Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 19 (1.10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 420 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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420 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 19 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Iff! iiSUJ Ufflfalder C.m.b.ß /TJüncfrcn, bnftorotttal in der Staatslotterie Größter Gewinn auf ein Doppellos RM. auf ein ganzes Los Gesamtgewinne in 5 Klassen RM. usw. über RM. | Ziehung 18. und 19. Oktober | Lospreis % Ht, Vs Vi pro Klasse RM. 3.- 6.- 12.- 24.« Doppellos RM. 48.- Staatl. Lotterie-Einn München, Haf felstraüe 4 Postscheckkonto München 7735 . HERMANN KAHN Amalienstra&e 22 und 28 Friedrichsirafie 29 Modewaren Fachgeschäft für Schneiderei-Artikel Maiersche Papierhandlung Inhaber Rudolf Stern Gegr. 1882 Karlstraße 8, Ecke Barerstraße - Telephon 57 6 24 Spielkarten, Füllhalter Fachgeschäft für Papieru. Kontorbedarf aus dem von uns schon lang sehnlich erwarteten Palästinafilm „Das Land! der Verheißung" mitten1 hinein in das Wachsen des Landes >undi Volks. Die Worte, mit denen 'die Bilder begleitet sinidl vertiefen ihre Wirkung: zum Teil sind sie aois den Schriften zionistischer Pioniere und Führer, wie Herzl, Aöhad Haatn, Pinsker, Arlosoroff, 'Görden, Trtumipeldür :u. a, entnommen. Wer heute einem deutschen Juden eine echte Freude bereiten will, wand ihm .dliesem besamdiers geiungeuen Kalender schenken, der ihn durchs Jahr 5696 •begleiten und dabei die Verbindung mit Erez Israel vielleicht vertiefen wird. Die Ausstattung des preiswerten Abreiß-Kalenders ('RM. 1.60) verdient uneingeschränkte Anerkennung. * H. L. Predigten an das Judentum. Verlag Joachim Goldstern, Berlin 1935. „Eine Rede ist keine Schreibe!" sagte etinmal Einer, der sowohl vom Reden wie vom Schreiben etwais verstand. Wer die Richtigkeit dieser .Erfahrungslehre oft erprobt hat, der nimmt mit einem gewissen Mißtrauen eine Sammlung wie die soeben im Verla« Joachim Goldsteim erschienenen „Predigten an das Judentum" zur Hand. Trotzdem wagten die Herausgeber diesen Versuch: im der nicht unberechtigten Erkenntnis, daß in dieser Zeit der Kämpfe und Leiden, aber auch in dieser Zeit des Erwachens und Rückkehrens der Rabbiner, für viele von uns wichtiger und lebeiisbestimmender geworden ist, als in den Zeiten der äußeren und inneren Ruhe. Die überfüllten Sy<nagi0igen mancher unsener Städte konnten ihnen wohl diesen Eindruck vermitteln. Dennoch ist die Ausbeute dieses ersten Bandes nicht allzu reich. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß die Auswahl der Redhej bei weitem nicht vollständig ist, was den Herausgebern selbst sehr wohl bewußt ist; so fehlt z. B. in der Reihe seiner Berufs- und Altersgenossen jener junge Berliner Redner, dem Tausende von jungen und älteren Menschen Erweckung und: Aufrüttelung verdanken. — Aber auch von den hier aufgenommenen Predigten, die gewiß fast alle in -diesen Monden von Menschen mit aufgeschlossenen Gemütern in Ergriffenheit angehört wurden, halten nicht alle die Belastungsprobe des gedrucktein: Buchstabens aus. Mancher Gedanke, den eine bezwingende Stimme vortrug, wird dünn, wenn wir ihm im schmucklosen Gewände des Druckes begegnen; Tnanicfoe Glocke dies Gefühls, deren Ton - uns ergriff, tönt hier ein wenig hohl — nein, eine Rede ist wirklich keine Schreibe! — Und1 doch wird niemals dünn, und Ein Gefühl klingt niemals hohl, das hier zu Tage tritt. Es äst das gewaltige, zermalmende und erbebende Schicksal dieser Generation, von Juden, das ja doch ausgesprochen, oder nicht ausgesprochen den Inhalt aller dieser Worte bildet. Mancher wichtige und bedeutsame Augenblick dieses Geschehens ist für eine spätere Zeit hier in aller Unmiittel'bairjceit festgehalten. So etwa, wenn bei der Einweihung einer jüdischen Schule nicht verschwiegen wird, daß den Mitgliedern 'der Gemeinde der Entschluß zur jüdischen Schule „grade zu Schmerz und einen harten Seelenkampf" verursachte, und daß noch bis zum heutigen Tage eine ganze Anzahl '.unserer jüdischen Familien stich nicht zu Gunsten der jüdischen Schule entscheiden konnten — wem steigen nicht ähnliche Eriininerungen dabei auf! — Oder etwa, wenn einer von den älteren Rabbinern an die Worte erinnert, die er vor nun zwanzig Jahren — am Rosch Haiseharoah des Kriegsjahres 1914 — an die Eltern richtete: mit Abraham und Sara verglich er sie, von denen die Hingabe des Kindes verlangt ward. Und wieder findet er diesen Vergleich am Rosch Haschanah 1934. da so viele uniserer jüdischen Eltern ihre Kinder in die Ferne ziehen lassen müssen, „zieht hin ins Land Moriah". in ein Land „neuer Schau"... wieder heißt es „verzichtet auf Euer Kind"... Und es scheint uns. als ob in diesem Buche, das mit Recht alle Richtungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu Worte kommen läßt, nur E i n Ton voll und beglükkend geblieben sei. wie da er zuerst aas der Kehle des SpreiKR Der elegante — gute und vor allem preiswerte Pelzmantel von S. GIDALEWITSCH ■ MÜNCHEN - SONNENSTRASSE 27 gegenüber Protestantischer Kirche und jeder Preislage Kürschnermeister