Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 3 (1.2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 58 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 üfLrQeiseßiinr: ARTHUR BRAUN NUERNBERG EILGUT ST RASSE 5 RUF:206^2 | I Südafrika ' Südamerika JJvi Spediteur: PHILIPP GUTMANN EIIGUTSTR.5 RUF: 206« ü. 200« UMZUGS TRANSPORTE NACH ALLEN LÄNDERN Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus r Inventur-Verkauf von Moalai, 27. Jan. bis Dienstag, 4. Feh. abends Wir bringen unsere guten Qualitäten zu bekannt billigen Preisen Dem Inventur-Verkauf unterliegende Waren sind rot gezeichnet u. auf Tischen aufgelegt. S. Elchsngrün & Co. Nfinchen, Ritler-von-Epp-Platz 21, l. u. ll.St. t Verkaufszeit während des Inventur-Verkaufs: J/z9—Uhr (Einlaß nur bis 12 Uhr) J/*3-7 Uhr (Einlaß nur bis 6V4 Uhr) Während des Inventur-Verkaufs kein Musterversand Tafelgerät und Schmuck Vornehme Geschenke Silberschmied M. T. Wetzlar München, Maximilianstraße 2 rung wird Dr. Franz Meyer von der Reichisvertretung der Juden in Deutschland die Eröffnungsansprache halten. In zwei weiteren. Aufführungen am 22. und 23. Februar wird dann dem jüdischen Publikum in München Gelegenheit gegeben, dieses mit Spannung erwartete Filmwerk zu sehen. Näheres ist der Anzeige in dieser Numimer zu entnehmen. Gesellschaftsreise nach Palästina. Wir machen nochmals auf die beiden Gesellschaftsreisen aufmerksam, die am 26. Februar und 25. März mit dem Dampfer „Galilea" von Triest abgehen. Die Rückfahrt kann einzeln zu einem beliebigen Zeitpunkt angetreten werden. Der ermäßigte Preis für die Schiffskarte (Touristenklasse) Triest—Haifa— Triest beträgt RM. 220.—. Für die Bahnfahrt München—Triest wird voraussichtlich eine Gesellschaftsreise über die Schweiz zustande kommen, deren ermäßigter Preis bei genügender Beteiligung RM. 35.80 beträgt. Voranmeldungen für die erste Reise müssen bis spätestens Freitag, den 7. Februar, beim Büro der ZOG erfolgen. Hotelgutscheine sind durch das amtliche Italienische Reisebüro, München, Odeonsplatz 1, zu beantragen; es wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß mit ihrer Zuteilung nicht mit Bestimmtheit gerechnet werden kann. Zwei Jahrzehnte Galuth. Vortrag von S. Tschertok in München. In einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe gab S. Tschertok, der Leiter der Berliner Zionistischen Vereinigung, einen Uberblick über die Entwicklung der Judenfrage in den europäischen Ländern vom Weltkrieg an. Er zeigte,, wie in Osteuropa sich in wenigen Jahren eine Entwicklung abspielt, die in zusammengedrängter Form das widerspiegelt, was sich in Westeuropa über eine Zeit von vielen Jahrzehnten erstreckt: die Anfänge einer Emanzipation der Juden, die sich daran knüpfenden Hoffnungen auf eine vollständige und reibungslose Eingliederung in die Umwelt, der plötzliche Zusammenbruch aller dieser Erwartungen durch die katastrophalen Erschütterungen im Gefolge des Weltkrieges, die vergeblichen Versuche einer Lösung der Judenfrage in der Galuth durch Autonomismus und Territorialismus. Die überall und zu allen Zeiten wirkende Gesetzmäßigkeit des jüdischen Schicksals in der Galuth wurde greifbar: daß die Lage der Juden als Minderheit immer labil ist und in ihrer scheinbaren Festigung durch igendwelche allgemeinen Katastrophen plötzlich umstürzend erschüttert werden kann. Nur dort, wo eine wirkliche Normalisierung des jüdischen Volkes zu erreichen ist, in Palästina, ist diese Zwangsläufigkeit des Galuthschicksals nicht wirksam. Der besondere Wert der Ausführungen lag darin, daß die Grunderkenntnisse des Zionismus, wie Pinsker und Herzl sie formuliert hatten, an geschichtlichen Tatsachen dargelegt wurden, die für Jeden von lebendiger Anschaulichkeit sind, und daß dadurch der Sinn der zionistischen Idee unabhängig von der augenblicklichen Situation deutlich wurde. Damit stand der Vortrag weit über der Ebene einer Parteipropaganda und wurde für die Zuhörer zu einem starken und verpflichtenden Erlebnis. Zu Beginn sprach Bernhard Renkazischok Gedichte von Karl Wolfskehl und Ludwig Strauß, welche bereits das Thema der Hoffnung und des Aufbruchs anklingen ließen. Die Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina-Arbeit (Wizo) lädt ihre Mitglieder und Freunde zur Chainischa Assar b'Schwat- Feier am Samstag, den S. Februar, nachmittags 4 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde ein. Referentin: Frau Dr. Fränkel- Ehrentreu. * Hilfe für jüdische Haushaltungen. In sehr vielen jüdischen Haushaltungen fehlt ein Dienstmädchen. Dem Bedürfnis nach Erledigung der Putzarbeiten (einschließlich Abspülen, Teppichklopfen usw.) kommt der jetzt neuerrichtete Haushaltdienst von Ernst Groß entgegen. Dieser ist Mitglied der Kultusgemeinde. Näheres im Anzeigenteil dieses Blattes.