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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-10-01 · 19 (1.10.1936) · p. Seite 421

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
19 (1.10.1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 421 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 19 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 421 Levinger Zigarren haben ihre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayerstr 21 im Hotel Rheinischer Hof Gegr. 1886 Fernsprecher 54897 Bücherschau (Fortsetzung von Seite 416) haben, ist unbefriedigend, wissenschaftlich und pädagogisch. Wir können nur mittels eines besonders ausgewählten Schrifttums unsere Kinder erziehen und objektive, unanfechtbare Erkenntnisse gewinnen. Hier kommt 'das Buch eines so erfahrenen 'und anerkannten Forschers wie von Professo'r Schmidt auch uns zu Recht. Seine katholische Gottes-, Welt- und Menschenauffassung kommt nie mit seinen Rassen- und Volkstumsforschungen in Konflikt. Der erste Teil seines Buches befaßt sich mit der Rasse, ihrem Begriff, ihrer Klärung durch die Memdelschen Entdeckungen und ihrer Entstehung. Besonderes Gewicht wird auf die Untersuchung der Vererbung seelischer Eigenschaften gelegt und der derzeitige Stand der Forschung genau dargelegt. Im engen Anschluß daran wird die. Bedeutung der Rasse für die Kultur von den ältesten Primitiven bis zu den Hochkulturvölkern erörtert. Der zweite Teil behandelt Wesen, Werden und Sein des Volkes überhaupt und des deutschen Volkes insbesondere. Zuerst wird seine rassische Gliederung und die Bedeutung der einzelnen Rassen, besonders der nordischen Rasse, festgestellt; die sich daraus ergebenden rassischen Pflichten werden erörtert. Ein ausgedehntes Kapitel befaßt sich mit den Fragen: Indogermanen und Germanen, Germanen 'und Deutsche, Norddeutsche und Süddeutsche. Wir gewinnen aus diesen umsichtigen Untersuchungen vor allem einen Blick für die richtige Methode der Behandlung solcher Fragen in unserem Kreis, abgesehen von den Erkenntnissen, die uns der Verfasser vermittelt. F. Psychologie des Gemeinschaftslebens. Bericht über den XIV. Kongreß ^,'er Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Tübingen vom 22.—26. Mai 1934. Im Auftrage der Deutschen Gesellschaft für Psychologie herausgegeben von Otto Klemm. VIII. 317 Seiten. Jena (Gustav Fischer) 1935. Der wichtige Kongress hatte sich die Behandlung der Psychologie des menschlichen Gemeinschaftslebens zum Thema gestellt; Für das Hauptthema des Kongresses waren die drei ersten Tage vorgesehen; der vierte blieb vor allem der experimentell-psychologischen Forschung vorbehalten. Diese Vorträge und Aussprachen gehen unseren engeren jüdischen Kreis unmittelbar an. als Dokumente und teilweise durch ihre Ergebnisse. Beispiel: Erich Voegelin. ein unbefangener und1 ernster Forscher auf dem Gebiet der Rassenlehre, warnt eindringlich in seinem Referat „Rasse und Staat", vor der irrtümlichen Annahme, „daß mit dem Ausleben organisatorischer Formen des politischen Liberalismus und der staatlichen Neuordnung im Sinne der totalen und autoritären Formen irgendwie wesensnotwendig der Übergang vom rassisch gleichgültigen zum rassich bewußten Staat sich abspiele". Diese Formulierung steht auf dier gleichen Wichtigkeitsstufe wie die Erkenntnis, daß die Grundlehren des Judentums nicht das Geringste mit den Hauptideen des liberalen demokratischen Staates zu tun haben. Die Disposition des Judentums ist eher auf das Autoritäre und die Abstufung der Gesellschaft als auf Freiheit und Gleichheit gerichtet. Der erweiterte Eröffnungsvortrag von Felix Krueger, Leipzig, über die Grundprinzipien einer Psychologie der Ge- Taf elgerät und Schmuck Vornehme Geschenke Silberschmied II. T. Wetzlar München, Maximilianstraße 2 lllll!lllll!ll!!l!!l!l!ll!lllllllllllll!!ll!lll!U meinschaft (S. 5—62) ist. für uns besonders lehrreich. Man staunt immer wieder über die Fiktion, als ob unsere klassischen Philosophen der letzten 300 Jahre von Descartes bis Nietzsche