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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1936-10-15 · 9 (15.10.1936) · p. Seite 26

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1936
Issue
9 (15.10.1936)
Date
1936-10-15
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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26 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 9 lehrer. Einrichten' von Bezirkskonferenzen usw. war ihr Ziel. Seit 1920 gehört Brückheimer der Verwaltung des Jüdischen Lehrervereins als eifriges Mitglied an und ist hier besonders unermüdlich für Volkssohullehrer und Lehrer in Kleingemeinden tätig. An unserem diesjährigen Fortbildungskurs hielt er das sehr instruktive Referat über «Die -ungeteilte Schule", das wir in der nächsten Zeit zu veröffentlichen gedenken. Neben seiner schulischen, gemeindlichen und standespolitischen Arbeit 'entfaltet er auch eine äußerst fruchtbare literarische Tätigkeit. Die Gemeindezeitung hat erst in ihrer letzten Nummer eine Arbeit von Brückheimer veröffentlicht, unsere „Mitteilungen", der „Israelit" und andere jüdische Zeitschriften zählen ihn zu ihren Mitarbeitern. Wir beglückwünschen den Jubilar und seine Gemeinde und wünschen von Herzen, daß er die Kraft habe, seine ersprießliche Tätigkeit im gleichen Tempo und mit gleichem Erfolge noch recht viele Jahre fortzusetzen. * Am 4. Oktober fand im Anschluß an den Nachmittagsgottesdienst in der Synagoge zu Marktbreit eine kleine Feier statt. Bezirksrabbiner Dr. Hanover -Würzburg .beglückwünschte den Jubilar und die Gemeinde, Studiendirektor Stoll-Würzburg überbrachte die Grüße der Lehrerbildungsanstalt und des Jüdischen Lehrervereins für Bayern. II. Nördlingen. Eine erhebende Feier fand am Sonntag, 4. Oktober, in der Synagoge zu Nördlingen statt. Es galt ein dreifaches Jubiläum zu feiern. 50 Jahre waren verflossen, seit das stattliche „Beth Hakneseth" erbaut worden war, 25 Jahre sind es her, daß der Beamte der Gemeinde, Kollege Hermann Strauß, den Dienst in diesem Gotteshause versieht, und endlich konnte dieser in seiner Gemeinde so beliebte und geachtete Lehrer, seinen 60. Geburtstag begehen. Herr Bezinksrabbiner Dr. Schwab, Ichenhausen, sprach nach dem Gesang des „Ma Towu" und nach dem Mincha-Gebet in zu Herzen gehenden Worten zu der vollzählig versammelten Gemeinde. Mit besonderem Danke hob er hervor, in welch vorbildlicher Weise der Jubilar stets mehr als seine Pflicht getan habe und ein Leben, dem Idealen 'und Göttlichen geweiht, „'lemalo min haschemesch" geführt habe, das fortwirkend ewige Werte erzeugt. Kollege Strauß, der danach das Wort ergriff, dankte von Herzen für die ihm erwiesene Ehrung (der Gemeindevorstand hatte dem Jubilar vorher schon Dubnows Geschichtswerk überreicht) und zeigte durch seine nachfolgenden Ausführungen, daß er nach wie vor auch für den Rest seiner Jahre nur den Weg „lemalo min haschemesch" gehen könne, in tiefster Verbundenheit mit seiner so treuen Gemeinde." Der Unterzeichnete, der als Nachbarkollege und als Vertreter der Bezirkskonferenz Ansbach die Glückwünsche überbrachte, konnte mit dem Bewußtsein heimkehren, eine selten schöne und würdige Feier erlebt zu haben. Levite, Günzenhausen. Zur Frage der Besetzung der jüdischen Lehrerstellen Die Jüd. Schulzeitung vom 1. September 1936 veröffentlicht folgendes Eingesandt, das wir deshalb auch hier bringen, weil auch die Verhältnisse in Bayern diese Veröffentlichung nicht ganz überflüssig erscheinen lassen. (Die Schriftleitung.) Die Art