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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-05-15 · 10 (15.5.1936) · p. Seite 225

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
10 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
Seite 225 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 225 anstaltungen und der Programme möglich sei, daß aber auch mit stärkstem Nachdruck von allen Kreisen der Gemeinde die Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem Kulturbund und seinen Aufgaben verlangt werden müßte. Zionistische Ortsgruppe. Am 20. April referierte Herr Fritz Stein über den gegenwärtigen Stand des Aufbaues in Erez Israel. Am 27. April fand ein Trauerakt für die Opfer in Palästina statt. Hernach sprach Dr. Hans Capell (Nürnberg) zur gegenwärtigen Lage. Ablösungen zugunsten der Israelitischen Zentralwohltätigkeitskasse. Herr Fritz Löbl dankt für die Glückwünsche anläßlich einer Familienfeier. — Herr Max Wiesenfelder dankt für die Beileidsbezeugungen anläßlich des Hinscheidens seines sei. Vaters."— Frau Betty Fried dankt für die Beileidsbezeugungen anläßlich des Ablebens ihres Bruders, Herrn Theodor Bachmann s. A. — Familien Rosalie Rosenfelder, Robert Löbl, Fritz Grausman danken für die Beileidsbezeugungen anlaßlich des Ablebens des Herrn Max Rosenfelder. — Herr Robert Löbl mit Familie dankt für die Glückwünsche anläßlich der Barmizwah seines Sohnes Herbert. Aus der Gemeinde Bayreuth Veränderung des Rabbinais Dem Zuge der Zeit folgend hat nun auch das seit mehr als 100 Jahren bestandene Stadtrabbinat Bayreuth infolge der durch die Verhältnisse herbeigeführten geschwächten Leistungsfähigkeit der Gemeinde Bayreuth zu bestehen aufgehört. Das Rabbinat hat sich mit dem ebenfalls erst seit einigen Jahren als einheitliches Bezirksrabbinat bestandenen Rabbinate Regensburg—Neumarkt i. 0. zu einem neuen Bezirksrabbinate verschmolzen. Herr Rabbiner Dr. F. S a 1 o m o n hat als neugewählter Rabbiner des erweiterten Bezirkes seinen Wohnsitz nach Regensburg verlegt. 24 Jahre lang hatte er in gesegneter Tätigkeit in seiner bisherigen Gemeinde gewirkt, in der er sich in jeder Weise, auch durch enge persönliche und seelsorgerische Fühlungnahme mit den Gemeindemitgliedern und als von seinen Schülern sehr verehrter Lehrer, bewährt hatte. Die Gemeinde, zu der er übrigens auch von Regensburg aus zukünftig in näherer Fühlung bleiben soll, sah ihn mit allseitigem lebhaftem Bedauern scheiden. Ihre besten Wünsche begleiten ihn in seinen neuen erweiterten Wirkungskreis. Aus dem Reiche Forschungsabteilung „Geschichte des Judentums" beim Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland . Im Deutschlandsender verbreitete sich am 29. April Dr. Wilhelm Grau über die beim Reichsinstitut für Geschichte des Neuen Deutschland begründete Forschungsabteilung zur Judenfrage: „Seit jenen Tagen, da das jüdische Volk über die ganze Welt hin zersprengt worden ist, seit mehr denn 2000 Jahren also, gibt es das, was wir Judenfrage nennen. Wir verstehen darunter die mit Spannungen aller Art geladene Begegnung der nichtjüdischen Völker mit jenen eigenartigen, heimat- und staatenlosen Fremdlingen, die, obwohl zerstreut umherirrend, doch dem Blute und dem Geiste nach, eine in sich geschlossene Gruppe geblieben sind. Der Mut zum Erkerinen der Judenfrage in der Geschichte hat aber lange Zeit gefehlt. Und nicht nur der Mut, auch der