Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 17 (1.9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 373 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2727810-2728050-2728067--10790-2744168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdischer Kulturbund in Kaycrn Ortsgruppe München Der Jüdische Kulturbund in Bayern,. Ortsgruppe München, steht vor einer neuen Arbeitsperiode. Er tritt mit dem Programm 1936/37 vor die jüdische Öffentlichkeit in der. festen Zuversicht, daß die geplanten Veranstaltungen den Beifall seiner Mitglieder und Freunde finden werden, und mit dem, Wunsche, daß die Veranstaltungen geeignet sein mögen, das kulturelle jüdische Leben unserer Gemeinschaft nachhaltig zu bereichern. Der Jüdische Kulturbund, in seinen Anfängen ein kleiner Kreis von Interessierten, ist die jüdische Kulturgemeinschaft Münchens geworden. Groß sind seine Aufgaben., Um aber diesen Aufgaben gewachsen zu bleiben, bedarf der Kulturbund der Treue seiner Mitglieder. Noch ist ihre Zahl gering im Verhältnis zur Zahl der jüdischen Seelen unserer Gemeinde. Deshalb wendet "sich der Kulturbund von neuem an alle, denen jüdische Kulturarbeit am Herzen liegt, mit dem dringenden Appell zum Eintritt in seine Organisation. Allen jenen, die noch außerhalb seiner Reihen stehen, ruft er zu: Werdet Mitglied des Kulturbundes! Wir Juden gehören zu den ältesten Kulturvölkern der Welt. Jeder einzelne von uns hat die Verpflichtung, unser Volk und seine Kultur zu erhalten, sie mitzutragen und sie weiterzugeben an die Kommenden. Der Kulturbund ist nicht für einen begrenzten Teil von Interessierten geschaffen worden: alle geht er an, und jeder Jude sollte ihm angehören. Jüdischer Kultur dürfen wir nicht nur mit laxer Sympathie gegenüberstehen. Jüdische Kultur verpflichtet uns alle! Sie muß die notwendige Voraussetzung unseres Lebens sein. Ohne sie sind wir leere, an den Alltag gebannte Menschen. Von der regen Anteilnahme der Juden Münchens an seiner Arbeit, von der Stärkung seiner Organisation durch vermehrte Mitgliederanmeldung hängt das erfolgreiche Fortbestehen des Kulturbundes ab. Möge sich jeder seiner persönlichen Verant-1 wortung gegenüber dem Kulturbund bewußt sein! Je größer die Zahl der Mitglieder, um so großzügiger und erfolgreicher wird die Arbeit des Kulturbundessein! Das Programm 1936/37 Im musikalischen Teil sind Liederabende des Baritons Hermann Schey (Berlin) und der Altistin Herta Glückmann (Breslau-London) vorgesehen. Beide Künstler genießen Weltruf als Konzertsänger. An Kammermusikabenden wird ein Konzert des ausgezeichneten Mendelssohn-Trios (Leipzig) sowie ein Klavierabend des hervorragenden Pianisten Bruno Eisner (Berlin) stattfinden. Der berühmte Winawersche Chor (Berlin), aus 30 Opernsängern bestehend, wird gastieren und ein jüdisch-volkstümliches Programm zum Vortrag bringen. Das GERSTLE & LÖF FL ER G.M.B.H. München, Weinstr. 3 Gegründet 1877 Das bekannte Haus für Mode und Wäsche Münchener Kulturbundorchester veranstaltet abermals zwei Symphoniekonzerte, davon eines unter Mitwirkung einer größeren Anzahl von Mitgliedern des Berliner Kulturbundorchesters. Auch ein Konzert Münchener Künstler ist vorgesehen. Besonderes Augenmerk ist diesmal heiteren Veranstaltungen zugewendet. Die beliebte Künstlerin Dela Lipinskaja wird mit neuer Vortragsfolge gastieren. Max Ehrlich, der Vielbegehrte, kommt zu einem kabarettistischen Abend mit seinen Berliner Kollegen Ciaire Arnstein und H. L. Schlesinger. Auch Josef Plaut wird in diesem Winter zu einem heiteren Abend erscheinen. Die Marionettenbühne Münchener Jüdischer Künstler wird mit neuem Programm zu sehen sein. Auf dem Gebiet des Vortragswesens erwarten wir den Berliner Kunsthistoriker Dr. Max Osborn zu einem Lichtbildervortrag mit dem Thema „Alte und neue Kunst in Palästina". Otto Bernstein (Dresden), wohl unser bedeutendster Rezitator, wird ein neues Programm vortragen. Justizrat Dr. Magnus (Berlin), der kürzlich durch seine Gastvortäge an der Universität Jerusalem hervorgetreten ist, ist zu einem Vortrag über ein jüdisches Thema eingeladen worden, ebenso Dr. Kurt Pinthus (Berlin), der als einer der besten Kenner der jüdischen Literatur gilt. Er wird über die zeitgenössische jüdische Dichtung sprechen, wobei Werner Bukofzer, ein junger Berliner Schauspieler, ausgewählte Abschnitte dieses Gebietes rezitieren wird. Diese 16 Abende werden als reguläre Veranstaltungen durchgeführt werden, können also von unseren Mitgliedern unentgeltlich besucht werden. Außerdem ist noch eine kleine Zahl von Sonderveranstaltungen in Aussicht genommen. Sämtliche Veranstaltungen, mit Ausnahme der Chor- und Orchesterkonzerte (für welche die Synagoge vorgesehen ist), werden im Museumsaal stattfinden. Bühnenaufführungen können vorderhand noch nicht stattfinden, da die geltenden behördlichen Bestimmungen es nicht ermöglichen einen Theatersaal zu mieten. Für den Fall, daß sich in dieser Richtung ein Ausweg finden lassen sollte, sind Aufführungen mit den Schauspieleusembles der Kulturbünde in Berlin, Köln oder Hamburg vorgesehen. Mitgliedschaftsbestimmungen Die Mitgliedschaft des Kulturbundes kann erworben werden von Juden, Nichtariern im Sinne des Berufsbeamtengesetzes und arischen Ehepartnern von Mitgliedern. Die Aufnahmegebühr beträgt RM. 1.— und ist bei Abgabe der Beitrittserklärung zu entrichten. Der Mitgliedsbeitrag für die Veranstaltungszeit 1936/37 beträgt RM. 16.— und wird in der Weise entrichtet, daß für die Monate Oktober mit Mai je eine Beitragsmarke zu RM. 2.— an der Kulturbundkasse gelöst und in das vorbezeichnete Feld der Mitgliedskarte geklebt wird. Von Oktober bis Mai finden monatlich zwei (insgesamt 16) reguläre Veranstaltungen statt; spätestens am Tage der ersten Levinger Zigarren Kaken ikre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayerstr. 21 « im Hole) Rheinischer H&f Qegr. 1886 Fernsprecher 54897