Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 9 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 210 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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210 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 Mildem Landsxbnlhelm Florenz: Ferien an Her italienischen ßiviera 1. VII.bis30. IX. in Forte dei Marmi, br. Sandstrand* n. Gebirge, Pinienwälder, Wohngelegenh.f. Eltern im Ort Tagespreis für Ferienkinder 4,75 RM. inkl. wahlfreiem Unterricht und Sprachkursen Auskunft durch das Landschulheim Florenz, Plan del Giullari, Villa Pazzi Büdiersdiau Hebräisches Wörterbuch zu Jesaja. Von D. Dr. Johannes Hempel Prof. a. d. Universität Göttingen. 2., vielfach ergänzte Auflage. Verlag v. Alfred Töpelmann in Berlin, 1936 (Einzelwörterbücher zum Alten Testament unter Mitarbeit namhafter christl. Gelehrter, herausgeg. v. Prof. Baumgärtel; 2. Heft). VII, 58 Seiten; Preis RM. 2.—. Auf diese „Einzelwörterbücher zum Alten Testament" möchten wir hier mit besonderem Nachdruck hinweisen. Besonders das Hempel'sche Wörterbuch ist geradezu der Schlüssel für ein exaktes Jesaja-Studium. . Wer. bei sonst guten hebräischen Sprachkenntnissen vor solchen streng gelehrten Hilfsmtiteln wegen des „Apparates" (Abkürzungen und Literaturangaben) zurückschreckt, der überwinde gerade im Falle Hempel seine Widerstände. Man gewöhnt sich bald an die Benützung und erfährt eine außerordentliche Bereicherung durch dieses unscheinbare, inhaltlich aber große Kommentare und Ubersetzungen ersetzende Wörterbuch; es handelt sich in der Tat um eine wissenschaftliche Musterleistung! F. Brasilien. Seine Bedeutung für Auswanderer, Exporteure und Kapitalisten. Dreißigjährige, bis zur Gegenwart reichende Erfahrungen von Karl Schueler. Preis RM. 2.50. Verlag C. Regenhardt A.-G., Berlin, Johannisstr. 20/21. Als Auswanderungsziel oder Exportmarkt besitzt Brasilien für weite Kreise den Ruf, unter allen sonstigen Ländern die besten Aussichten zu bieten. Sie sind aber in Wirklichkeit recht unterschiedlich, und es kann jedem, der dahin auswandern oder« Geschäfte anknüpfen will, nur geraten werden, sich vorher recht genau nach allen Seiten hin darüber zu unterrichten. Diese Möglichkeit gewährt in ganz vorzüglicher Weise das Werk von Karl Schueler. Obwohl es schon 10 Jahre alt ist, bleibt der Inhalt für die Aussichten einer Auswanderung auch heute zutreffend. Aus der Erfahrung eines dreißigjährigen Aufenthaltes im Lande selbst schöpfend, behandelt der Verfasser mit größter Ausführlichkeit die Aussichten für alle nur denkbaren männlichen und weiblichen Berufe; er schildert die wirtschaftlichen, politischen und klimatischen Verhältnisse des Landes, gibt erschöpfende Winke für Auswanderer über die Ausreise und die Ankunft und weist auf die Gefahren hin, die dem Unerfahrenen drohen. Jeder Leser gewinnt aus dem Buche ein anschauliches Bild über Land und Leute und kann — ein besonderer Vorzug des Buches — mittels eines beigegebenen Gutscheins den Verfasser für besondere Auskünfte und Ratschläge in Anspruch nehmen. Moritz Zobel, Das Jahr des Juden in Brauch und Liturgie. Schocken-Bücherei Nr. 55/56. In Leinen gebunden RM. 2.50. Berlin 1936. Es dürfte kaum einen anderen Menschenkreis geben, dessen innerer Lebensrhythmus so wesentlich durch den Ablauf des Jahres, seiner Zeitabschnitte und Festperioden bestimmt ist, wie dies für die jüdische Gemeinschaft gilt. Hier hat „alles seine Frist, einen Zeitpunkt jegliches Anliegen". Die seelischen und Und jetzt? Besichtigen -Sie bitte unverbindlich unsere Frühjahrs-Neuheiten Kleider, Sport-Kostüme, Trachten-Kostüme, Gabardine-Mäntel, Complets, Blusen, Strickwaren LEO OPPENHEIMER, MÜNCHEN Fachgeschäft für Damenbekleidung Dachauerstraße 9 (neben Cafe' Rheinland) leiblichen Triebkräfte