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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-07-15 · 14 (15.7.1936) · p. Seite 314

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
14 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
Seite 314 (sequence 8)
Language
German
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314 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE . Ausstellung Münchener jüdischer Künstler Die bereits in Berlin und Nürnberg gezeigten Werke Münchener jüdischer Künstler sind Vom Sonntag, den 26. Juli bis Sonntag, den 9. August auch in München ausgestellt. Ausstellungsort: Bibliotheksaal der Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1. Öffnungszeiten: 9—13 Uhr und 15—18 Uhr. Eintritt unentgeltlich; Zutritt nur gegen Vor weis der Mitgliedkarte des Jüdischen Kulturbundes. Gemeinde-Bibliothek Die Bibliothek bleibt wegen der Ausstellung Münchener jüdischer Künstler vom 26. Juli bis 20. August geschlossen. Ab Montag, den 24. August, bleiben die Ausleihstunden bis auf weiteres wie bisher: Montag und Donnerstag von 17/^ bis 19 Uhr. Geheimer Justizrat Dr. Heinrich Frankenburger 80 Jahre Bei der letzten Tagung des Verbandes bayer. isr. Gemeinden, worüber in diesen Blättern besonders berichtet ist, konnte der Präsident, Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, einer um Verband und um die Kultusgemeinde München hochverdienten Persönlichkeit, Herrn Geheimrat Frankenburger, zum 80. Geburtstag die Glückwünsche der bayerischen Judenheit aussprechen. Frankenburgers Lebensgang, seine Leistungen auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft und der juristischen Praxis lassen einen nicht einmal allzu seltenen Typus aus der vergangenen Epoche erkennen, die ihren Geschichtsschreiber noch nicht gefunden hat. Die wissenschaftliche Laufbahn dieses Mannes, sein Wirken als berühmter Anwalt und Hochschuldozent, besonders auch seine Tätigkeit als Verteidiger beim Militärgerichtshof des 1. Bayerischen Armeekorps, seine anerkannte Autorität in allen Fragen des Handelsrechts sind nicht vergessen. Sie mögen aber in diesen Blättern zurückstehen gegenüber der vorbildlichen Haltung des Jubilars als Jude, der aufrecht und ungetarnt jeder Zeit sich der jüdischen öffentlichen Angelegenheiten mit Sachkunde und Hingabe annahm. Von Beginn des Jahrhunderts gehörte Frankenburger über 20 Jahre zu den tätigsten Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und Mitarbeitern im Aufgabenkreis des Verbandes. Vor 20 Jahren hatte Geheimrat Frankenburger den Verlust seines hochbegabten Sohnes, Dr. Ernst Frankenburger, der vor Veidun den Heldentod starb, zu beklagen; sein überlebender Sohn, der bekannte Dirigent und Komponist Paul Frankenburger, der zwei Jahre an der vordersten Front stand, wirkt jetzt in Tel-Aviv. Die Bahn, auf der Frankenburger unentwegt und unbeirrt bis heute fortgeschritten ist, seine Lebensarbeit wie die ganze Persönlichkeit sprechen für sich selbst und bedürfen keiner lauten Akklamation. Die innigsten Wünsche der Judenheit in Bayern und Deutschland seien dem aufrecht schreitenden Achtzigjährigen auch von dieser Stelle aus dargebracht. 70. Geburtstag von Sanitätsrat Dr. Max Cohn Sanitätsrat Dr. Max Cohn feiert am 19. Juli seinen 70. Geburtstag. Geboren in Treptow an der Tollense, ließ er sich im Jahre 1892 im Westend Münchens nieder und gewann großes Ansehen als Arzt und Geburtshelfer. In der ärztlichen Standesorganisation war er viele Jahre hindurch unermüdlich und aufopfernd tätig. Sein gütiges und abgeklärtes Wesen, sein kluger Rat wird von allen geschätzt, die ihm näher traten. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre zu wirken! Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden Der Rat, der Ständige Ausschuß der Tagung und der Finanzausschuß des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden traten am 28. und 29. Juni in München zu Beratungen zusammen, die unter dem Vorsitz des Ratspräsidenten Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer standen. Die Tagung wurde durch einen eingehenden allgemeinen Bericht des Vorsitzenden eröffnet, der zunächst einige personelle Veränderungen bekannt gab. In den Rat des Verbandes traten ein: Für Geheimrat Werner Rechtsanwalt Dr. Morgenroth (Bamberg), für Herrn Ullmann (Kitzingen) Herr Stefan Künstler (Straubing). Herr Bezirksrabbiner Dr.Weinberg (Regensburg) trat nach langer segensreicher Tätigkeit in den Ruhestand. Die vereinigten Rabbinatsbezirke Regensburg und Bayreuth wurden Herrn Rabbiner Dr. Salomon (Bayreuth) mit dem Sitz in Regensburg übertragen. Der Vorsitzende gedachte weiter der Ehrentage verdienter Mitglieder des Rats. Er gab der herzlichen Teilnahme an den Ereignissen in Palästina Ausdruck und wandte sich in seinen Ausführungen alsdann der Entwicklung der Finanzlage, des allgemeinen und des Sozialetats, der Volks-, Fortbildungs- und Mittelschulfrage und der ständig anwachsenden Wohlfahrtsarbeit zu, welche die Anstellung einer weiteren Fürsorgerin erfordere. Besonders die Ausführungen über die Schulfrage fanden das lebhafte Interesse der Versammlung. Bei den öffentlichen Volksschulen werden eigene Klassen für jüdische Schüler gebidet, soweit an den betreffenden Orten nicht schon jüdische Schulen bestehen. An den Mittelschulen ist eine Änderung nicht eingetreten. DieWinterhilfe habe gute Ergebnisse gezeitigt, desgleichen die Sammlungen für Palästinawerk und Hilfsverein, nicht auch für die Notgemeinschaft jüdischer Wissenschaft, die bisher führend in der jüdischen Welt gewesen sei und der eine bessere Unterstützung zu wünschen wäre. Der Vorsitzende begrüßte weiter die Tätigkeit der von der Mittelstelle für Erwachsenenbildung (Frankfurt) und den Jugendorganisationen mit Beihilfe der Geineinden veranstalteten Jugendführerschulungskurse und die Begründung des Auswandererlehrgutes in Großbreesen in Schlesien, das in Ergänzung des Palästinawerkes der Auswanderung in andere Länder diene. Er gab unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung dem lebhaften Bedauern Ausdruck, daß es nicht gelungen sei, die überparteilichen, gesamtjüdischen Turn- und Sportvereine in Bayern zu erhalten. Der Vorsitzende berichtete alsdann über die umfangreiche Arbeit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, die aber auch erhebliche Leistungen der Landesverbände und Gemeinden erfordere, und über die harmonische Zusammenarbeit mit den süddeutschen Verbänden. Er rief unter lautem Beifall der Versammlung dazu auf, unsere Kräfte zusammenzufassen, Schule und Lehrhaus als die Grundpfeiler des Judentums - zu erhalten und die Wege unserer Jugend zu ebnen, welche die letzte Antwort auf die Fragen der Zeit zu geben habe. Kommerzienrat Ludwig Rosen.zweig (Nürnberg), der Schatzmeister des Verbandes, kennzeichnete in seinem anschließenden umfassenden und lebendigen Referat den Haushaltplan 1936/37 und die Jahresrechnung 1935/36. Es ist nach seinen Ausführungen gelungen, alle vordringlichen Bedürfnisse, soweit dies bei der gebotenen äußersten Sparsamkeit möglich ist, zu befriedigen und den zahlreichen Anträgen, soweit dies nur angängig war, zu entsprechen. Der Etat, den die Verbandskörperschaften nach längerer Aussprache mit wenigen Ergänzungen einstimmig annahmen, wurde auf-Wunsch des Verbandspräsidenten noch erweitert durch die Bewilligung von je 1000 RM. für den Keren Hajessod und den Hilfsverein, von 300 RM. für die Notgemeinschaft jüdischer Wissenschaft und 200 RM. für den Keren Hajischuw. An der Aussprache beteiligten sich insbesondere die Herren Justizrat Dr. Strauß (Augsburg), Rechtsanwalt Dr. Oettinger (Regensburg), Kommerzienrat Dietenhöfer (Nürnberg), Justizrat Dr. Erlanger (Nürnberg), Dr. Bamberger (Nürnberg), Dr. Sinauer (Nürnberg), Lichtenauer (München) sowie Rabbiner Dr. Hanover (Würzburg), Direktor Stoll (Würzburg), und Justizrat Dr. Rosenthal (Würzburg). Hierbei wurde namentlich die Not der Kleingemeinden hervor-

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