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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1936-01-15 · 1 (15.1.1936) · p. Seite 26

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1936
Issue
1 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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2 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 1 Die ChanÄkahfeier in der Sehnde gab dem Ganzen noch die festliche Weibe. Die Kinder saugen Lieder, trugen Gedichte vor, Schüleraufsätze -der 7. und 8. Klasse über Chanukkah wurden vorgelesen und Ghanukkaherlebnisse in Form von Sprechdhören dargeboten. Nach einer Ansprache des Schulleiters, dier den Kindern den Chanukkahgedanken vertiefte, zog die innige Schar fröhlich in -die Ferien. R. S. Hus den Bezirkskonferenzen I. Tätigkeitsbericht der Bezirkskonferenz München für 1935 Im abgelaufenen Berichtsjahr fanden in der ersten Jahreshälfte regelmäßig aMmonatMehe Konferenzen statt. In der zweiten Jahreshälfte vereinigten sich die Mitglieder allwöchentlich zu einem Iwrith-Kurs uniter Leitung von Herrn Dr. Ehrenkranz. In den Konferenzen und im Anschluß an dem Sprachkurs wurden zunächst die aktuellen Vereinsangelegenheiten Gegenstand eingehender Aussprachen, 'die sich dann zu Ent- und! Beschlüssen und zu Anträgen an 'die Mitgliederversammlung und an den Redchsverband verdichteten. Mit besonderem Interesse wurden entgegengenommen die Berichte: / 1. M. Rosenfeid-: Die Ausschußsitzung des Verbandes Jüdischer Lehrervereine Deutschlands. 2. S. Glaser: Bericht über die MitgliedeTversamiml'ung 1935 in Würzburg. Die wissenschaftlichen, methodischen und. erziehlichen Arbeiten der Konferenz fanden ihre Anregungen und Themenstellungen in den z. Zt besonders in den Vordergrund gerückten Problemen. Dahinzielende Referate wurden gehalten: 1. M Adler: Erziehliche Bedeutung der Jugendbünde. 2. M. Adler: Aus dem Leben des Ranibam. 3. J. Kissinger: Das Wesen des Mischneh Tauroh, erläutert an Baba Bathra, 2.1a. 4. J. Kissinger: Hawah Nasehirah. Einführung in das Buch und Besprachung desselben. 5. H. Ermann: Reisebericht über Palästina, insbesondere über die dortigen Schulverhältnisse. Die Veranstaltungen der Bezirkskonferenz wurden regelmäßig fast von allen Mitgliedern besucht und durch rege Anteilnahme in Form von Ergänzungsberiöhten und Diskussionen in zweckvoller Weise gefördert. Julius Kissinger IL Bezirkskonferenz Schwaben 1. Konferenz am 3. Februar 1935 1. Einer Anordnung der Vorstandschaft des jüd. Lehrervereins (für Bayern gemäß sollte der 1. Teil der Konferenz zu einer „Maimonides-Feier" gestaltet werden. Die Festrede hatte dier Obmann übernommen. Unter Zugrundelegung und nach Bekanntgabe der einschlägigen Literatur entwarf er ein Gesamtbild von der umfassenden literarischen und praktischen Tätigkeit dieses einzigartigen Weisen, der mit Recht als ein Stern erster Größe am Himmel der gudisehen Geschichte für immer gefeiert werden wird und vor dessen gewaltiger Geisteskraft und ehrwürdiger Gestallt es nur .eins gibt: In stiller Ehrfurcht das Haupt zu neigen. 2. Als 2. Punkt der Tagesordnuug wurde eine Einführung in das epochemachende Werk von Dr. B. Jacob, Das 1. Buch der Thora „Genesis" gegeben. Der Redner bezeichnete das Studium gerade dieses Werkes als zweckmäßigste Maimonides- Feier, dann die logische Klarheit ist der Grundzug im wissenschaftlichen Charakter auch dieses modernen Gelehrten, der wie Maimonides mit Energie und Unerschrockenheit das, was er für wahr hält, bis in die-letzten Konsequenzen verfolgt. Wenn man bedenkt, wie.sich die niehtiüdische Bibelkritik nur dm Negativen ausgewirkt hat und subjektive Urteile von höchst zweifelhaftem Werte für objektive Wissenschaft ausgab, dann ist es für den ernstlich studierenden Leser dieses Werkes doppelt interessant zu sehen, wie der Autor die Unmöglichkeit dieser „Atornisten" mit Schärfe und. weil weit überlegen, oft mit beißender Ironie widerlegt. 3. Es erfolgte noch eine eingehende Beratung mehrerer interner Anträge an idlie Vereinsleitung ,.und an den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. . 