Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 20 (15.10.1936)
- Date
- 1936-10-15
- Page
- Seite 434 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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434 Bayerische israelitische Gemeindezeitung Nr. 20 0%£)ROSA KLAUBER ^öä^^l&iää^ Theatinerstraße 35 Marienplatz 2 Unterwäsche modern, warm, anliegend WollstrasHemdchen m. Ajour . ..... RM. 2.25 WollttracHötdien m. Ajour....... RM. 2.50 KayseretteeWSsdie, Hemd und Höschen je RM. 2.95 Wollstrick-Schlüpfer m. langem Bein . . RM. 3.50 Edelste AngorasWäsche per Stück .... RM. 6.75 Aparte warme Morgenröcke ■ Modische Wollstrümpfe in allen Preislagen! werde nunmehr nähergetreten. Der Kulturbund, dessen beachtlicher Ausstellung von Werken Münchener Künstler gedacht wurde, bleibe der Mittelpunkt auch unserer Kunstpflege. Kein Mitglied der Gemeinde dürfe außerhalb seiner Reihen stehen. Das Turn- und Sportwesen, das sich nach seinen Leistungen so gut entwickelt habe, werden auch weiter durch die Gemeinde wirksam gefördert werden. Es müsse erwartet werden, daß sich die verschiedenen Richtungen im Interesse unserer Jugend zu gemeinschaftlicher aktiver Arbeit wieder zusammenfinden. Wieder stehe vor uns das große Gemeinschaftswerk der Winterhilfe. Eindringlich wies Dr. Neumeyer darauf hin, daß es selbstverständliche Pflicht jedes einzelnen sei, das äußerste an Opferwilligkeit hier zu geben. — Die Reichsvertretung habe in letzter Zeit eine Umbildung erfahren, die eine gesteigerte, umfassende Betätigung verbürge. Besondere Aufgaben habe hier der neugeschaffene Rat zu erfüllen, dem die fruchtbare Verbindung zwischen Gemeinden. Landesverbänden und Reichsvertretung zufalle. Unsere Zeit erfordere schöpferische Kräfte, woher sie auch immer kommen mögen. Die Entwickelung der Verhältnisse im heiligen Lande sei sehr zu beklagen. Die Auswanderung dorthin müsse weiter geschehen, sei aber auch in andere Länder, insbesondere nach Übersee, nachdrücklich zu fördern. Die Gemeinde — das zeigten erst wieder die in Andacht und Würde verlebten hohen Festtage — werde immer mehr zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Ihr und allen Helfern entbot der Gemeindevorsitzende zum Abschluß seines Referats, das mit dankbarer Zustimmung aufgenommen wurde, aufrichtige Wünsche zum neuen Jahr, Wünsche, welche RA. Dr. Regensteiner namens der Gemeindevertretung für den Gemeindevorstand-herzlich erwiderte. Justizrat Dr. O est reich berichtete über die Finanzlage der Gemeinide. Er führte unter zahlenmäßiger Begründung aus, daß zwar in dem laufenden Rechnungsjahr der Etat noch ausgeglichen werden könne, während dies im nächsten Jahre nicht mehr der Fall ist. Immer mehr werde die Kultusgemeinde mit Ausgaben belastet, die früher von der politischen Gemeinde getragen wurden (Volksschule usw.). Auf der anderen Seite müßten durch verstärkte Abwanderung und die Einkommensminderung der Verbleibenden die Einnahmen stark und stetig zurückgehen. So bedürfe es nicht nur der äußersten Sparsamkeit in der Verwaltung der Gemeindemittel, sondern auch des verstärkten Opferwillens aller Gemeindemitglieder. — Rechtsrat Dr. Weiler, .als Leiter der gemeindlichen Wohlfahrtsstelle, stellte diesen eindringlichen Appell an jedes Mitglied unserer Gemeinschaft ebenfalls in den Mittelpunkt seiner anschließenden Darlegungen. Mit Rücksicht auf die stets wachsende Not und die zahlenmäßige Verminderung leistungsfähiger Spender müsse jedem Glaubensgenossen die Verantwortung vor der Gemeinschaft ins Gewissen gerufen werden. