist absolut noch nicht das, was sie sein sollte, nämlich eine wirklich restlose Zusammenfassung aller jüdischen Frontkämpfer. Warum treten nun nicht alle Kameraden in unseren Bund ein? Warum weigern sie sich, die Kameradschaftsabende mit uns zu verbringen, oder uns wenigstens durch Zahlung des kleinen Mitgliedsbeitrages die Erfüllung verschiedener Aufgaben zu erleichtern? Keiner der Gründe, die ich da zu hören bekomme, ist stichhaltig. Wohl weiß ich, daß es nicht gerade ideale Räumlichkeiten sind, in denen wir gewöhnlich unsere Zusammenkünfte abhalten. Auch bin ich mir ganz darüber klar, daß so mancher Kamerad aus beruflichen oder gesundheitlichen Rücksichten nicht ständig zu uns kommen kann. Das kann und darf aber doch sicherlich kein Grund sein, dem Reichsbund überhaupt fern zu bleiben und so auch den Mitgliedsbeitrag zu sparen. Nun habe ich auch einmal von einem mit hiesigen Verhältnissen gut vertrauten Herrn gehört, daß verschiedene Frontkämpfer unserer Gruppe nicht beitreten, weil bei uns zuviel jüdische Politik getrieben werde. Diese Bemerkung war mir sehr interessant und ich habe viel über sie nachgedacht. Wo aber, so frage ich mich vergeblich, fängt denn eigentlich jüdische Politik an und wo hört sie auf? Kann der Begriff „Jüdische Politik" überhaupt genau definiert werden? Ich persönlich glaube, daß jeder Einzelne von uns, wenn auch vielleicht nur ganz unbewußt, sich täglich und stündlich mit jüdischer Politik beschäftigt. Würde man uns verbieten, diese Probleme Fortsetzung Seite 468

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