Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1936-07-15 · 7 (15.7.1936) · p. Seite 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1936
Issue
7 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
Seite 19 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9934493-9934418-9934460--425-2744108
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

(Mitteilungen De* JüDifdjen Jetireroereina fürßapern 1936 Schriftleitung: Max Adler, München München, 15. Juli Nr. 7 4 Std. 6 Std. 12 Std. 3 Std. Normativ für Lehrer« und Rabbinervorbildung in Bayern vor hundert Jahren Von Lehrer A. Mannheimer in Dettelbach a. Main (Fortsetzung und Schluß) II. Für die Klasse der Rabbinats-Candidaten: 1. Glaubens- und Sittenlehre lter Curs: Glaubenslehre......... 2ter Curs: Sittenlehre.....»...... 2. Übersetzung und Erklärung der heil. Schrift cursorisch und statarisch: lter Curs: Schwierige Stellen aus den prophetischen und poetischen Büchern 2ter Curs: Übersicht über die Hauptstellen der Schrift zur Begründung der Glaubens- und Sittenlehre 3. Übersetzung und Erklärung des Talmuds mit Benützung der Commentatoren und Casuisten. lter Curs: Abhandlungen die Glaubenslehre betr.\ 2ter Curs: Abhandlungen die Sittenlehre betr. 4. Jüdische Kirchengeschichte als Examinatorium. lter Curs — erste Hälfte..........\ 2ter Curs — zweite Hälfte.......: . I 5. Hilfswissenschaften, examinatorisch: a) lter Curs: Hermeneutik, Einleitung und Antiquitäten...............3 Std. b) 2ter Curs: Ritual- und Ceremonialgesetz, Religionsedict etc. etc. 6. Praktische Übung im Vortrage, geistliche Reden und Katechisationen...........2 Std. Zusammen 30 Std. XVIII. Besonderer Unterricht ist auf Verlangen und gegen ein noch zu bestimmendes Honorar, in den verwandten Dialecten und Sprachen zu ertheilen. Dieser Studienplan für israelitische Religionslehrer und Rabbinatscandidaten, welcher auch die ganze Vorbildung für die Aufnahme in die Talmudschule genau vorzeichnet, wird sämmtlichen Schulcommissionen und Districts-Inspectionen, in deren Bezirken sich jüdische Gemeinden befinden, zum pünktlichen Vollzuge durch die Rabbiner und israelitischen Religionslehrer mitgetheilt und in dem für das Schuljahr 1828/29 zu erstattenden Berichte bestimmte Anzeige über den Erfolg gewärtigt. Ansbach, den 24. Juli 1828. Königliche Regierung des Rezatkreises, K. d. I. Schlußwort Es hat seinen eigenen Reiz, aus Vorstehendem das Wehen des neuen Geistes zu verspüren, der sich auf die heilig-ernsten Interna des jüdischen Bayern s. Z. auswirkte und unsere Glaubensbrüder vor 100 Jahren in Atem hielt. In den nächsten Jahrzehnten, namentlich nach 1848 unter König Max Tl., entwickelte sich manches anders als nach knöchernen Paragraphen. Von den offiziellen Rabbinerprüfungen waren die bekanntesten jene zu Augsburg 1830 und die zu Würzburg im März 1829.1 Und heute wissen die Wenigsten von jenen Vorgängen. Nichts ist beständiger als — der Wandel und Wechsel. 1 Der 1895 heimgegangene hochbetagte Rabbiner Samuel Wormser s. A. in Gersfeld war der letzte Vertreter der Würzburger Examinanden von 1829. Er wirkte mehr als 50 Jahre in Gersfeld. Als Kuriosurn sei erwähnt, daß diese Prüfung auch der Religionslehrer Jakob Wassermann s. A. von Dettelbach, gest. 1836, im Alter von 67 Jahren mitmachte und als Unterrabbiner „zureichende Befriedigung geleistet". Das Schächten wurde ihm aber untersagt. Die Ablegung der Prüfung geschah durch Zwang der Regierung. Fortbildungskurse des Jüdischen Lehrervereins für Bayern vom 20. bis 23. Juli ds. Js. in der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, Sandbergerstraße 1. Wie wir bereits in der letzten Nummer der Bayer. Israelit. Gemeindezeitung vom 1. Juli ds. Js. bekanntgegeben haben, veranstalten wir mit Unterstützung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und des Verbandes Bayer. Israel. Gemeinden zu der angegebenen Zeit einen Fortbildungskurs für jüdische Lehrer. Es sind folgende Referate vorgesehen: 1. Bildungsziel und Bildungsgüter der jüd. Volksschule. 2. Einbau des jüd. Bildungsgutes in den allgemeinen Lehrplan. 3. Fragen des Geschichtsunterrichtes. 4. Aus dem Deutschunterricht der Oberstufe. 5. Der Ausbau der jüd. Volksschule. 6. Die ungeteilte Volksschule. 7. Film und Lichtbild in der Schule. 8. Singen und Gesangunterricht in der jüd. Schule. Außerdem wird eine tägliche „Lernstunde" unter Leitung des Seminarrabbiners abgehalten. In Verbindung mit dem Fortbildungskurs findet daran anschließend ein besonderer Umschulungskurs statt. Wir laden ferner unsere Kollegen zu der am 19. Juli ds. Js. nachmittags 4 Uhr im Gebäude der Lehrerbildungsanstalt Würzburg stattfindenden 53. Mitgliederversammlung unseres Vereines ein: Tagesordnung: 1 Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden. 2. Kassenbericht. 3. Festsetzung des Jahresbeitrages. 4. Wünsche und Anträge. München, den 10. Juli 1936. M. R o s e n f e 1 d. M. A d 1 e r. Fragen zum Geschichtsunterricht an der jüdischen Volksschule Anmerkung der Schriitleitung: Der neue Lehrplan für den Geschichtsunterricht enthält auch bedeutsame Hinweise über Gestaltung und Auswahl des Stoffes. Auch an uns jüdische Lehrer treten hier neue Probleme heran. Wir bitten die Kollegen, die folgende Arbeit gründlich zu überdenken. Unser Fortbildungskurs bringt ja im Thema „Probleme des Geschichtsunterrichtes an jüdischen Schulen" günstige Gelegenheit zu eingehender Aussprache. Seit etwa 30 Jahren steht der Geschichtsunterricht im Mittelpunkt des methodischen Interesses. Der Anstoß zu seiner Neubelebung kam zunächst nicht von der Schule. Probleme der Forschung wie etwa die Frage nach den Triebkräften des geschichtlichen Lebens (ob Einzelpersönlichkeit oder Masse, ob geistige oder materielle Kräfte, ob kriegerische Verwicklungen oder kulturelle Entwicklungen) erschütterten das festgefügte System des Geschichtsunterrichts, brachten aber zugleich neues Leben in die Schule. Man nahm die Ergebnisse aus den verschiedensten Gebieten der Geschichte (Kulturgeschichte, Soziologie, Kunstgeschichte usw.) in den Geschichtsstoff auf und fand neue Methoden der Veranschaulichung. Doch die Fülle neuen Stoffes war bald zu groß, als daß sie in den wenigen, der Geschichte eingeräumten Stunden bewältigt wer- SChf Gibll)3SCllin6lt neu u. gebraucht Bürobedarf Büromöbel A. BRUCK, Sonnenstr. 12, Inh. R. Lewin. Tel. 10786

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.