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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-01-15 · 2 (15.1.1936) · p. Seite 25

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
2 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
Seite 25 (sequence 1)
Language
German
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ifoyenfcfye Jfrnctitifrfjc «BemeinÖcjeitung ßadfcfr^i^^ imfl £e£0a&anäe$$aytrf^^ Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jahr. Plingansersfr. 64, Tel. 73664 u. 73665. Postscheck München 3987, Anzeigenpreis: Geschäitsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XII. Jahrgang München, 15. Januar 1936 _Hummer 2 Inhalt: „Der Abenteurer 'Gattes" — Soir&e um die Jugendl — Aus .der Gemeinde München — Aus bayerischen 'Gemeinden — Aus idler Gemeinde Bamberg — Aus dar Pfafe — Aus dem Reiche — Jüdischer Turm- und Sportverein — J'üid. Kulturbund in Bayern: Ortsgruppe München! — Mitteikiingen des Jüdischen Lehrerveredns 'für Bayern — iGeschäMches — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachung des Verbandes Bayer. Isr. Gemeinden: Bekanntmachung über Ersatzwahl — Personalna. „Der Abenteurer Gottes" Ein Roman über den unbekannten Verfasser der Jesaiah-Kapitel 40—55 Karl August Meißinger, Der Abenteurer Gottes. Roman. Mit einem Geleitwort von Selm.a Lagerlöf. E. P. Tal & Co. Verlag. Leipzig und Wien 1935. „Sira nennt der Erzähler (der Verfasser einer bedeutenden List-Biographie) den unbekannten und in mehr als einem Sinn rätselhaften Verfasser der Kapitel 40 bis 55 unseres Jesaiah- Textes, dem die Wissenschaft den Namen des Deutero-Jesadah oder des Zweiten Jesaiaih gegeben hat. Der Leser fändet die in diesem Buch vorkommenden Stellen seiner Schrift, die vom Verfasser meist neu übersetzt sind, in seiner Handbibel leicht wieder." Außer dieser Vorbemerkung des Verfassers hat Selrn a L a g e r 1 ö f einen Brief an ihn als Geleitwort dem Romain vorangestellt: „... Sie halben eine kühne Hypothese zur biblischen Literaturgeschichte in der Fonm eines Romans vortragen wollen... Und dach kommt, er zurück, jener erste Eindruck, daß Ihr Buch eines von jenen ist, welche zu lieblichem Balsam und Heilung der Seele dienen können." . Karl August Meißinger ist protestantischer Theologe und Literarhistoriker, der eine Reihe bedeutender Werke zur Refornüationsgieschichte und zur deutschen klassischen Literatur geschrieben hat. Zu Beginn der Romandichtung wird uns eine Karawane von .13 Dromedaren zwischen xTigris und Euphrat im 6. vorchristlichen Jahrhundert vorgeführt. Der Kamel-Zug gehört, dem judäischen Kaufherrn Sira, dem Sahn Schemäjahs, des Tuchhändlers, der nach dreijähriger Handelsreise der babylonischen Fremdheimat zustrebt. Man schreibt das sechste Jahr Nabunaids, Königs zu Babel, oder wie 'die Verbannten rechnen: das sechsunddreißigste Jahr der Zerstörung Zions. Sira philosophiert auf seinem Ritt: „Was hat sich Nebukadwezar gedacht, als er uns nach Babel verpflanzte? Aulgehen sollten wir in seinem Volk, wie die Nordisraeliten in dem Volk von Assur aufgegangen sind. Warum ist ihm das nicht gelungen und noch .weniger seinen schwachen Nachfolgern? Warum sind.wir noch da, ein Stück fremden, gefährlichen Lebens mitten im Herzen der öhaldäischen Macht?. Weil der Meister Ezechiel .unsere Schriften gesammelt und uns bei dem Glauben der Väter festgehalten hat!"... „Nun denn: wenn Kyros eimes Tages in Babel einzieht — so soll er uns frei anlachen und in unser Land zurückschicken!" Die adtbaby Ionische Geschichte seit dem großen Arno riter Ghammurtapi zieht an uns vorüber. Die große Prozessionsstraße durch die Stadt Babel, das Tor der Göttin Ischtar, die hohen Umfassungsmauern der inneren Stadtmauer mit ihren löwengesöhmückten, buntglasierten Ziegeln, der lasurblau-gekachelte Torbau . mit den Reihen von Wildstieren und Schlangengreifen — die berühmten Museumsstücke und archäologischen Glanzstücke aus London. Paris, Berlin — strahlen in diesem großen historischen Romam in lebendigem Glanz, und zwischen diesen Mauern leben die aus Jirdia ins Exil geführten Judäer. Sira war bei den arabischen Perlfiscbern gewesen, er hat zu dam großen Reichtum des Vaters neue Schätze erworben. Dieser Vater Schemajah gehörte zu den Juden, die von der Katastrophe vor 36 Jahren nur vorübergehend getroffen worden waren. Ja. diese Gruppe hatte durch die Verpflanzung in die Weltstadt Babel im ganzen ohne Zweifel gewonnen; und recht besehen war sie zahlreicher, als man hätte denken sollen.. So brennend aktuell ist der historische. Roman Meißingers. „Daß der lebensunfähige judäisehe Kleinstaat verschwinden werde, konnte schon. einige Jahre vor dem letzten Schlag einem Weltmann, wie dem jungen 'Schemajäh, nicht verborgen bleiben. Er hatte dem Kreis des großem Jeremiah nahegestanden, ohne eigentlich lund öffentlich" zu seinen Jüngern Vergebt nicht die Jüdische Winterhilfe! POSTSCHECKKONTO Nr. 27011

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