Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-02-15 · 4 (15.2.1936) · p. Seite 90

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
4 (15.2.1936)
Date
1936-02-15
Page
Seite 90 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2727810-2728050-2728054--10504-2743856
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

90 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr.' 4 Levinger Zigarren haben ihre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayerstr. 21 im Hotel Rheinischer Hof Gegr. 1886 Fernsprecher 54897 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÜNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE Bücherschau (Fortsetzung voii Seite 82) in Mitteleuropa gibt, die obendrein immer die Verbindungswege vom jüdischen Wesen zu europäischem Wesen aufzeigt. Die Liebe der Juden in Deutschland zu Deutschland, zu seinen Menschen und seiner Landschaft, ist nicht das geringste Motiv des Buches, zugleich «in frohes und ein tragisches Motiv. Bs ist viel Lyrik in Franks Buch und viel Abenteuer, beides schmilzt ineinander, und dies lebensbejahende Duo besiegt das immer wieder aufkommende, schwermütige MoM, so diaß der Führer des kleinen Trupps sagen kann: „Wir Zwölf bedeuten mehr als ein Dutzend kleiner Leute, 'die aus Deutschland kommen. Wir sind ein Wert, eine WÜleeskraft. Ein Kampf des bewußten Geistes gegen die Mächte der Gewohn* heit und aller unklaren Triebe." Schweres Material ist hier zu leichter Form verarbeitet. Hinter dem spielerischen Vordergrund erschließen sich, dem Leser fast unbewußt Einblicke in tiefe Hintergründe und Zusammenhänge. Es werden auch jüdische Menschen sichtbar, von" denen der Großstadtjude wenig weiß: der Landjude, der fahrende wie der sässige. Diese Juden aus allen Schichten und Zeiten sind eangesponmen in das große Schicksal des Judentums und spinnen doch tüchtig und lebensfroh jeder sein eigenes kleines Schicksal. Die Enkel wissen, daß sie dias vom den 'Ahnen mutig getragene Schicksal nun selber mutig weitertragen in den fernen Dschungel. Und schließlich sind die Leser mehr denn je überzeugt, daß -die Geschichte der Juden, auch wenn die Geschichte der Juden dieses Buches zu Ende' ist, weitergeht, auch in Birma, das ,.für jedes andere Ziel stehen könnte." .... K.P. Max Samter, Das Erdbeben, Abenteuer einer Liebe. Vortruppverlag, Berlin, 1936. Was da an gedrängter Fülle dem Leser vorgeführt wird, schlicht und hinreißend zugleich, zeugt von seltener Kunst des Erzählers. Er zeigt uns juinge reine Menschenherzen, wie sie der Liebe entgegenwachsen, ihr Glück, ihre Bedrängnisse, zusammengeführt zum über alle Hemmnisse triumphierenden Bund inmitten katastrophaler Zerstörung, ein vertrauendes Wandern in die Zukunft angesichts grausamer Vergänglichkeit. Kein Wort steht zu viel, keines zu wenig; jedes ist treffsicher. Der Blick tut sich auf, in Landschaften ikid Menschen, so zwingend, 'daß man alles zu sehen glaubt, daß man alles miterlebt, mitiauchzt, mitleidet, bald von Bangigkeit, bald von Lebensfreude erfüllt ist, bald gerührt, bald entflammt wird. Der Erzähler beobachtet vorzüglich, aber etwa wie in der Malerei Max Liebermanns, der die gewählten Gegenstände klar, nüchtern und zugleich erschütternd vor Augen -führt und doch zwingt, mitzufühlen, wiedas Herz des ^Beobachters hin-, ter dem Dargestellten zittert. Samter schildert :mit lyrischem Unter ton, läßt keuschverschwiegen einige Geheimnisse nur ahnen, und führt uns doch klar und sicher. Wir