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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-01-01 · 1 (1.1.1936) · p. Seite 17

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
1 (1.1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 17 200 und 300 Jahren werden vor uns lebendig, die Gefahren der Seefahrt, die Landreise auf Mauleseln und Kamelen, Verhandlungen mit gestrengen Zöllnern. Sorge um Hab und Gut während der Überfahrt. Viele gute Ratschläge ergehen in diesen Briefen an die Angehörigen daheim für ihre dereinstige Palästinareise, praktische Winke, die sich aus den eigenen Erfahrungen ergeben. Wie zutreffend viele dieser wohlgemeinten Hinweise sogar heute noch sind, wird jeder bestätigen können, der in unseren Tagen, unter so vielfach geänderten Bedingungen, die Reise von Europa nach Erez Jißrael zurüoklegt. Mit unbekümmerter Naivität schildern diese Briefe das Land und seine Sitten und, vor allem, aus liebendem Herzen. Die Juden, die uns hier begegnen, lieben ihr verwüstetes Land, seine Trümmer, seine Luit, seine Steine und seinen Himmel und ihr eigenes Schicksal in diesem Land mit demütiger Gläubigkeit." Mark Wischnitzer: „Die Juden in der Welt." Gegenwart und Geschichte des Judentums in allen Ländern. XVI, 416 Seiten. Berlin 1935. Preis: Kart. 5.50 RM. Zu den wichtigen Neuerscheinungen gehört das Werk von Dr. Mark Wischnitzer, dem langjährigen Generalsekretär des Hilfsvereins „Die Juden in der Welt". Die im Erich-Reiß-Verlag als zweiter Band der Sammlung „Judentum in Geschichte und Gegenwart" herausgegebene Arbeit vermittelt in lebendiger Darstellung einen Überblick über Geschichte, Entwicklung der wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse und die gegenwärtige Lage der jüdischen Bevölkerung in den einzelnen Ländern der Erde, ihre Beziehungen zur Umwelt und die Aussichten der Entwicklung in der Zukunft. All dies wird unter den einheitlichen Gesichtspunkten der historischen jüdischen Wanderbewegungen und Verlagerungen des wirtschaftlichen und geistigen Schwerpunktes der Gesamtheit erfaßt; diese, Betrachtungsweise verbindet die Teile des Buches zu einem geschlossenen Ganzen. Nicht immer ist Dr. Wischnitzer der Gefahr entgangen, nur die Erfahrung seiner täglichen Arbeit auf dem Gebiet der Wanderungslenkung und des Wandererschutzes wiederzugeben. Nicht weniger als 74 Ländergebiete sind in eigenen Kapiteln berücksichtigt, viele davon noch in eine Reihe von Unterabteilungen gegliedert. Dies allein gibt schon einen Hinweis auf den Inhal tsreicht um des über 400 Seiten umfassenden Oktavbandes. Jede Zeile vermittelt Tatsachen. Man kann sagen, daß dem Verfasser kein Winkelchen der jüdischen Welt entgangen ist. Die oft rasch überholten Einzelheiten, die dem heutigen Stand der Dinge nicht mehr entsprechen, bedürfen von Zeit zu Zeit einer Ergänzung. Friedrich Sieburg: „Robespierre". 338 Textseiten und 28 Bildtafeln in Kupfertiefdruck. Preis: Ganzleinen 6.80 RM. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. Alle Vorzüge, die den großen und nachhaltigen Erfolg von Sieburgs „Gott in Frankreich?" ausgemacht haben, sind in dem neuen Buch vereinigt: die tiefe und weite Kenntnis der französischen Volksseele, die reife Kunst der Darstellung und der hohe Rang des geistigen Standpunktes. Wieder hat Sieburg sich Frankreich zum Gegenstand gekommen, diesmal ein Stück der französischen Geschichte, gespiegelt in dem Bilde des großen Revolutionärs Robespierre, dessen Name jeder kennt, dessen Leben und Persönlichkeit jedoch nur sehr wenigen eine lebendige Vorstellung ist. Und doch war es Robespierre, der unerbittlich und kompromißlos die Revolution bis zu den Blutgerichten der