Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 9 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 195 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ifoycnfrifc Itacfp^ unöÖe0l3ßt60n6^^ayenftfjec3fcadjtifif)et(SßmdnÖm Erscheint am l. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, . Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteliahr, RM. 2.40 für das Jahr. Plinganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XII. Jahrgang München, 1. Mai 1936 Nummer 9 Inhalt: Dank der jüdischen. Winterhilfe 1935/36 — Felix A.Theilchen — Aus der Gemeinde Augsburg — Aus dem Reiche — habers „Geschichte der Juden" — Arabiens und Persiens neue Jüdischer Turn- und Sportverein — Bücherschau — Jüdischer Rolle — „Aus Tiefen rufe ich Dich" — Aus der Gemeinde Mün- Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München — Personalia Dank der jüdischen Winterhilfe 1935/36 Die jüdische Winterhilfe 1935/36 ist abgeschlossen. Die schwere Äufgabe, den Bedürftigen in der besonderen Not des Winters beizustehen, konnte erfüllt werden. Wenn es uns gelungen ist, allen Bedrängten wirklich zu helfen, so konnte dieser Erfolg nur durch die Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft aller Kreise unserer Gemeinde erzielt werden. Es ist uns deshalb ein besonderes Bedürfnis, allen Spendern und Helfern unseren aufrichtigen und herzlichsten Dank zu sagen. München, den 30. Äpril 1936. Israelitische Kultusgemeinde München Dr. Neumeyer In allen Gemeinden des Verbands gehen die Ärbeiten für die jüdische Winterhilfe in diesen Tagen zu Ende. Ungeachtet aller Schwierigkeiten und trotz der besonders in den kleineren Gemeinden herrschenden Not war es möglich, die erforderlichen Mittel für den Kampf gegen Hunger und Kälte aufzubringen. Mit Genugtuung dürfen wir bekennen, daß sich alle Glieder unserer Gemeinschaft ihrer Verantwortung vor der Größe des Hilfswerks bewußt waren. HUen Spendern und Helfern in Stadt und Land sei hierfür aufs herzlichste gedankt. München, den 30. Äpril 1936. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden Dr. Neumeyer Felix A.Theilhabers „Geschichte der Juden" In der letzten Zeit ist eine Literaturgattung entstanden, die man am besten als Mittelding zwischen Geschichtswissenschaft und historischem Roman bezeichnet. Der Nutzen dieser Art von Darstellung 'liegt auf der. Hand:. Mancher Leser wird dadurch' für die Betrachtung der Geschiehte gewonnen, der nie zu einem geschichtswissenschaf fliehen Werke (selbst von der Gestaltungskraft eines Mornrnsen oder Ranke) greifen würde. Aber auch ein Bedenken 'darf nicht unterdrückt werden: Genötigt, um jenen Zweck zu erreichen, den Gegenstand! der Darstellung — Personen und Ereignisse — auf das geistige . Auge . des;; geibildeten Durchschnittslesers einzustellen!, während doch das Umgekehrte..sachlich, geboten.wäre, unterliegt, der Autor -der Versuchung, das Große, das dlie Weltgeschichte bietet, zu verkleinern, das. Tiefe zu verflachen, das Heilige-zu profanieren, das Heroische durch die Säure der Ironie seiner Würde'zu entkleiden, kurz, alles auf das Begriffsinventar des „Bildunlgsphilisters" herabzusehen. Zur ganzen Literaturgattung ist daher ein hohes Maß der Fähriigöfleit zu künstlerischer Darstellung vonnöten, wenn .das Werk nicht zum Pamphlet ausarten soll. Aber das ist es eben: An die Stelle der natürlichen Wahrheit, die die Wissenschaft herauszuschälen bemüht ist, tritt die künstlerische Wahrheit, an die Stelle der Wissenschaft — Literatur. So kommt es, daß. wie jüngst von berufener Seite ausgeführt wurde, „die lebendäge Vorstellung geschichtlicher Persönlichkeiten (wir können hinzufügen/: Begebenheiten) für den Durchschnittsmenschen geprägt wird nicht durah Versenkung m historische Stadaien, sondern durch die Betrachtung dier Art, wie diese Persönlichkeiten in der künstlerüschen Darstellung wachgerufen werden". Daß Eelix A. Theilhaiber dSe Gabe idler künstlerischen Darstellung in hohem Maße .'besitzt, hat er schon früher gezeigt Sein chiliastischer Roman aus der Zeit Rembrandts und Spino-