gelangen keinen Augenblick hinweg von der Natur, die er schildert, von den Menschen, deren Art und Schicksal er uns so nahebringt. Das Reinmenschliche und das ewige Walten der Isfatur ergänzen sich bei ihm. Und was das Erdbeben auch vernichtet, hier führt es zwei Menschen zusammen. Die ewige Liebes- und Lebenskraft schreitet unbeirrt und sicher ihren Weg. M. Kr. Religiöse Toleranz im Katholizismus. Was Dr. Lutz Weltmann in seinem Artikel „J u d a i csl im .Großen Herder'" in der Nummer 3 der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung über den Geist der Toleranz in der Welt des Katholizismus schreibt, finde ich, worauf ich ergänzend hinweisen möchte, in dem Buche 0 11 o K a r - rers „Das Religiöse in der Menschheit und das Christentum", Freiburg i. Br., Herder, 1935, ausführlich besprochen in der Gemeinde-Zeitung, Jahrgang 1934, bestätigt. Karrer führt bereits in der Einleitung zu seinem Buche aus: „Wenn wir religiöses und sittliches Streben über die ganze Menschheit hin verbreitet finden, simii wir als Christen nicht gezwungen, es zu verleugnen . . . Mag auch der Gottesglaube, wie ihnder Israelit oder Christ als den wahren schaut, in den verschiedenen Religionen oft durch einen seltsamen Wildwuchs von Mythologien und Gedankendichtungeni, kultischen Bräuchen und abergläubischen Riten nur schwer erkennbar sein; ein Kern davon ist überall .dla, so. wahnhaft wie der Geist, die Sprache, die Sittlichkeit . . . wer nur auf die Auswüchse des Religiösen sähe, wird nie das wahre Wesen erkennen, nicht einmal des Christentums selbst, dem es kaum je an Entstellung und Mißbrauch gefehlt hat, unbeschadet der Reinheit seiner Idee. Wir beurteilen ja auch den .Gesundheitszustand eines Volkes nicht, indem wir nur durch die Hospitäler gehen, und das sittliche Niveau nicht, indem wir die Gefängnisbewohta'er befragen." (S. 3 f.) Rabbiner Dr. E. Steckelmacher in Ludwighafen a. Rh. „Alijah", Informationen für Palästina-Auswanderer. 180 Seiten stark, mit fünffarbiger Palästinakarte. Preis RM. 1.35. Die eben erschienene 8. Auflage stellt eine völlige Neubearbeitung des früheren Stoffes dar, die alle inzwischen eingetretenen Neuerungen sorgfältig berücksichtigt urudi darüber hinaus zahlreiche neue Gebiete in den bisherigen Rahmen einfügt. Die immer komplizierter werdende Materie und die stärkere Verbundenheit mit Leben und Wirtschaft in Palästina machen es notwendig, alle mit der Auswanderung zusammenhängenden Fragen bis ins einzelne, mit äußerster Zuverlässigkeit und Präzision darzustellen. Der erste Teil schildert den Weg des Auswanderers nach Palästina. Er umfaßt die Gebiete der Vorbereitung für Palästina, die Fragen der Einreise und Einwanderung, den wichtigen ' Komplex der Steuer- und familienrechtlichen Fragen, die sich an die Auswanderung knüpfen, sowie die gesamte Technik der Übersiedlung nach Palästina. Eine Fülle von Material ist hier in übersichtlicher Form und im klar gegliederten Aufbau -zusammengetragen, sodaß auch der Neuling sich ohne Schwierig- Amll, Französisches Verkehrsbüro Reisebüro der französischen Eisenbahnen Maximilian H. Fuchs, Dipl. Kaufmann München 2 NW, Maximiliansplatz 12a Tel. 13881 - Telegr.-Adr. Frai.cuiours Offizielle .Ausgabestelle von einfachen und 20— 75% ermäßigten Fahrscheinen. (Rück-, Rundreise-, Familienfahrscheine etc.) nach MireicUelgieÄ Versand der Fahrscheine nach auswärts gegen Poitnachnahme. Auskünfte in allen. Reisebüro s

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.