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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-10-01 · 19 (1.10.1935) · p. Seite 405

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
19 (1.10.1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 405 (sequence 1)
Language
German
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ßotjcnfrijc Jfcochtifd)c ^cmcmöcjcitung ttmf)ttd)ten6latti^ tmfl &t$ ibtibantt* J&naedfdfcc dfzatUtxfd)tz <&tmzm&m Erscheint am l.u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller,München, Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das PUnganserstr. 64, Tel. 73 6 64 u. 73 6 65. Postscheck München 39 87, Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach anfliegendem Tarif. Herausgeber; Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertar». XI. Jahrgang München, 1. Oktober 1935 Nummer 19 Inhalt. Jörn Kippuir als Tag der Einkehr — Zur 25. Wiederkehr Sukfea — Aus <dier Gemeinde München — Aus der Gemediflde der Einweihung 'dier Banibertger Synagoge — J'üsdäsdher Boden Ausgburg — Aus der Gemeiwde Bamberg — jüdischer Tuirn- — Jüdische Zukunft — Das neue Arbeitsprogramm der Reichs- und Sportverein — Jüdischer Kulturbund in Bayern Ortsvertretung deutscher Juden — Über 'den Mischna-Traiktat gruppe München— Bücherschau—Geschäftliches— Personatia Jom Kippur als Tag der Einkehr Von Studien rat a. D. Dr. Willy Cohn (Breslau) Unsere Gotteshäuser füllen sich Wieder in .diesen Tagen, und es ist keine Frage, daß die Menschern, die heute den Weg zur jüdischen Gemeinschaft finden, in ihrem ganzen bisherigen seelischen Dasein aiuf das tiefste erschüttert sind. War früher der Weg zur Synagoge an den sogenannten hohen Feiertagen bei vielen etwas mehr oder weniger konventionelles geworden, so ist es heute sicher, daß die Mehrzahl der Juden als Suchende sich an idiesen Taigen Gott nahen. Aus all dem Drange unserer- Zeit finden wir uns selbst. Und indem wur uns 'finden, finden . wir unser Judentum. Die anderen Feiertage halben fast sämtlich (irgendeine Beziehung auch zur indischen Geschichte. Die „ehriuröhtigehietenden Tage"; das- Neujahrsfest und der Tag der Versöhnung weisen nur auf was selbst. Durch Jahrtausende haben sie ihre segenbringende Wirkung aiivf alle diie unzähligen jüdischen Geschlechter ausgeübt, die über die Erde gegangen sind. Und der skeptische Mienisch der Gegenwart, der erst heimfandet, fragt sich vielleicht, ob Formen und Bräuche, die vor so langer Zeit gebildet wurden, auch ihm etwas-zu saigem haben: Gerade der zeitlose- Charakter unserer höchsten Feste aber muß und wird auch zu jedem einzelnen von uns sprechen. Versöhnungstag Aus" Bodenschatz, Aufrichtig teutsch redender Hebräer 1756 An anderer Stelle ist hier einmal ausgeführt worden, welche seelische Haltung wir eamneh.- men müssen,, um die Gegenwart nicht nur mit Würde zu ertragen, sondern aus ihr Kraft für die Zukunft zu gewinnen. Hier soll in aller Schlichtheit gezeigt werden, wie gerade der Jörn Kippur diese Einkehr und Umkehr vollenden kann. Für einen ganzen lamgera Tag trennen wir uns bewußt von der Umwelt. Während wir hier mit uns und mit unserem Gotte ringen, soll nichts von dem, was draußen vorgeht, zu uns fcomr»en. Und wenn wir uns an diesem Taige auch der Nahrung enthalten, So ist idieses Fasten kein Selbstzweck, denn die Tatsache des Fastens allein bringt nicht dias hervor, was dieser Tag soll: die innere Einkehr. . Wir lassen in diesen Stunden, des Versenkens in uns selbst noch einmal das vergangene jüdische Jahr an uns vorbeiziehen. Wir irageni ums, ob imw ser Verhalten so gewesen ist, daß es am Tage des Gerichts vor Gott bestehen barinr In diesem Kampfe bann uns niemand von außen helfen. Keiner kaiin uns sagen, ob unser Tun1: das Gegebene war. Nur unser Gewissen kann uns den Weg weisen. Aber ich glaube, daß der Jude der Gegenwart instinktiv fühlt, ob sein äußeres oder inneres Verhalten dieser For^. derung entsprach. Schnell wer-

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