Schreckensherrschaft vortrieb, der bis zur schwindelndem Höhe der Mächt hinaufstieg, um dann stürzend und gestürzt von ihr selbst vernichtet zu werden. Das Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts, scharf hervortretende einzelne Persönlichkeiten und die namenlos wirkende Masse, der Zwiespalt zwischen idealem Wollen und blutiger Wirklichkeit, die Verstrickung in die unlösbaren Probleme der Menschheitsbeglückung, all das ergibt eine innere dramatische Linie, die von der großartigen und jäh bewegten Kurve des äußeren Schicksals Robespier.res an Spannung kaum übertroffen wird. So entsteht in und neben dem Lebensbild Robespierres zugleich ein farbiges und fesselndes Zeitbild, das in seiner Verbindung von historischer Treue und flüssiger Darstellung die denkbar gefälligste Art historischer Belletristik bedeutet. Die beigegeben^ zeitgenössischen Illustrationen und Ha<ndschriitproben unterstützen diesen Eindruck. Elias Bickermann, Die Makkabäer. Eine Darstellung ihrer Geschichte von den Anfängen bis zum Untergang des Hasmonäerhauses.. Schocken-Bücherei Nr. 47. Berlin, Schocken- Verlag, 1935. In Pappe gebunden 1.25 RM. Die einschneidende Bedeutung der makkabäischen Erhebung und ihrer Folgen für den Fortgang der jüdischen Geschichte ist eine lange Zeit vergessen worden. Erst die neuere jüdische Bewegung hat die Erinnerung an die Tat der Makkabäer wieder erweckt , und sie zum Symbol ihres eigenen Strebens erhöben. Das Bedürfnis nach einer wirklich orientierenden jüdischen Darstellung der makkabäischen Geschichtsepoche ist demnach ständig gewachsen, aber bisher unerfüllt geblieben. Um so erfreulicher ist es, daß in dem vorliegenden Buch ein wirklich sachverständiger Geschichtsforscher, nachdem er sich durch eine Reihe von wissenschaftlichen Spezialabhandlungen den Ruf eines besten Kenners des zu schildernden Stoffes erwarben hat, eine bei aller Knappheit außerordentlich aufschlußreiche Darstellung geliefert hat, die wissenschaftlich aufs beste fundiert und zugleich besonders lebendig und jedermann verständlich abgefaßt ist. Die Ereignisse werden in den Rahmen des Zeitgeschehens hineingestellt, das durch die Ausbildung der weltumspannenden Kultur des Hellenismus charakterisiert ist, und das Besondere des Jüdischen, das sich dieser Welt widersetzt, tritt um so greifbarer hervor, als auf das mit dem Hellenismus Gemeinsame stärker als je zuvor hingewiesen wird. Der Kampf der Makkabäer erweist sich als eine innerjüdische Aiieinandersetzung um die Art der Einordnung in die hellenistische Welt, eine Auseinandersetzung, die sich in abgewandelten Formen und bei veränderten Fronten bis ans Ende der Makkabäerzeit fortsetzt. Eine Zeittafel, Stammbäume und eine Karte unterstützen die Orientierung. Bei dieser Gelegenheit sei. auch auf die gelungene Auswahl- Übersetzung des Ersten Makkabäerbuches hingewiesen, - die Felix Grajew, mit vielen Anmerkungen und einer instrakaiven Einleitung versehen, für die „Jüdischen Lesehefte" beigesteuert hat (Der Kampf der Makkabäer. Jüdische Lesehefte Nr. 4, 50 Rpf.). Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda. Heizungsanlagen, Adalbertstr. 96. empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsankgen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S. Inserat! Männerplatz Mittelschiff —vorne, günstig,per sofort zu verkaufen. Äng. erb. u. Nr. 5220 a. d.Änz.-Abt. ds.Bl. ^^äte untec|lü$en $it imfere^rtung/inöcm^tß bti fien^nfetenten öiefeä ÜMotteä laufen und auf (ife&etKffenöertSlnjriaen $e£ug netymen! H&rrCL ROSENSTR-5 H*Üte' ar w~\ Herrn! HUW, Nlüt^n Oberberr^ ._~wuh< °° l he Socken i^dsÄ, <&«*\ Wef*^ir*H l.i.Hose<**8 }

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