der Besetzung der Lehrerstellen an jüdischen Schulen war schon einmal Gegenstand der Intervention der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, die in einer Aufforderung an die jüdischen Gemeinden und Landesverbände für die Anstellung älterer Lehrkräfte energisch eintrat gegenüber der Neigung und Übung der Gemeinden, •billige junge Kräfte anzustellen. Leider hat diese Intervention der Reichsvertretung noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Immer wieder kommt es vor, daß bei Besetzung von jüdischen Lehrerstellen Härten und Ungerechtigkeiten sich zeigen, die nur dadurch vermieden werden 'könnten und müßten, daß die leitenden Stellen der Landesverbände auf Grund der ihnen vorliegenden Personalakten die Entscheidung bei Stellenbesetzungen zu treffen hätten und nicht die Gemeinden, die sich oft nur von vorübergehenden Eindrük- Fiir jedesKlima "i*i°5J^" Unterwäsche Benger, Ribana, Prof. Dr. Jaeger Ruch in den unteren Preislagen iinden Sie Qualitätswaren Adolph Schlesinger, Prielmayerstr. 12 Bleyle-Strickwaren. ken oder anderen rein persönlichen Gründen der Parnossim leiten lassen. Es ist dringend notwendig, daß die Besetzung der Lehrerstellen der Willkür und dem Zuf all entrückt und in der gerechten und sachlichen Weise gehandhabt werde, wie diese auch bei den staatlichen .Schulbehörden geschieht. Pädagogische Arbeitstagung Vom 24. bis 27. August 1936 fand in Berlin eine pädagogische Arbeitstagung im Rahmen der Lehrerfortbildung statt. Die Musterlektionen, die von den Herren Studienassessor Gärtner, Rektor Dr. Stern, Frl. Dr. Littmann und Johannes Wolf gehalten wurden, zeigten, wie in den verschiedenen Profaniächern (Deutsch, Geschichte. Heimatkunde) Jüdisches behandelt werden kann. Die Besprechung erörterte Umfang und Grenzen dieser Darstellung des Jüdischen im Allgemeinunterricht. Bek. d. Staatsm. f. Unt .u. Kult. v. 31. 7. 36 Nr. VIII 34725: Jüdischer Religionsunterricht 1. An den bayer. Schulen wird künftig kein lehrpianmäßiger jüdischer Religionsunterricht mehr erteilt. Den jüdischen Kindern bleibt es unbenommen, einen privaten Religionsunterricht zu besuchen. 2. In den Schulzeugnissen ist der jüdische Religionsunterricht nicht mehr zu berücksichtigen. 3. Für den jüdischen Religionsunterricht dürfen keine staatlichen oder gemeindlichen Mittel mehr aufgewendet werden. 4. Jüdische Religionslehrer gehören künftig den Lehrerräten und Prüfungsausschüssen nicht mehr an. 5. Die an die Direktorate der höheren Lehranstalten gerichteten M.E. vom 20. Dezember 1932 Nr. 51 985, vom 2. Juli 192.3 Nr. 14 615 und vom 13. Januar 1931 Nr. VIII 48 610 werden aufgehoben. 6. Für die nur von jüdischen Kindern besuchten Schulen gelten die bisherigen Bestimmungen weiter. Die jüdischen Klassen an den öffentlichen allgemeinen Volksschulen sind nach der M.E. vom 1, April 1936 Nr. IV 12 347 ein Bestandteil dieser Schulen. An diesen Sonderklassen wird daher kein lehrplanmäßiger jüdischer Religionsunterricht mehr erteilt. Die Juden in Unteriranken Die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland (Philo Verlag) bringt in Nr. 4 Jahrg. 6 einen Artikel von W. Stern über „Die Juden in Unterfranken", der wertvolles kulturkundliches Material bietet. Diese Zeitschrift gehört überhaupt unbedingt in die Hand jedes Lehrers. $ct|ttU|off Jßayetftrafk 45 Textilien und Kurzwaren aller Art! Bitte berücksichtigen Sie uns bei Ihren Einkäufen! Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München

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