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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-02-01 · 3 (1.2.1936) · p. Seite 49

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
3 (1.2.1936)
Date
1936-02-01
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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Borf)d($ten6fatttia^ und dtä Öetfomöc* üayetifätz dfcattiiifött «Beimmflen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr. 64, Tel. 73664 u. 73665. Postscheck München 3987, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XII. Jahrgang München, 1. Februar 1936 Nummer 3 Inhalt: Kritik an Maimonides — ABC des jüdischen Wissens — gruppe München — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dem Unser Schicksal — Judaica im „Großen Herder" — Aus der Ge- Reiche — Jüdischer Turn- und Sportverein — Geschäftliches. — meinde München — Reichsbund jüd. Frontsoldaten — Zionisti- Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayer, sehe Ortsgruppe München — Jüd. Kulturbund in Bayern, Orts- Isr. Gemeinden: Bekanntmachung über Ersatzwahl — Personalia Kritik an Maimonid i. Nahe 'dem Emde des „Rambam-Jahres" kommt man an der Feststellung nicht vorüber, daß Lehre und Lebern des Rabbi Mosche ben Maimon, der vor acht Jahrhunderten das Licht der Welt erblickte, dem deutschen Judentum trotz vieler Bemühungen nicht zugänglich gemacht werden 'konnten. In diesen Blättern ist ausführlich von den bedeutenden Veröffentlichungen des letzten Jahres über Maimonides die Rede gewesen; wir haben die vor kurzem (bei Reiß im Berlin) erschienene Biographie von Abraham H e s c h e 1 schon gewürdigt,' ebenso die beiden wertvollen Arbeiten von Leo Strauß („Philosophie und Gesetz") und Fritz Bamberger („Das System des Maimonides"). Von einer, erst in den letzten Monaten erschienenen, sehr ernst zu nehmendem Publikation, die diais konventionelle Bild von dem jüdischen Denker und Lehrer sprengt, war noch nicht die Rede: Oskar Goldberg, Maimonides, Kritik der jüdischen Glaubenslehre (Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien 1935; 119 Sedtem in 4°.). „Die profunde Thora- und Talmud-Kenntnis" Goldbergs wird auch von der gesetzestreuen Richtung strengster Observanz (vgl. „Israelit" vom 10. Okt. 1935, Nr. 41/42, S.7) anerkannt. Oskar Goldberg, der Verfasser des viel er-, örterten Werkes „Die Wirklichkeit der Hebräer", greift (nlicht mit Liberalen Gründern) die Orthodoxie, ihren geistigen Begründer Maimonides, besonders ihr Prinzip „Thiona-im-dereoh-erez" und das Werk von Samson Raphael Hirsch aufs heftigste an; Maimonides habe durch die Theologisierumg des Aristotelismuis Im aimonides Mischne - Thora Götzendienst getrieben. Wir verweisen auf die ablehnende, aber gemäßigte Kritik, die gegen Goldberg im „Israelit" von B. Cohen in Friedrichstadt in dem Aufsatz „Kultus und Ethik" gerichtet wurde, sowie auf die Buchbesprechung von J. Hepner in der „Jüdischem Rundschau" vom 10. Oktober 1935 (Nr. 81/82). Auch Rabbiner Dr. A. Keller hat in ednem zweiten Aufsatz des „Israelit" an Goldberg eine sehr maßvolle Kritik geübt. Im folgenden geben wir ein sachverständiges Referat von Dr. Ernst Fränkel (Paris) zur ersten Einführung .in das wichtige neue Werk Oskar Goldbergs, dessen Gedanken über .da« Wesen des Mythos namentlich von Professor Hoschianider, ferner von Erich Unger und Edgar Dacque als sehr beachtenswert befunden wurden. F. Nicht nur eine Darstellung und Würdigung der Lehre des Maimonides finden wir in der neuesten Publikation des Verfassers der „Wirklichkeit der Hebräer", sondern eine neue Theologie des Hebräertums, 'eine zentrale Deutung seines Sinnes und der letzten Zwecke des Daseins und eto Aktionsprogramm für die Gegenwart,, die nähere und ferne Zukunft. Maimonides hat nach Oskar Goldberg im Judentum einen Zustand befestigt, der zusammenfassend folgendermaßen gekennzeichnet werden kämm: 1. Gottes Wesen ist umerkennbar, die menschliche Vernunft faßt ihn nicht. Die Schöpfung, die Wahrheit der Thora und der Prophetie, die göttliche Gerechtigkeit, die Auferstehung und der Messias sind daher nicht Gegenstände der Erkenntnis, sondern des Glaubens. So 'kommt Maimonides zur Fixierung der in das Gebetbuch übergegangenen 13 Glaubenssätze (Ikkafim). Vergeßt nicht die BlaueBeitragskartefürHilfeu.i\ufbau!

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