Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 19 (1.10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 411 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 19 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 411 Sükkoth Holzschnitt aus- Bankatb iharaason, Ämsteiidiaim 1725 z= Iöh Gott selbst). Diese letztere Lesart tritt erst später im ibasbylianfeeheu Talmud uand einmal linuerthialb des Jeru- .schialmii (idier ieruisalemiisoben Geimsara) auf; Bansetih liegt sie seüner Erklärung (Seite 350 f.) zugruniJe und sagt: „Man scheute sich idlen Gottesnameu auszusprechen, und selbst im Heiligtum brachte mau ihm nur bei besonders feierlichen Geilegenhieiten wtie beim Priestiersegien umidi beim Sündertbekenintnis 'des Hohenpriesters aim Versöhnitiugistag in weihevoller Andacht und heiiiLffem Schauer über die Lippen. Darum meint R. Juda, daß man ihn bei .diesem Umzüge nicht klar und deutlich erwähnte, sondern mit diem Worte so .verschmolz, daß er nur .durchklang." Weitergehende und Aufsehen erregende Folgerungen hat der Stockholmer Rabbiner Dr. G. Klein aus der Stelle gezogem, umd zwar in seinem Buche: „Der älteste christliche Katechismus und die jüdische Propaganda-Literatur (Berlin 1909). Er zeigt zunächst, daß „aui w'hu" (mit Atef am Schluß) der Sohem-hamphorasch, der „verborgene" Gottesname ist. Dieser Gottesname aber sei der Inhalt der Predigt Jesu: Johannes 10, 30 („Ich und der Vater •sind eins") und nichts anderes als das .vainl w'hu" im Sinne von „iöh will sein wie er". Im Tratet „Sanhedriin" (VII, 5) wird der für todesschuldig erklärt, der den Schem-hamphonasch ausspricht: „Der Lästerer ist «erst schuldig, wenn er den Gottesnamen deutlich ausspricht." Jesus sei wegen dieser Gotteslästerung zu Tode verurteilt worden. Klein setzt also das „ani hu" ich bin es (Lucas 22, 70) dem „ani w'hu" gleich. Eine Entscheidung oder Stellungnahme zu der Frage ist nicht Absicht dieser Bemerkungen; das Material zu. der ganzen Kontroverse findet mau bei Bornhäuser S. IIS ff. Weitere Einzelheiten und Beispiele aus „Sukka" würden hier . zu weit führen. Hier sollte nur eine Anregung gegeben werden, über den Talmud und aus dem Talmud wirklich Zuverlässiges zu lesen. An literarischen Hilfsmitteln dazu fehlt es nicht; nur ein eindringendes jahrelanges Quellenstudium kann über Wesen und Inhalt des Talmud Auskunft geben. F. MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Boden für die erste Siedlung der jüdischen Jugend aus Deutschland Dank und Ehrung für Henrieifa Szold Mehr als 5000 Kinder und Jugendliche aus Deutschland hat Palästina bisher aufgenommen und ihnen eine neue Heimat gegeben. Ein jüdisches Volksleben in gesunder. Berufsschichtung, in gerechter sozialer Ordnung und unabhängig von den Schwankungen städtischer Konjunkturpolitik zu schaffen, bleibt das letzte Ziel des Aufbauwerkes in Erez Israel. In den letzten beiden Jahren hat die „Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugend-Alijah" Hunderte von Kindern aus Deutschland nach Palästina gebracht, um sie dort in den Kinderheimen, den Schulen, den Wirtschaften und Werkstätten der nationalen Siedlungen zu einem natürlichen und sinnvollen Leben vorzubereiten. Die Hoffnungen von weiteren Hunderten und Tausenden von Eltern und Kindern hängen an diesem Werk. Die ersten Gruppen der Jugend-Alijah verlassen bereits in der nächsten Zeit nach Beendigung ihrer Lehr- und Ausbildungszeit die Kolonien. Zusammen mit mehreren hundert Chaluzim aus Deutschland wollen sie die erste Siedlung der Jugend-Alijah im Süden Palästinas gründen. Die Reichsvertretung der Deutschen Juden hat gemeinsam mit anderen jüdischen Organisationen beschlossen, diese Siedlung auf den Namen der Frau zu errichten, die sich trotz ihres hohen Alters in hingebender Arbeit an die Spitze der Rettungs- und Befreiungsaktion des jüdischen Kindes gestellt hat: Miss Henrietta Szold Die deutschen Juden sind aufgerufen, durch den Jüdischen Nationalfonds den Boden für die erste Siedlung ihrer Kinder zu erwerben und damit dieser einzigartigen Frau zu ihrem 75. Geburtstag Dank und Ehrung auszusprechen. . Das deutsche Jugentum wird sicher in allen seinen Teilen die Größe dieses Werkes und seine Bedeutung für die Zukunft unserer Kinder erfassen und nach seinen Kräften an ihm mitwirken. Denkt an die Zukunft unserer Jugend! Spendet Boden für die erste Siedlung der Jugend-Alijah! Die Ortskommission des Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) München, Schlosserstraße 2/1.