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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1935-12-15 · 11 (15.12.1935) · p. Seite 33

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1935
Issue
11 (15.12.1935)
Date
1935-12-15
Page
Seite 33 (sequence 4)
Language
German
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33 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 11 vom-guten Willen der Lebrervereine abhängt, das sollte jeder - Kollege wissen. Die jüdische Lehrerschalt und besonders auch die Führung der jüdischen Lehrerverbände ist sich ihrer Verantwortung, bewußt und -sie sieht „die Zeichen des Heute" urid sie spürt „die Not des Heute" und sie hat den Willen und die Kraft, das „Werk'desMofgen" zu beginnen. Die Führung braucht das ganze Vertrauen der jüdischen Lehrerschaft, sie braucht aber auch die Unterstützung aller Gemeinde- und Landesverbandsinstanzen. Helfen wir alle zusammen, dann wird und muß das Werk gelingen! ' M. A. Vereinsmitteilungen 1. Am 25. Dezember werden es 40 Jahre, daß Weitblickende Männer den Lehrerverband gründeten. Was der Lehrerverband in dieser Zeit für die Lehrerschaft im Reiche alles geleistet hat, das haben alle unsere bayerischen Kollegen besonders gut in Erinnerung. Wir werden in einer späteren Arbeit noch darauf zurückkommen. Aber heute schon sei der Verbandsleitung in Berlin, und allen Kollegen, die im Lehrerverbande tätig sind, der herzlichste Dank des Jüdischen Lehrervereins für Bayern zum Ausdruck gebracht. 2. Oberlehrer S. Freudenberger konnte am 1. Dezember seinen 70. Geburtstag feiern. Freudenberger ist weiteren Kreisen besonders durch seine Bestrebungen auf dem Gebiete der Berufsumschichtung, insbesondere der Zuführung jüdischer Jugend zur Landwirtschaft bekannt geworden.'Dies ist besonders deswegen bemerkenswert weil er sich für diese Ideen schon zu einer Zeit eingesetzt hat, als die jüdische Öffentlichkeit solchen Gedanken noch wenig Verständnis entgegenbrachte. Wir wünschen dem Jubilar auch an dieser Stelle noch viele Jahre des wohlverdienten Ruhestandes. 3. Vereins beitrüge. Wir machen hiermit auf § 9 unserer Satzungen aufmerksam, wonach der Vereinsbeitrag im Januar fällig ist. Die Höhe des Beitrages für 1936 bleibt gegenüber dem Beitrage 1935 unverändert. Wir bitten die Kollegen dringend, ihren ganz- oder halb-jährigen Beitrag zur festgesetzten Zeit — also im Laufe des Januar ohne weitere Aufforderung dem Vereinskassier (Postscheckkonto: Nürnberg 6479) einzusenden; Quittungsleistung erfolgt wie in früheren Jahren in den „Mitteilungen"! 4. Lesef ibel. Wir bitten die Kollegen, wegen der Einführung der von Frl. Gilli Marx geschaffenen Fibel für den ersten Leseunterricht weitere Mitteilungen von uns abzuwarten. München; den 10. Dezember 1935. M. Rpsenield. M. Ad 1 e r. Buchbesprechung Linus Bopp, Katechetik, Geist und Form des katholischen' Religionsunterrichts, Band 1 des 4. Teils: Besondere Bildungslenie des Handbuchs der Erziehungswissenschaft, 1935. 357 S. Ganzleinen geb. RM. 13.50. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet. München. Auch in diesem Bande des Handbuches (vergl. meine Besprechungen eines Bandes des Handbuches „Die Pädagogik der nichtchristlichen Kulturvölker" in der Nummer 55, Jahrg. 1935 der Jüdischen Rundschau') 'begegnen wir immer wieder Darlegungen, die den jüdischen Religionspädagogen interessieren werden. Auch der jüdische Lehrer muß der Tatsache Beachtung schenken, auf die Professor Bopp in dem Kapitel ,Wert und Würde des Religionsunterrichts' hinweist, daß die Kinder oft das Mittel sind4 um auch die Eltern für die- Religion zu gewinnen. Bemerkenswert ist der Hinweis des Autors, daß nach katholischer Auffassung die Offenbarung der Entwicklung verhaftet ist. ,Und auch die Offenbarung ist trotz ihres abgeschlossenen Seins wie ein lebendiger Organismus durchaus., der Entwicklung tflder Ehtfaltung_^fä^^^ujid bedürÖ^T%uch -;. s?e ^-«fcj^^ewas. Dynamisches* Vorwärtsdrängendes in sich. (Seite 10.) In diesem Zusammenhange hebt Bopp hervor (auch von jüdischer Seite-,wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht)» daß die Religionspädagogik zwinge, alles stets neu zu