Wille. Man wünschte voraussetzungslose Wissenschaft und machte die geschichtswidrige Voraussetzung, daß es kein"jüdisches Problem gebe. Man beschwor das Rankesche Erkenntnisideal; alles Geschehene nur so darzustellen, wie es wirklich geschehen sei, und man stellte, wenn es um den Juden in der Geschichte ging, nichts dar. Die liberale Leugnung des Judenproblems hat das wissenschaftliche Forschungsbemühen um die Geschichte der. Judenfrage aufs schwerste beeinträchtigt, sie hat sich auch " sogar an der Freiheit der geschichtlichen Erkenntnis vergangen. Daß die Judenfrage auch im Kampf des Tages steht, ist für echte Wissenschaft kein Grund, ihrer Erforschung aus dem Sommerliche Kombination: Straffalaine, das ideale Sakko aus reinwollenem Trikot. Jgfi Elastisch - porös - knitterfrei! ™fr I Flanell - Hose, Hausmarke Z 888, die zuverlässige, reinwol- *| Q50 lene Sommerhose, 8 Farben I jr BAMBERG ER* HERTZ Die "zuverlässigen Kleiderfach leute Weg zu gehen. Ganz im Gegenteil. Dem nationalsozialistischen Lösungsversuch der Judenfrage kommt dieselbe europäische und universale Weltbedeutung zu, wie einst der geistigen Entscheidung zur Emanzipation der Juden im liberalen Berlin des späten 18. Jahrhunderts. Nichts kann die Welt diese universale Gültigkeit der deutschen Judengesetzgebung mehr einsehen lehren, als das geschichtliche Sehen des jüdischen Problems. Wenn wir von der Wissenschaft her dieses politische Bekenntnis aussprechen, so deshalb, weil das heutige politische Bekenntnis des deutschen Volkes durch die Geschichte selbst bestätigt und bezeugt ist. Wir haben uns daher kein geringeres Ziel gesteckt, als in München die größte europäische Bibliothek zum Judenproblem zu begründen und wir wünschen, dem deutschen Volk und der Welt recht bald mitteilen zu können, daß diese führende kontinentale Fachbibliothek errichtet ist. Neben dieser bibliothekarischen Arbeit, die der Wissenschaft und dem täglichen Leben in gleicher Weise von Nutzen sein wird, steht die notwendige Aufgäbe, alles wichtige archivalische Material, sei es in Staats- oder Privatarchiven, zu registrieren, wenn nötig, zu sammeln. Wir richten dabei unser besonderes Augenmerk auf die bedeutsamen politischen Akten des 19. und 20. Jahrhundert, die den staatlichen Behörden und ihren Archiven entzogen, bzw. vorenthalten worden sind. Wir fragen danach, wann das Haus Rothschild in der Lage ist, seine Archivbestände, die seit über 150 Jahren in festverschlossenen Truhen schlummern, der Forschung zugänglich zu machen. Alle großen Staaten und Mächte Europas und der Welt haben nicht solange wie diese jüdische Finanzmacht das Geheimnis ihrer Archive gehütet, und den Völkern hat solche rechtzeitige Öffnung der Archive immer noch zum Segen gereicht. Diese Bibliotheks- und Archivarbeit wird von einem Referenienstab getragen, den führende deutsche Fachgelehrte bilden werden. Die Referate .sind fachlich aufgeteilt in folgende Gebiete: Staatsgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Rechtsgeschich- Dorch □□QBSOEEMII RESS C Vertretung t Reisebüro Carl Bierschenk Nacbf. Karlsplatz 3 Telephon 13377 Reisen nach PALÄSTINA BAHNFAHRT: München.-Trlest- München RM. 48.90 SCHIFFS REISES Triest-Haif a- Tries t RM. 123.20 also Gesamtpreis der Reise rm. 172.10 Vlsenbesorgang . Kreditbriefe . Hotelgatschelne Sämtliche Karten zn ORIGINALPREISEN

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