2. Konferenz am 23. November 1935 Der. Vorsitzenide konnte die vollzählig erschienenen Kollegen begrüßen. Als Gäste waren anwesend: Bezirksrabbiner Dr. Jacob und Kollege iK r ä m e r, München, welcher ein gediegenes Referat hielt über das Thema: „Konzentration des gesam-, ten Unterrichts der Volksschule unter dem speziellen Gesichtspunkte des Jüdischen." Nach einem sehr willkommen aufgenommenen Repetitionskolleg über Ziel und Aufgabe der Erziehung sowie über Mittel und Zweck des erziehenden Unterrichts an Hand der Lexschen Lehrordnung wies der Referent aus Erfahrungstatsachen in seiner 8. Kasse die Durchführbarkeit besagter Konzentration in den einzelnen Fächern nach. Lediglich im Deutschen liege zur Zeit noch eine sehr große Schwierigkeit, da mit Ausnahme der Jüdischen Jugemdlbücherei, herausgegeben voro Dr. Löwenthal, Verlag Goldstern, Berlin, literarisch wertvoller Lesestoff, insbesondere aber ein geeignetes Lesebuch bedauerlicherweise noch fehlt. Er wurde darin in der Diskussion unterstützt von Kollegen H a mm e 1 b u r ge r. der dabei gleichzeitig auch die erfreulichen Resultate im Aufsatzunterricht bei den sogenannten „Erlebnisthemen" unterstrich und bei dem großen Mangel an geeigneten sonstigen Themen auf dien Midrasch als Themenquelle hinwies. Im Laufe des Referats durften wir aus dem eineiuhalbstündiigen Vortrag Krämers ein sehr nachahmenswertes Spiegelbild seiner methodischen Klässeniarbeit ersehen. Der Vonsitzendia dankte ihm und den Diskussionsrednern und weist aus eigener Erfahrung — er war in der jüdischen Volksschule in seiner Heimatgemainide in Altenstadt a. d. Hier sieben Jahre Schüler des sei. Lehrers Lautmann rry— zum Schlüsse der Diskussion auf den nicht ersetzbaren Segen hin, den gerade der langjährige Besuch einer solchen jüdischen Grundschule, geleitet von einer tüchtigen' Lehrerpersönliohkettt, für das ganze spätere Leben bietet. Das Ergebnis der Diskussion war ein Antrag an die Vereinsleitung bei den zuständigen Stellen anzuregen, daß die Einführung eines geeigneten Lesebuches noch mehr beschleunigt werde und daß jedle Schule die neuie Karte von „Erez" erhalte. Sodann hielt Kollege Liffgens sein Referat über ein Kapitel aus dem Werke von Dr. Benno Jacob „Die Genesis". Er hatte die Akediah gewählt. Er erklärte in einstündigem Vortrag die neue Auffassung vieler Stellen gerade dieses Kapitels dluroh den gelehrten Verfasser, dabei immer den rein Wissenschaftlichen Charakter des Werkes unterstreichend. Der Vorsitzende dankte dem Referenten herzlich für seine Arbeit und speziell für seline objektive Darstellung. Der noch vorgesehene G emo r ah-S chiu r aus Sanh. VI wird der vorgerückten Zeit halber auf die nächste Konferenz verschoben. Aufgenommen in die Bezirkskonfereniz wird ohne Einwendung Kollege Selig (mann, iKrambaeh. Der Vorsitzende begrüßt das neue Mitglied mit idlem Wunsche, daß unsere jungen Kräfte recht bald aktiv in Erscheinung treten mögen. Es folgten noch einige Beratungen interner Art u. a. Hinweis -auf das P r e i s ausschreiben der Höxter Stiftung. Dr. Ernst F r ä n k 1, Obmann Vereinsmitteilungen 1. Personalien. Wir haben heute Veranlassung, den Vereinsmitgliedern. von mehreren freudigen Gedenktagen Kenntnis zu geben. Am 21. Januar begeht das langjährige Mitglied unserer Verwaltung, Studiendirektor Jaikob S t o 11 in Würzburg seinen 60. Geburtstag; am 24. Januar feiert Hauptlehrer a. D. Bernhard F u 1 d e r in Tneuchtlingen das 70. Geburtstagsfest und am. 1. Februar kann Dr. Ernist F r a e n k 1 in Augsburg auf seine 40jährige Tätigkeit in dieser Gemeinde zurückblicken. Wir werden auf -das Wirken dieser Kollegen noch zurückkommen und gratulieren ihnen einstweilen an dieser Stelle auf das herzlichste! Hauptlehrer Max Rosenbaum in Thüngen ist ab 1. Februar zum Leiter der Israel. Volksschule in Unsleben ernannt worden. HauptlehreT Edelstein in Sugenheiim wurde ab 1. Januar 1936 in den dauernden Ruhestand versetzt.

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