des traditionsverbunden.en jüdischen Menschen sind mit festen zeitlichen Schranken umschlossen, alle Manifestationen jüdischen Wesens in die Ordnung der Zeiten eingereiht. In ihrer Vielfalt, Gleichartigkeit und Gegensätzlichkeit kehren sie, dem/Wechsel der einzelnen Jahresabschnitte folgend," in stetem Gleichmaß wieder. Und alle Zeiträume gliedern sich auf ihre Höhepunkte zu: die Stunden des Tages auf die drei Gebetzeiten, die Woche auf den Sabbat, der Monat auf den Neumond, die Jahreszeiten auf die drei Wallfahrts- und Erntefeste, der gesamte Festkreis des Jahres auf den Versöhnungstag. Mit Recht bemerkt darum ein neuerer jüdischer Gelehrter, des Juden Katechismus sei sein Kalender. Die vorliegende Schrift unternimmt es, kompendienartig den lebendigen jüdischen Brauch der Gegenwart unter dem Aspekt des Jahresablaufs darzustellen. Neben den Bräuchen im engeren Sinne, also in bestimmten Landstrichen entstandenen oder von Einzlenen eingeführten; Sitten, haben auch die allgemein gültigen und allgemein geübten religiös-nationalen Lebensnormen der jüdischen Gesamtheit ihre eingehende Darstellung gefunden, namentlich soweit sie für die Gestaltung der Jahresabschnitte und der Festzeiten kennzeichnend sind. Für die Begriffsbestimmung sowie für die Begründung der einzelnen Bräuche und Satzungen ist nach Möglichkeit stets auf das in Talmud und Midrasch vorliegende älteste Quellenschrifttum zurückgegriffen worden. Wie das vor Jahresfrist erschienene, zu hoher Anerkennung gelangte Sabbatbuch („Der Sabbat", Bücherei des Schocken- Verlags Nr. 25/26) desselben Verfassers, zeichnet sich auch dieses Buch durch seine kundige Sicherheit, Schlichtheit und zuverlässige Treue aus. Jüdische Memoiren aus drei Jahrhunderten. Ausgewählt und mit einer Einleitung herausgegeben von Hans Bach. Schocken- Bücherei Nr. 52/53. In Leinen gebunden RM. 2.50. Berlin 1936. Memoiren und Briefe spielen für die Jüdische Geschichte der letzten Jahrhunderte eine andere Rolle als für die allgemeine: wenn sie für diese nur etwa Einzelheiten schärfer zeigen und kulturgeschichtlich reizvolle Lichter setzen, so eröffnen sie in der jüdischen Geschichte erst den Blick in eine Innenwelt, von der die Dokumente des äußeren Geschehens kaum etwas ahnen lassen. ' In dieser Auswahl sind nun Memoiren von Juden des deutschen Kulturkreises vereint, die vom 17. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. hineinreichen. Es sind das die drei. Jahrhunderte, in denen sich allmählich jene Wandlung vollzog, die schließlich zur Zertrümmerung des alten jüdischen Gemeindelebens und zu den sie begleitenden Assimilationsbestrebungen hinführte. In den älteren Stücken dieser Memoirensammlung kann man von der Aufsplitterung des jüdischen Gemeinschaftslebens allerdings no'ch wenig bemerken. Die Aufzeichnungen von Ascher Lewi aus Reichshofen (1598—1635), Glückel von Hameln (1646—1724), die den Anfang des Buches bilden, zeugen von. einem noch ungeteilten Dasein. Der aus der Mark stammende Petschaftstecher Aron Isak < 1730—1817), der als erster Jude nach Schweden kam und zum Begründer der Judensiedlung in Schweden überhaupt würde, zeigt schon einen anderen, die Grenzen sprengenden Typus, der sich in der folgenden Zeit verfeinert in intellektuellen Menschen immer häufiger wiederholt. In der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert sind es-meist künstlerische oder literarisch-wissenschaftlich tätige Menschen, deren persönliche Aufzeichnungen dem Band einverleibt werden konnten. Neben der Freundin Wilhelm von Humboldts Henriette Herz (1764—1847), dem aus dem Osten zugewanderten Philosophen Salomon Maimon (1754—1800), dem Maler Moritz Oppenheim (1800—1882) und dem Dichter Berthold Auerbach, der Sängerin und Schauspielergättin Therese Devrient (1803—1882), den Professoren