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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-06-01 · 11 (1.6.1936) · p. Seite 255

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
11 (1.6.1936)
Date
1936-06-01
Page
Seite 255 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 255 Aus dem Reiche Kantoren-Schule Im Anschluß an die neu eröffnete Jüdische private Musikschule Holländer, Berlin-Charlottenburg 4, Sybelstr. 9, worüber wir jüngst berichteten, ist ein B e t h - H a c h a s a n i m eingerichtet worden. Es ist notwendig, für einen geeigneten, durchgebildeten Chasanim-Nachwuchs an hauptamtlichen Chasanim zu sorgen. Vor allem muß dabei Wert darauf gelegt werden, dem Chasan ein allgemeines jüdisches Wissen verbunden mit gründlichstem Studium des Chasanuth zu geben. Er. muß schließlich imstande sein, einen beliebigen hebräischen Text sinn- und stilgemäß traditionell vorzutragen. Neben der hauptfachlichen Vorbildung muß eine gründliche allgemeine musikalische Schulung durch Gehörbildung, Musiktheorie und Musikwissenschaft erfolgen, ebenso soll Instrumentalspiel gepflegt und in besonderen Fällen Sprach- und Rezitationsunterricht erteilt werden. Unterrichtsfächer: A) Die Herren: Oberkantor Leo Ahlbeck und Jakob Dymont lesen: 1. Nussach ha t'fillah, seine Bedeutung und Anwendung beim Sagen und Rezitieren. 2. Synagogale Stilistik — Stillehre für synagogalen Gesang und Vortrag. 3. Traditionelles Chasanuth in Form und Ausdruck. 4. Die Kunst der Improvisation zur Ausgestaltung der Andacht. 5. Praktisches gottesdienstliches Vorbeten an Hand synago- •. galer Kompositionen. 6. Kriath hathora, Megilloth, Haftara. B) Herr Dr. Aron Ohrenstein liest: 1. Einführung in den hebräischen Gottesdienst. 2. Bibelkunde. 3. Ausgewählte Texte aus dem kantoralen Gebiet. C) Die rein musikalischen Fächer werden von den entsprechenden Fachlehrern der Musikschule gelehrt. Jüdische private Musikschule Holländer Leiterin: Susanne Landsberg, geb. Holländer. Leitung des Beth-Hachasanim: Dr. Oskar Guttmann. Jüdischer Turnuml Sportverein München e.V.(Jtus), Geschäftsstelle Plinganserstr.76, Tel. 72699 1. Bericht über die Mitgliederversammlung vom 13.5. 1936: In dieser Mitgliederversammlung, an welcher wegen vorzeitiger Überfüllung des Saales eine große Zahl von Mitgliedern nicht mehr teilnehmen konnte, erstatteten der erste Vorsitzende Pick und der Kassenwart-Hechinger einen ausführlichen Geschäfts- und Kassenbericht. Der Gesamtvorstandschaft wurde Entlastung mit Worten des Dankes erteilt. Zum Hauptpunkt der Tagesordnung, ob der Verein in seiner bisherigen überparteilichen Form erhalten, oder ob ein Anschluß des Vereins an einen der beiden den Reichsausschuß bildenden Verbände erfolgen soll, sprachen die Herren Dr. Friedenthal vom Makkabi Berlin und Dr. Gidion vom R.J.F. Berlin und die beiden Vorsitzenden des Münchener Vereins, Dr. Bretzfelder und Pick. In vorgerückter Stunde fand namentliche und geheime Abstimmung statt:,Von 472 Abstimmungsberechtigten entschieden sich 314 für die Erhaltung des Verein sin seiner bisherigen überparteilichen Form, während 158 für den Anschluß des Vereins an einen der beiden den Reichsausschuß bildenden Verbände ihre Stimmen abgaben. Damit hat sich eine überwältigende Mehrheit für die Erhaltung des jtus in seiner bisherigen Form entschieden. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden abgesetzt, da sie ja nur die dem Verein weiter angehörenden Mitglieder berühren. Bayerstr. 1 trumpfladen amStachus gegenüber Imperialtheater Max Soho«n«mann Filialen: Hohenzollernstrasse, Ecke Wilhelmstr. Schwanthaler* Strasse I33 2. Aufruf: Mitglieder des Vereins! Sportkameraden! Sportfreunde! Laßt uns bei Beginn dieses neuen Vereinsabschnittes alles Trennende vergessen, alles Hemmende beiseite stellen! Stellt Euch mit uns über die Parteien — seid im edelsten Sinne des Wortes überparteilich — kein Hader und Zwist denen gegenüber, die durch ihre jüdisch-parteimäßige Bindung glaubten, ihre oft seit Gründung des Vereins bewiesene Treue nicht länger aufrecht erhalten zu können. Werdet aus Vereinsmitgliedern Mitarbeiter! Seid Euch der Forderung des Begriffs Sportler — jüdische Sportler — mehr als je bewußt! Nicht die Mitgliedskartei sei das einigende Band, sondern die Freundschaft zwischen jüngsten und ältesten Aktiven, zwischen Inaktiven und Förderern, zwischen unseren Abteilungen, ohne Ansehen der Person, nur unter Wertung der Leistungen. Schließt die Reihen, fester, freudiger, verantwortungsbewußter denn je. i. A.: Dr. B r e t z f e l d e r. 3. Bekanntmachung: Das Präsidium des Makkabi-Kreises Berlin hat durch sein Mitglied Dr. Friedenthal einen Makkabi-Verein in München gründen lassen, dem sich bereits Mitglieder des Itus München angeschlossen haben. Der Jüd. Turnu. Sportverein bedauert diese Absplitterung; er hält es aber bei der gegebenen Sachlage für erforderlich, daß diejenigen seiner Mitglieder, welche dem Itus nicht mehr angehören wollen, ihre schriftliche Austrittserklärung sofort an die Geschäftsstelle des Itus einreichen. Ab 1. Juni stehen die sämtlichen Einrichtungen des Itus nur seinen bei ihm verbleibenden Mitgliedern zur Verfügung, bis eine Abmachung MARX Mittag- und Abendtisch SchQtzenstraße 6/11 Tel. 529 44 Eingang Luitpoldstraße 1 Min. v. HauptDahnh. Behagl., angenehme Räume. Allererste gepflegte Küche. Moderne Damentaschen Kotier in jeder Ausführung Aparte Geschenkartikel nirgends preiswerter als bei Lederwaren-Klau Bayerstraße 13 Tel. 54842 GERSTLE & LOFFLER G.M.B.H. München, Weinstr. 3 Gegründet 1877 Das bekannte Haus für Mode und Wäsche (^i^Cxf^^oUiMuL. fzjbiJlJLt. tLn^ouc^Jb. J^in^c<^yi^L.j^. t*-du*c-

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