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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1936-07-15 · 7 (15.7.1936) · p. Seite 21

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1936
Issue
7 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
Seite 21 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern 21 Und neben und mit der deutschen Geschichte müssen wir die Geschichte der Nachbarstaaten behandeln und die Erweiterung der europäischen Geschichte zur Weltgeschichte. Die jüdische Geschichte dieser Epoche ist die der Emanzipation und ihrer Auswirkungen. Dieses, wichtige Kapitel der jüdischen Geschichte muß natürlich eingehend behandelt werden; doch ist dies schon bisher an den jüdischen Schulen geschehen. Und. ich glaube, es ist hier nichts mehr hinzuzufügen. Damit wäre in kurzen Linien ein Geschichtslehrgang skizziert. Und es wäre nur noch die schwierige Frage der Aufteilung des Stoffes in die einzelnen Klassen zu besprechen. Zunächst fragen wir uns: 1. Kann man mit der alten Geschichte in der 5. Klasse beginnen? Viele werden dies verneinen und zwar wegen der Schwierigkeit der Vorstellung des Kartenbildes dieser so weit von uns entfernten Welt. Ich glaube aber doch, daß es geht. Es müßte in der 4. Klasse beim Heimatskundeunterricht die Einführung in das Kartenlesen gegeben werden. Dann sind die Grundlagen da, auf denen wir das Kartenbild der Mittelmeerländer aufbauen können. Im übrigen glaube ich, daß, da so vieles unseren Kindern aus der .Religionsstunde, dann aus Reiseberichten, aus Briefen usw. bekannt ist, wir nicht fürchten müssen, einen zu fremden Stoff zu behandeln, sondern daß wir auch schon bei den 10jährigen viel Freude an diesem Unterricht haben können. 2. In die 6. Klasse fiele dann der Zeitraum des Mittelalters bis zum Ende des 30jährigen Krieges wie bisher. Dieser Stoff wird sich auf der Grundlage der alten Geschichte leicht aufbauen. 3. Nun würde ich vorschlagen, nicht, wie bisher, in der 7. Klasse die Geschichte bis zu Ende zu führen, sondern nur bis zum Jahre 1871. Denn, wenn wir die Entwicklung der großen Staaten mit ihren Kolonialreichen zeichnen wollen, brauchen wir Zeit. 4. Der 8. Klasse bleibt dann der Zeitraum von 1871 bis zur Gegenwart. Während der Lehrstoff der 6. und 7. Klasse keine Schwierigkeiten gegen früher aufweist, so scheint mir die neueste Zeit methodisch und pädagogisch außerordentlich schwer, aber auch außerordentlich wichtig. Was wir wollen, ist oben schon gesagt: sowohl die deutsche, als die allgemeine Weltgeschichte in klaren Linien zeichnen. Was die Außenpolitik anlangt, so müssen wir die großen Weltmächte, ihre außenpolitischen Ziele, ihre Kolonialinteressen, ihre handelspolitischen Bestrebungen und die Mittel, mit denen die Länder arbeiten, zeichnen. Und wie steht es mit der Innenpolitik? Haben Schüler von 14 Jahren schon Verständnis für weltanschauliche Fragen? Ich möchte dies bejahen und noch hinzufügen, daß wir die Pflicht haben, unsere Schüler in die großen weltanschaulichen Gegensätze unserer Zeit, wie sie auf dem ganzen Erdball in Erscheinung treten, einzuführen. Wir müssen die Einstellung der verschiedenen Parteien gegenüber der Familie, dem Staat und der Religion aufzeigen, denn unsere Kinder wachsen hier fern von allem politischen Leben und Handeln auf; doch kommen sie in die Welt hinaus, so werden sie dort politische Mächte vorfinden, die um sie werben, und wir müssen sie mit einem inneren Halt, soliden Kenntnissen und mit klaren Begriffen über das Wesen des Staates und der Pflicht des einzelnen dem Staat gegenüber ausrüsten, damit sie bewußt und aufrecht ihren Lebensweg finden können. Wenn so der Geschichtsunterricht unsere Schüer, sowohl jene, die hier bleiben, als jene, die fortziehen, auf das Leben vorbereitet, so hat er seinen Zweck erfüllt. Und ist dieser Zweck hier auch nur von der praktischen Seite beleuchtet, so enthält ein so breit angelegter Geschichtsunterricht auch so viele Bildungswerte, daß allen jenen unserer Schüler, die nach vertiefter Bildung streben, ein weites Feld der Betätigung erschlossen ist. Dr. Rosa Silberschmidt. Vereinsmitteilungen Am 28. Mai konnte unser Kollege, Oberlehrer a. D. Sigmund Stein, in körperlicher und geistiger Frische die Feier seines 70, Geburtstages begehen.. In der Nummer der Gemeindezeitung vom 1. Juli ds. Js. haben wir eine kurze Würdigung der überaus ersprießlichen und segensreichen Tätigkeit des Jubilars versucht. An dieser Stelle wollen wir nochmals die herzlichsten Masel tow-Wünsche zum Ausdruck bringen! |^ * * das Zeichen für den guten modernen Schuh! D.H.S. Schuhges. m.b.H. Neuhauserstraße 7 und 6 Filialen Neuaufnahmen: Erich Weiß-Augsburg; Leo Steinhäuser-Obbach. Kollege Justin Bernheimer, bisher in Scheinfeld, wurde als Lehrer nach Königshofen im Grabfeld berufen. Fortbildungskurs : Eine sehr stattliche Zahl von Kollegen hat sich gemeldet, ein erfreuliches Zeichen für das Bildungsstreben in unseren Reihen. Kollegen, die Privatzimmer gewünscht haben, erhalten noch im Laufe der kommenden Woche Mitteilung, wo sie untergebracht sind. In der Lernstunde wird Mischnajoth: Masecheth naschim gelernt. Wir bitten die Kollegen, das betr. Sefer mitzubringen. Einige Stunden des Kurses werden auch der theoretischen und praktischen Schulung in Leibesübungen gewidmet. Wir ersuchen alle Kursteilnehmer, Turnschuhe und Turnkleidung mitzubringen. München, den 10. Juli 1936 M. R o s e n f e 1 d. M. A d 1 e r. Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus ÜÜis^ cC&M_.a^'t<X-e-/L.e, cLtsJLQjt 1ln^CK.c^tl. ß^) tx.ioK-P-|^eo_ö~k^ Für die hohen Feiertage empfiehlt sich gewandter Vorbeter (alle Gebete und Predigten, nicht: Leienen u. Schofarblasen) geg. mäß. Entgelt. Angeb. u. Nr. 5902 an die Anz.- Abt. d. Bl. Perfekter Vorbeter Bai Kore ev. auch Bai Tokea, sucht für die hohen Feiertage bei mäßiger Vergütung Verwendung. Anfragen unter Nr. 5916 an die Anz.-Abt. d. BL Ü&H<L ROSENSTR-5 •ina* or"»y- ... Mesp \ i W den] fierrnl HU», »ttU°n " V^r-^ftn Ober" Landschu* lonter>Näsd ■ .Hosetf - ..I^V den 1 Socken1. 1 Gürte*' ner stets! SSÄ«*- Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München

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