das Gemeinschaftswesen der Menschen nicht gründlich genug durchschauten und als ob dieser Mangel erst jetzt behoben würde. Auch die Sachverhalte der Gemeinschaft können nur mit den strengen spekulativen Methoden des Isolierens und Typisierens erfaßt werden; und lange vor den Errungenschaften der Ganzheits- und Gestaltforschung ist die Sozialpsychologie fruchbar gefördert worden. Vor allem glaubt Erich Jaensch, Marburg, daß wir an einer Kulturwende stehen, die in einer Abwendung von einer „Kultur des Unterlebendigen" besteht. Jaensch ist davon durchdrungen, daß sein bekanntes Schema der verklingenden und der werdenden Kultur auf allen Daseinsgebieten (S-Typus und J-Typus) eine echte wissenschaftliche Erkenntnis1 sei. Wir müssen hier die in dem Kongreßbericht vereinigten zahlreichen Spezialergebnisse der wissenschaftlichen Psychologie beiseite lassen. In den vier Hauptteilen (Herkunft der sozialen Formen — Theorie des sozialen Verhaltens — Erziehung zur Gemeinschaft — Experimentelle Einzelforschung) ist der ganze Problemkreis zum mindesten berührt; die Fragestellungen sind oft überaus fruchtbar, die Antworten lassen häufig unbefriedigt. Wir dürfen uns vor solchen Forschungen nicht ausschließen. Die Zusammenhänge von Erblichkeitslehre und Sozialpsychologie sind beispielsweise auch für unsere jüdische Selbsterkenntnis von fundamentaler Bedeutung. In dem vorliegenden Kongreßbericht ist eine kaum ausschöpfbare Fülle von Fragen ausgebreitet, die wir auch an uns richten müssen. F. Palnews Wirtschaftsjahrbuch für Palästina. In drei Ausgaben: Hebräisch, Englisch, Deutsch. II. Jahrgang. Tel Aviv 1936. Das Palnews Wirtschaftsjahrbuch für Palästina ist für jeden, der wirtschaftlich an Palästina interessiert ist, unentbehrlich. Die Ausgabe von 1936 gibt den Stand; der Dinge wieder, in dem sich das Land befunden hat, als es von der gegenwärtig noch andauernden Unruhe-Welle überflutet wurde. In zahlreichen Einzelaufsätzen über die wichtigsten Wirtschaftszweige findet man Beiträge über die palästinensische Zitrusindustrie, das Wasserproblem Palästinas, den Weinbau in Palästina, die jüdische Industrie, die internationale Kali-Industrie und das Tote Meer, die wichtigsten Rohstoffe, die Stadt im Wirtschaftsleben Palästinas, über Baubewegung, Genossenschaftsbewegung, Banken, Schiffahrtsprobleme, Patent-, Muster- und Markenwesen, die Levante-Messe in Tel Aviv und einen besonders interessanten Aufsatz aus der Feder von Dr. J. Adler über Arbeiter und Löhne, in dem die drei unvermittelt nebeneinanderstehenden Arbeitssysteme Palästinas plastisch deutlich werden: das TraditioTialsystem des Orients, das Siedlungssystem des Zionismus und das mit hauranisoher und ägyptischer Arbeit operierende Kolonialsystem des Kapitalismus. Wirtschaftliche Informationen über Gewichte und Maße, Verbrauchssteuern, Post-. Elektrizität- und Zolltarif sind angefügt. Den ganzen ersten Teil nimmt nach einem Vorwort des Vertreters der Palästinaregierung und des Herausgebers Ben-Horin eine große zusammenfassende Arbeit von Alfred Michaelis über die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas ein. Diese Arbeit erhält angesichts der bevorstehenden Ankunft der Royal Commission eine Zukunft Ihrer Kinder Sichera Sie die Landsctiulheim Florenz Höhere Schule und Internat Auskünfte u. Prospekte durch die Florenz, Villa Pazzi, Plan dei Guillari durch Ausbildung im: 1. Schulbildung bis zum Abiturium 2. Für Knaben und Mädchen von 6—18 Jahren 3. Unter Leitung bewährter Pädagogen 4. Studienberechtigung in Fast allen Staaten, Sprachenpflege 5 EIKENE H AÜSHAIiTSCIirLE Stenographie, Schreibmaschine 6. Werkunterricht. Land- und Gartenarbeit 7. Vorbereitung für Auswanderungsländer 8. Hausärztlicbe Überwachung, individuelle Förderung 9. Schönste Umgebung, gutes Klima, Sport 10. Erstklassige Verpflegung Zeitgemäße Preise, keine Transferschwierigkeiten. Leitung: Oberregierungsrat a. D. Dr. Werne r Pelser, Dr. M- Goldstein Neuaufnahmen zum Wintersemester

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