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen müsse es verhütet werden, daß sich Gemeindemitglieder ihren Verpflichtungen Für den Herbst! Jersey-Kleider, Westen, Pullovers, elegante Mäntel, Sport-Slipons, Blusen, Röcke, Morgenröcke. bekannt für große Auswahl und beste Bedienung Fachgeschäft lür Damenbekleidung Leo Oppenheimer Dachauerstraße 9 (neben Cafe Rheinland) entziehen oder nicht nach ihrer Leistungsfähigkeit unsere Hilfsarbeit unterstützen. Die Blaue Karte müsse bei ihrer großen Bedeutung für Auswanderung und Berufsumschichtung ein wesentlich höheres Erträgnis bringen. Auch die Jüdische Winterhilfe werde noch mehr an den Opfer- und Genieinsinn der Münchener Gemeinde appellieren müssen als im Vorjahr. Dr. Weiler beschäftigte sich in seinen Ausführungen noch mit einer Fülle weiterer aktueller Fragen der Sozialarbeit und der jüdisch-wirtschaftlichen Beratung und gab schließlich einen gedrängten Überblick über Wanderungspolitik und Stand der Auswanderung. An der Aussprache über die Referate beteiligten sich die Herren Landgerichtsrat M o r i z, Pick und RA. L e m I e. Herr Pick dankte für seine Wahl in den Gemeindevorstand und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Gemeinde auch jüngere Menschen in ihre Körperschaften heranziehe. Auch er äußerte den Wunsch nach einer baldigen und endgültigen Befriedung des Sportbetriebes, nach religiöser Erneuerung und gesteigerter Disziplinierunig auf allen Gebieten jüdischer Betätigung, nicht zuletzt in der Öffentlichkeit. Dr. L e m 1 e erhob in seinen interessanten Darlegungen zu Fragen jüdischer Gegenwartsarbeit die Forderung nach gesteigerter Solidarität. Dr. Neumeyer nahm in seinem Schlußwort Stellung zu den einzelnen Anregungen der verschiedenn Herren und dankte allen Anwesenden für die ersprießliche Mitarbeit. Vortrag von Prof. Bondy am Samstag, den 17. Oktober 1936 im „Museum" Am Samstag, den 17. Oktober, 8 Uhr abends (pünktlich) wird Prof. Dr. l'art Bondy im Großen Museum-Saal in München (Promenadestr. 12) auf Einladung der Kultusgemeinde in Verbindung mit dem Ortsring jüdischer Jugend einen Vortrag über Hauptprobleme jäd. Kr ziehen g halten. Curt Bondy, der Leiter der vor zirka einem halben Jahr gegründeten Auswanderungsschule Groß-Breesen (bei Breslau), früher Professor für Sozialpädagogik an der Universität Göttingen, ist als ständiger Mitarbeiter der Mittelstelle für Erwachsenen-Bildung bei der Reichsvertretung den Münchener Gemeindemitgliedern bekannt. Der Vortragende wird die Hauptfragen unserer außerschulischen jüdischen Jugendausbildung, vor allem die Probleme „Autorität und Freiheit", „Sport und seine Grenzen", „Rang der Ideologien" usw., immer an Hand seiner praktischen Erfahrungen und von den Aufgaben der neuen Auswanderungsschule aus behandeln. Eintritt: 50 Pf. für Mitglieder der Kultusgemeinde; 10 Pf. für Jugendliche. Im Anschluß an den Vortrag wird eine Aussprache unter Leitung von Prof. Bondy mit beschränkter Teilnehmerzahl im Sitzungssaal der Kultusgemeinde (Herzog-Max-Str. 7/0) stattfinden. Beginn etwa 22 Uhr. Schulungskurs für Jugendführer In der Reihe der Schulungskurse für Jugendführ e r, welche die Israelitische Kultusgemeinde und der Ortsring der jüdischen Jugendverbände München gemeinsam mit der Mittelstelle für jüdische Erwachsenembildung (Frankfurt) veranstaltet, findet Dienstag und Mittwoch, den 20. und 21. Oktober (jeweils abends 8.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde) ein B i b e 1 k u r s unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Benno Jacob statt. Teilnehmerkarten und Bekanntgabe des Termins durch Hans Lamm, München 22, Schließfach. Reichsbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppe München Kameradschaftlicher Abend am Montag, den 26. Oktober, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstr. 2.