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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-05-15 · 10 (15.5.1936) · p. Seite 227

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
10 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
Seite 227 (sequence 9)
Language
German
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\ Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 227 massagen) gegeben ist. Bei genügender Nachfrage auch Montag und Mittwoch nach dem Abendturnen. Näheres bei Gusti Cahnmann, Sofie-Stehle-Straße 12; Fernsprecher 60110. HOCKEY-WETTSPIEL Sonntag, den 17. Mai, vormittags 10 Uhr spielen die Damen- und Herren-Hockeymannschaften des RJF. Mannheim gegen unsere Mannschaften auf dem Sportplatz an der Marbachstr. Erscheint zahlreich zu diesem interessanten Treffen. HANDBALLWETTSPIEL Am Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr findet auf dem Platze an der Marbachstraße ein Wettspiel zwischen den II. Mannschaften vom RJF.-Stuttgart und des hiesigen Vereins statt. Mitglieder und Freunde unseres Vereins! Besuchet unsere Wettspiele. UNSER PFINGSTPROGRAMM Der Verein veranstaltet an beiden Pfingstfeiertagen in Form eines großen Turniers Wettspiele unter Beteiligung auswärtiger Mannschaften aus Frankfurt, Wiesbaden, Karlsruhe und Augsburg. Sie sehen Handball der Damen und Herren, Fußball und leichtathletische Konkurrenzen. Reserviert die beiden Feiertage unserem Verein, verbringt, sie auf unserem Sportplatz. Bücherschau Jules Romains: „Die guten Willens sind". Der dritte Roman: „Junge Liebe" (Ernst Rowohlt, Berlin). Romains bewahrt in dem dritten, kürzlich erschienenen Roman „Junge Liebe" die kühne Linie seiner Dichtung. Der Band erhält seinen Namen von der sehr schlicht und sehr zart erzählten Geschichte der Jugendliebe des Pariser Studenten Jallez, der Geschichte zweier Großstadtkinder, die trotz den äußeren Hindernissen die innige Beziehung zueinander über die Jahre hinweg sich zu bewahren wissen — bis die Bindung roh und sinnlos zerrissen wird. Jallez' Bericht, unterbrochen von anderen Ereignissen des Buches, ist an seinen Mitschüler an der Ecole Normale Jerphanion, einen Jüngling aus der Provinz, gerichtet. Gleich eingangs stellt Romains diese beiden jungen Menschen — den Pariser und den bäuerlichen, naturverbundenen „Zugewanderten" — gegeneinander: ein wichtiger Baustein für das Werk; denn wie anders, das sehen wir in dieser Dichtung immer wieder bestätigt, ist der Pariser als der, welcher außerhalb der Metropole das Licht der Welt erblickt hat! Quinette, der Buchbinder, ist nach seinem Verbrechen ein anderer Mensch geworden. Der „negative Detektiv" beseitigt in seiner Wohnung die Habseligkeiten des ermordeten Leheudry, um alle Spuren zu tilgen. Dabei kommt er, durch Zufall, auf eine andere Spur: er erhält Kenntnis von der Existenz eines Anarchistenzirkels und macht die Bekanntschaft Loys Estrachards, eines Mitglieds dieses Zirkels. Quinette greift die Verbindung auf (er hat offenbar an „dunklen Affären" Geschmack gefunden) und bietet gleichzeitig der Polizei in der gleichen Angelegenheit seine Dienste an. Was mag wohl noch alles aus diesem fragwürdigen Kleinbürger Quinette im Verlaufe von Romains1 Dichtung werden! Der Abgeordnete Gurau wird von den Petroleummagnaten „eingefangen". Große Vorteile sind ihm von dieser hochmögenden Seite gewiß. Aber er ist ein ehrlicher, geradedenkender Mensch und fühlt sich nicht wohl dabei. Er sucht bei Jaures Rat. Das Gespräch zwischen diesen beiden Männern bildet ein Kernstück des dritten Romans. Daneben erhalten wir die Vermögens- und Familiengeschichte der Papouls und der de Champcenais', verfolgen den für 1908' sehr bezeichnenden Disput zwischen den Pariser Kutschern und Chauffeuren, bekommen Einblick in das „Seitenleben" einer unbefriedigten, aber furchtsamen Dame der Pariser Gesellschaft und lernen schließlich noch den Literaten George Allory kennen, mit dem es seine eigene Bewandtnis hat. Sein richtiger Name lautet Abraham David. „Die Leute, die ihn zu der Zeit gekannt hatten, als er noch seinen Vaternamen führte, Alles Wissenswerte über Juden, Judentum, Judennot Sie ist seit vierzig Jahren das Sprachrohr der zionistischen Bewegung in Deutschland. In Krisenzeiten fand sie Worte, die Tausenden Stütze und Aufrichtung waren. Sie allein hat den konstruktiven Ausweg aus der Not der Zeit gezeigt. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU ist das einzige jüdische Blatt in Deutschland, das zweimal wöchentlich — Dienstag und Freitag — erscheint. Einige Probs - Exemplare erhalten Sie auf Wunsch gratis. Bestellungen durch jede Postanstalt oder direkt durch die Vertriebs-Abteilung der Judischen Rundschau, Berlin W 15, Meinekestraße 10 Telefon: J 1 (Bismarck) 9031. Postscheckkonto: Berlin 17392. oder diesen in irgendeinem Jahrbuch fanden, versäumten nicht, den andern zu enthüllen, daß er Jude sei. Während der Dreyfus-Affäre hatte er mehr als einmal darunter zu leiden. Er beteuerte seine christliche Abstammung. Das führte nur dazu, daß man ihn für einen Juden hielt, der sich schämte, es zu sein; und das war niemand sympathisch. „In Wirklichkeit", fährt Romains dann fort, „waren die Davids eine alte protestantische Familie, die seit einem Jahrhundert im Departement der unteren Ardeche saß." Ich führe diesen kurzen Passus aus dem Buche nur an, um daran zu erinnern, daß die Frage der Abstamung auch zu Anfang useres Jahrhunderts, und selbst in dem liberalen Frankreich von Belang war. Was aus diesem Bande, wie aus den beiden ersten, an dieser Stelle gewürdigten, zu uns spricht, ist immer wieder das Leben selbst. Der Verlag kündigt bereits den vierten Roman „Eros von Paris" an; wir sehen seinem Erscheinen mit Spannung entgegen. Manfred Sturmann. Die Lage der Juden in Rußland von der Märzrevolution 1917 bis zur Gegenwart. Von Abraham Heller. Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums Nr. 39. 8°. XII, 128 Seiten. Breslau (M. & H. Marcus) 1935. Zur Vorbereitung einer aus den bekannten Gründen besonders schweren Orientierug über die Lage der Juden in Rußland sind die Überblicke über USSR bei Mark Wischnitzer, Schrei bifiBsehinen neu u. gebraucht BUrobedarf Büromöbel A. BRUCK, Sonitenstr. 12, Inh. R. Lewin. Tel. 10786

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