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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-04-01 · 7 (1.4.1936) · p. Seite 145

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
7 (1.4.1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 145 (sequence 1)
Language
German
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iftayccifdje Jfracl tti fct)c ^cmcinöcjcitung Madfcid^enWatt^^ und tieg Atetfronfl** #aptffdfct Jfcochtif^ec (Btmefnflen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XII. Jahrgang München, 1. April 1936 Nummer 7 Inhalt: Zwei Haggadah-Handschriften im Germanischen Museum zu Nürnberg — Zum Problem Geschichtswissenschaft und Wahrheit — Zionistischer Gruppenverbandstag für Bayern — Geschichtliches aus der jüdischen Gemeinde Bechhofen nach unveröffentlichten Akten — Jüdische Geschichte aus den neuesten Geschichtswerken über die Anfänge des Christentums — Aus der Gemeinde München — Aus dem Verbände — Aus dem Reiche — Jüdischer Turnu. Sportverein — Jüd. Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München — Bücherschau — Personalia Zwei Haggadah-Handschriffen im Germanischen Museum zu Nürnberg Von Dr. ArthurGalliner. Kein anderes Buch der jüdischen Liturgie ist schon in den frühen Jahrhunderten des Mittelalters mit solch verehrender Liebe geschrieben und ausgestattet worden, wie die Pessach- Haggadah; von keinem anderen Buch unserer Literatur sind so zahlreiche Handschriften als kostbare Dokumente in Museen und Biblfotheken erhalten, wie von unserer Haggadah. In London und in Paris, in Wien und in Budapest und in Serajewo, in Berlin und Frankfurt, in Nürnberg und München, in Hamburg und in Breslau werden schöne Exemplare bewahrt und harren neben vielen anderen in privaten Sammlungen noch der Erforschung. Unter den in Deutschland befindlichen und in Deutschland entstandenen, nehmen die beiden Handschriften des Germanischen Museums (Nr. 2107 b und 7121) eine besondere Stellung ein. Obwohl fast zur selben Zeit entstanden — in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts —, sind sie doch in ihrem Charakter durchaus verschieden. In wuchtiger, blockartiger Schrift die eine, die andere in fast zierlichen, wohlgegliederten Buchstäben, jene versehen mit mächtigen, reichverzierten Initialen, mit bilderumrahmten Anfangsworten, diese zeigt nur zu Anfang jedes Abschnittes ein größer geformtes Wort, ohne besonderen Schmuck, die erste ist ausgestattet mit festgefügten Bildern seltsamen Inhalts, Tier und Menschengebilden mit symbolischen Beziehungen mancherlei Art, die zweite dagegen ist illustriert mit Darstellungen alltäglichen Lebens, immer in Beziehung zum Fest und zum Text, und mit einer Folge biblischer Szenen, die schlicht und naiv der sichtbaren Wirklichkeit entnommen sein könnten; ernst und feierlich aristokratisch ist die eine, heiter unterhaltend, volkstümlich die andere. Die erste Nürnberger Haggadah — so heißt sie in der Literatur — ist eine Pergamenthandschrift von mäßiger Größe (27,5: 15 cm), nicht sonderlich gut erhalten, vielfach geschwärzt und stellenweise beschädigt. Der kraftvolle Schriftcharakter, streng quadratisch, mit leichter Verstärkung auch der senkrechten Teile, deutet auf den Ausgang des 15. Jahrhunderts. In der Tat ist durch besondere Kennzeichnung eines Wortes (n^nö 5) mit Häkchen auf die Jahreszahl 252 =5252, das ist 1492 n. Chr. hingewiesen. Der Gebrauch weniger deutscher Worte läßt auf die Entstehung in Deutschland schließen, doch der Schreiber, der am Schluß sich selbst nennt: Vst nnbv va \mb nSi*«n *i3D ht ^roro b"*t ]ij?a» ra bav ision rsx Ich, der Schreiber Joel, Sohn des R. Schimeon (d. A. d. G. z. S.); habe dies Buch der Erlösung geschrieben für Nathan, Sohn des R. Salomo d. A. d. G. z. S. — Der Schreiber stammt offenbar aus einem anderen Land, denn er fügt, seltsam genüg, dem Wunsche n^em'n nsnn na»1? „das nächste Jahr in Jerusalem" die Worte hinzu wna -nix „oder zu Brünn". Ein Sehnsuchtswunsch nach der Heimat? Im Jahre 1454 waren die Juden aus Brünn vertrieben worden. Aber er ist doch wohl jung nach Deutschland gekommen und hat hier manches vom rheinischen Kupferstich kennengelernt. Daher erklärt sich vielleichrdie Besonderheit in seiner figürlichen Illustration, die fast wie weiße Silhouetten, nur von zarten Linien durchzogen, auf dunklem Sepiagrund stehen. Auch die dunklen Teile der großen Zierbuchstabeh sind durch Menschen, Tiere, Pflanzen,, ja durch ganze Szenen aufgehellt, wie etwa , vier Männer an zwei gekreuzten Stangen eine Riesentraube tragen oder wie ein von •Jüdischer Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München 22. April: Rezitationsabend JEdith Herrnstadt-Oettingen in der Hanpt*ynago£e 28., 29. und 30. April: Drei Vorträge Br; JLudwig Feuchtwanger im Masenmsaal

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