sehen und zu gestalten, daß sie daher die religionspädagogische Psychologie zur .Voraussetzung habe, daß sie die Forschungen der Sozialpsychologie, der Milieu-, Jugend-, Berufs- und Lebenskunde, der Charakterologie berücksichtigen müsse. Auch die jüdische Schule der Gegenwart hält an dem Leitsatz fest, daß es keinen raum-zeitfreien Religionsunterricht gibt. Anschaulich stellt Bopp dar, wie eine sehr ernste Schranke für die Erziehung die Umwelt ist, wie aber anderseits das freundliche Darleben der Religion von selten der Umwelt das beste Mittel ist, um die Kinder religiös anzuregen. (S. 28.) Bopp macht auch darauf aufmerksam, daß die größten Schwierigkeiten aus der kulturellen Lage erwachsen. ,Dem Jugendlichen geht eine Provinz des modernen Geistes nach der anderen auf, und er vermag keine Beziehungen zwischen ihr und der Religion zu sehen..., so die Naturwissenschaft, die Literatur, die Kunst, die Technik, die Wirtschaft, das soziale Leben, das geschlechtliche Leben: er sieht keine Brücken.' (Seite 101.) Was in dem Kapitel ,Die Klassengemeinschaft als Wirklichkeit und als religionspädagogisches Ideal' ausgeführt wird, ist eine vorzügliche Rechtfertigung auch der jüdischen Schule. In diesem Zusammenhange stimmt Bopp der Forderung Gaudigs zu, daß die arbeitende Schule durch die feiernde ergänzt werde, da die Schule ,die Ganzheit des Leibens. einfangen soll'. (Seite 106.) In dem Kapitel ,Die Arten der biblischen Lektionen und ihre unterrichtUche Sonderform' hebt Bopp hervor, daß eine besonders sorgsame Behandlung die poetischen Bibelstücke des Bibelbuches und vor allem die Psalmen verdienen. Bopp nennt sie .das einzige unsterbliche Liederbuch'. (Seite 252.) Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher in Ludwigshafen a. Rh.. Dr. Theodor Vogel in München, Die Methoden der Bewährungsprüfung bei Fürsorgezöglingen. 1933. Verlag Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann), Langensalza. Es handelt sich dem Autor in seiner beachtenswerten Schrift ebensowenig um die Methode der Fürsorge erziehung als hauptsächlich um eine zahlenmäßige Darbietung aus der Erfolgsstatistik der Fürsorgeerziehung' (S. 4). Sowohl die 'Methode der Einzelprüfung wie auch der Massenuntersuchung wird berücksichtigt. Wir begegnen nicht nur einer deskriptiven Behandlung und 'kritischen Beletichtung der Methoden in Vogels Schrift, sondern auch einer historischen Darstellung bisher unternommener Untersuchungen. Praktische Vorschläge werden hin und wieder gemacht. Vogel deutet allerdings an, daß die Umstrittejiheit der Probleme öfters ihrer Lösung mit der'Aufzeigung eine allzufrühe Grenze setzt. In dem Kapitel ,Das konfessionelle Fürsorgeerziehungszier weist Vogel darauf hin. daß es in Deutschland im Jahre 1930 192 jüdische Fürsorgezöglinge etwa 0,2% gab. Sehr bemerkenswert ist der Hinweis Vogels am Ende seiner Schrift, daß 75% aller Fürsorgezöglinge einen Lebenserfolg, 25% einen Lebensmiß erfolg aufzuweisen haben. Vogel weist in diesem Zusammenhänge darauf hin, daß es gewiß eines der, schwersten Probleme der Fürsorgeerzieher ist, wie auch der* Rest der Schwersterziehbaren noch tiefer zu erfassen ist, daß aber der große Erfolg der Fürsorgeerziehungsarbeit aus diesen Zahlen deutlich zu ersehen ist. Dr. Ernst Steckelmacher. Daniel. Dramatisches Spiel, nach dem biblischen Buch gleichen Namens zusammengestellt von Direktor Dr. Elias. In den letzten Jahren kam es häufig vor, daß Kollegen an uns das Ersuchen stellten, geeignete Stücke für Chanukahschulaufführungen in Vorschlag zu bringen. Wir müssen gestehen, daß uns dieses Ersuchen oft in Verlegenheit brachte. - Um so mehr freut es unst^heute ein für Schüleraufführungen und für Klassenlektüre sehr geeignetes hebräisches Büchlein des uns allen bekannten Direktors der Hirschschen Realschule in Frankfurt a. M., Dr. Elias, das die Danielgeschichte behandelt, bestens empfehlen zu können. Dieses Werkchen ist |$Mm Hermon-Veriag^fcin Frankfurt a. M. erschienen,; :in leicht faßlichen^Hebfäisch abgefaßt und szenisch gut. darstellbar* M. A. 4>ür 4«n Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München

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