Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 5 (1.3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 103 Elemente aus dem Wirtschaftsleben. Ein Ausweg aus dieser unerträglichen Situation könne nur durch eine großzügige Produktivierung der Massen, ihre Umschichtung zu Fabrikarbeitern und Bauern gefunden werden. Palästina, das die Antwort auf die Judehfrage in Deutschland, zumindestens in überwiegendem Maße die Antwort auf die Frage nach der Zukunft der jüdischen Jugend aus Deutschland sei, könne auf die Massennot der dreieinhalb Millionen Juden in Polen nicht oder noch nicht eine Antwort geben. An die polnische Regierung richtete der Redner den Appell, die Zuführung der Juden zu produktiven Berufen zu ermöglichen, denn es könne auch für die Interessen des polnischen Staates nicht gleichgültig sein, wenn ein ganzer Volkskörper in ihm gleichsam verwese. Dr. Traub hofft, daß diese Forderung neben dem Schutz der polnischen Bürger im Ausland Verständnis bei den maßgebenden polnischen Stellen finden werde. Zürn Schluß gab er der Erwartung Ausdruck, daß die Beziehungen der polnisch-jüdischen Organisationen -zu der diplomatischen Vertretung Polens sich in Zukunft noch tiefer und intimer gestalten werden. Dr. Traub wurde nach seinem von starkem Beifall aufgenommenen Vortrag auch von den anwesenden Vertretern der Botschaft und des Generalkonsulats persönlich beglückwünscht. Zu Beginn der Montag-Vormittags-Sitzung wurde ein Begrüßungstelegramm der Federation of Polish Jews of America verlesen. Dr. Jacob Meitlis gab einen Tätigkeitsbericht der Verbände polnischer Juden in Deutschland, deren Stellung in der Zusammenschlußbewegung der polnischen Juden in allen Staaten er kennzeichnete. In Deutschland haben sich bisher 35 Vereine mit etwa 5000 Mitgliedern zusammengefunden. Dr. Meitlis erörterte die Tätigkeitsgebiete der Vereine in Bezug auf Rechtsschutz, Fürsorge und Vertretung, teilte mit, daß mit der jüdisch-parlamentarischen Repräsentanz in Warschau Kontakt gesucht worden sei und daß eine Abordnung polnischer Juden in Deutschland auch an der Weltkonferenz der polnischen Juden in London teilgenommen habe. Rosenwasser-Frankfurt a. M. behandelte die kulturellen Belange der polnischen Juden. Als ideologische Grundlage für eine Kulturarbeit bezeichnete er die moralisch-jüdischen Pflichten der polnischen Juden der Gesamtheit der Juden, der polnischen Judenheit und dem polnischen Staate gegenüber. Er betonte insbesondere die Notwendigkeit der Pflege der polnischen und jüdischen Kultur wie des Hebräischen. Isaak Kornfeld erörterte Ziel und Aufgaben des Reichsverbandes. Er ging davon aus, daß die Mehrheit der polnischen Juden außerhalb Polens wohne, und daß die Kraft des polnischen Judentums sich insbesondere mit der Stellung der Juden polnischer Herkunft in England und in den Vereinigten Staaten erweise. Er kritisierte die mangelhafte Organisation des polnischen Judentums in- und außerhalb Polens. Eine einheitliche Organisation würde den Mitgliedern und dem gesamten polnischen Judentum nutzen. So soll der neue Reichsverband der polnischen Juden in Deutschland eine Organisation des polnischen Judentums sein. Er soll aber auch zum Spiegelbild des Judentums in Polen werden. Der Verband müsse unparteiisch sein und keinen politischen Charakter haben, was aber nicht ausschließe, daß er eine national-jüdische Organisation der in Deutschland lebenden polnischen Juden ist. Als Ziele des Verbandes bezeichnete Kornfeld eine konstruktive Hilfeleistung für polnische Juden im Reich, die Wahrnehmung ihrer Interessen auf dem Gebiete deT Sozialfürsorge, den Ausbau jüdischer und polnischer Kulturarbeit und die Vertretung der Belange der. polnischen Juden'in jeglicher Hinsicht. Zum Schluß befaßte sich Kornfeld noch mit dem Problem der staatenlos gewordenen polnischen Juden. »NACH MASS« in unserem Sinne: edle Stoffe und beste, nach Maßtarif 1 entlohnte Schneiderarbeit. Unsere Maß-Anzug-Preise: 145.- 165.- 185.- BAMBERGER «HERTZ die zuverlässigen Kleiderfachleute Aus der Gemeinde München Lehrkurse der Gemeinde. Die gemeindlichen Lehrkurse nehmen programmgemäß nach Abschluß der letzten Arbeitsgemeinschaft (Dr. Ludwig Feuchtwanger am 4. und 11. März) durch Vier Einführungsvorträge über den Sederabend ihren Fortgang 1. Vortrag: Die Hagga da. Rabbiner Dr. Baerwald; Dienstag, 10. März, 20.15 Uhr im Sitzungssaal. 2. V o r t r a g : Die Gebräuche. Rabbiner Dr. Bruno Finkelscherer; Dienstag, 17. März, 20.15 Uhr im Sitzungssaal. 3. Vortrag: Die Gesänge (mit Vorführung). Kantor A. Müller; Dienstag, 24. März, 20.15 Uhr im Sitzungssaal. 4. Vortrag: Die Geräte (mit Vorführung). Hauptl. A. Berlinger; Dienstag, 31. März, 20.15 Uhr im Sitzungssaal. * Ortsgruppe München des Jüd. Frauenbundes Der letzte Bibelkurs vor Pessach findet statt am Montag, derr 9. März, nachmittags 5 Uhr, Sitzungssaalder Gemeinde. Thema: 2. Buch* Moses, Pessachgeschichte. (Hagadah mitbringen!) Hausfrauennachmiiiag am Dienstag, den 10. März 4 Uhr, bei Schwarz. Thema: Schul- und Berufsausbildungsfragen. Maiersche Papierhandlung Rudolf Stern Karlstraße 8, Ecke Barerstraße —— Telephon 57624 Spielkarlen Füllhalter Fachgeschäft für Papier- und Bürobedarf MÖBEL-BALLIN jetzt Theatlnerstraße 7, Eingang Maffeistr. Billige Preise bei gediegener Qualität