Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 20 (15.10.1935)
- Date
- 1935-10-15
- Page
- Seite 448 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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448 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 20 trumpfladen amStactius Filialen: Bayerstr. 1 Hohenzollernstrasse, Ecke Wilhelmstr. Schwanthalergegenüber Imperiale ater fitra88e ,33 Max öcnoenemann_ TÜCM-KAUFMABOf Reichenbachstraße 3, erster Stock Qualitätsstoffe für Damen und Herren Bekannt billige Preise. Auch für Sie ist die Pflegestätte Ihrer Haushalt- und Stärkewäsche die WischBfßi MflDchner Booslraoenliilie Tölzerstr. 145 / Georg Höcker Telefon 70614 Großer Rasentrockenplatz Stadtannahmestellen t Landwehrstraße 71, Telefon 596858 BaaderstraQe 13, Telefon 25702 MUSIKHAUS JACOB früher Neuhauserstraße 12 jetzt Sendlingerstr. 70, Tel. 11217 nächst Hackenstraße M. ÜSLSKRTHA1J & CO. KAUFINGERSTRASSE lO Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Channkkahlenchter •Kultusgerate SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE Fleck *- Teil - Ganz - Reinigung B. Dispecker, Ungererstr. 32. 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Die innige Verwebung von Kunst und Religionsausübung, von der im alten Judentum die eigentliche Lebensform geprägt wird, kommt. in glücklicher Weise in dem schönen Werk zum Ausdruck. Landsbergers „Einführung" steht kunstwissenschaftlich sehr hoch. Erwachsen aus Vorträgen in den jüdischen Kulturbünden gibt sein Buch abgewogene und feine ästhetische Bemerkungen über jüdische Künstler und jüdische Inhalte, zum Schluß über das Wesen des jüdischen Stils. Die Bilderwiedergäbe ist in diesem Werk besonders gelungen; es wind sicher eine neue Schar von Juden der seltsamen Kunst' jüdischer Kultgeräte und jüdischen Sdhmu'okbedürfnisses näherbringen und gibt darüber hinaus einen guten Uberblick über das Kunstschaffen von Juden aller Zeiten, namentlich auch des archäologischen Materials und des Bildschmuckes in Buch und Handschrift. Von ganz anderer Art ist die Sammlung von Lichtbildern in dem neuen Palästina-Buch der Jüdischen Buch Vereinigung! Man wird schwer die neueren Daseinsäußerungen der alten jüdischen Heimat in ihrer Gesamtheit irgendwo so intensiv, fast grell zusammengefaßt finden wie in dem Bilderwerk, das Georg Landauer geschickt und sachkundig zusammengestellt hat. Die reiche Fülle von 188 großen guten Bildern führen uns durch die Landschaft und Städte des modernen Palästina mit seinem vielgestaltigen Leben, seinen neuen Bauten, Menschen und Einrichtungen. Lu Landauer (Jerusalem), Nacbum Gidalewitsch (München), Annie Mainz (Haniburg). Robert Weltsoh (Berlin) und viele andere haben herrliche Bilder beigesteuert. Ein lebendiges Panorama des wiedererwachten Landes mit der unbekümmerten Lebenskraft frischer und froher Menschen! Ein unvergleichlicher Anschauungsunterricht von dem was wirklich geworden ist! F. Dichtungen der Naturvölker. Religiöse, magische und profane Lyrik. Gesaimimeli, gesichtet und in deutscher Sprache herausgegeben von Eckart v. Sydow. Phaidon-Veflag Wien 1935. Hier ist zum ersten Male der Versuch gemacht, idie Dichtung aller Naturvölker in einem Gesamtbilde zu geben. Von den nördlichsten Stämmen, den Eskimos, den Stämmen in Sibirien und den Indianern, die über Kanada (hinaus wohnen, bis zu den südlichsten Völkerschaften im Stillen Ozean, in. Australien und Afrika, sind hier die wesentlichsten Dichtungen in einer deutschen Übertragung gebracht, die sich genau in den Geist, in die Symbolik und Melodie jener Urländer einfühlt. Die religiösen Gesänge, Liebesgedichte, Totenklagen, Heldenlieder, wie eine farbige Völkerscbau versammelt, sind ein Schatz an ursprünglicher Dichterkraft, an Bild- und Rhythmenreichtum. Die Frage, ob uns die Dichtungen der Naturvölker etwas angehen, ist leicht beantwortet. Es sind in erster Linie die Gebiete der vergleichenden Völker- und Religio>nskunde, deren Erweiterung die Sammlung dient. Die Ausdrucksfoimen ursprünglicher religiöser Ergriffenheit, der zitternden Furcht vor den überweltlichen Mächten, der Herzensangst, der Einsamkeit, des Hasses, der Liebe, der Ekstase jeder Herkunft, werden hier sichtbar. Das viel beredete Kapitel „Religion und Magie" erhält durch diese Gedichte eine Illustration. Wir können an die Zusammenhänge mit unserem eigenen religiösen Urgut hier nur andeutend erinnern. Man lese etwa den „Gesang an die Sichel des Neumonds" oder das „Dankgebet bei der Geburt eines Knaben", die Festlieder, Bittgesänge, Segensworte. Zwei Probleme werden durch diese Dichtungen vor allem auf's neue erhellt: Die Frage nach dem Wesen der primitiven Dichtung, ihre Verbindung mit Musik und Tanz. Die