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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-09-15 · 18 (15.9.1935) · p. Seite 384

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
18 (15.9.1935)
Date
1935-09-15
Page
Seite 384 (sequence 4)
Language
German
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384 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 18 gehorteten Schätzen berauscht. -Nim, -da durch die Ausstellung ijn Kunstsalon Jordan aiuch diese stattliche Reihe von Zeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich wird, mag man mit Staunten ■entdecken, welch großes Können sie offenbaren, und tyie durch das Medium der könnenden Hand Lebenskraft und Schöpferfreude die strenge Zeichnung zum lebendigen Bilde machen. Neben ihrer Kunst war die Hönigsmarwi noch ein liebenswerter Mensch, ein Charakter von seltener Lauterkeit, der jedem schwächlichen; Kompromiß ablehnte, eine unerschütterlich treue Freundin, und die beste Kollegin, die man sich wünschen konnte. Sie hat keine eigene Familie gegründet, aber Wie einst die kinderlose Ebraer-Bschenbach von sich sagen konnte: „Die Kinderlose bat die meisten Kinder", so hätte die Hönigsrnann sich rühmen dürfen: ..Die Ehelose hat die größte Familie!", denn ihre Familie war der Kreis der Kollegen und Kolleginnen, war vor allem der „Künstlerinnenverein", dessen Vorstand sie durch viele Jahre angehörte, und aus dem sie schon vor längerer Zeit ausgeschieden war: „Es sollen jetzt einmal Jüngere hineinkommen!" Den beiden Sprößlingen des Vereins — dem Hilfsverein und dem Erholungsheim — (letzteres ein Vermächtnis der verstorbenen Bildhajuerin Frau Kohnstamm-Laffert) hat sie miit einer Liebe und Opferwilligkeit gedient, die dankbare Herzen nicht vergessen werden. Es wäre schön, wenn die Hönigsmafliri-Ausstelking recht fleißig besucht würde, und noch schöner wäre es, wenn jeder Besucher, der dazu in der Lage ist, ein Bild oder ein Blatt erwerben würde zum Gedenken dieser hochbegabten Frau, die unser war. und die mehr Hilfe verdient hätte, als ihr in schweren Jahren zuteil geworden ist. Heute, da irdische Not ihr nichts mehr anhaben kann, bedeutet diese Werbung für ihren künstlerischen Nachlaß ja keine Ahniosenbettelei, sondern nur die herzliche Bitte, diese wertvolle Verlassenschaft zu achten, ihr ein neues Heim zu bereiten, damit sie stieb nicht allmählich verkrümmele, sondern noch über das Grab hinaus für das Lebenswerk der Schöpferin Zeugnis ablege. C. B. Aus der Gemeinde München Gemeindesitzung in München Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen Kultusgemeinde München versammelten sich am 5. September zu einer gemeinsamen Sitzung, die mit der Ergänzung einiger Ausschüsse eröffnet wurde. Der Gemeindevorsitzende Oberstlandesgerichtsrat Dr. N e umeyer erstattete hierauf einen eingehenden allgemeinen Bericht, in welchem er insbesondere auch die schwebenden Personalangelegenheiten (Besetzung der Stelle des 2. Rabbiners und des 1. Kantors) erörterte. In der Aussprache wurden die mit der Wiederbesetzung zusammenhängenden grundsätzlichen Fragen ausführlich erörtert. Der Gemeindevorsitzende ging weiter auf die umfassende Tätigkeit des Wohlfahrtsamtes in den letzten Monaten ein und die Maßnahmen, die den stetig steigenden Bedürfnissen auf den Gebieten der Jugendpflege, der Auswanderungs- und Umschichtungs-Arbeit Rechnung tragen. Nachdem Dr. Neumeyer noch in anerkennender Weise der Tätigkeit des Bayerischen Kulturbundes und des Turn- und Sport-Vereines gedachte, schloß er mit einem Aufruf zur unermüdlichen Mitarbeit, zur Bereitschaft und zum Vertrauen. — In den aufschlußreichen Erörterungen, die sich an den Bericht des Gemeindeyorstands schlössen und die MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII von allen Seiten im vollen Einvernehmen und im Willen zur harmonischen Unterstützung der Gemeindeleitung geführt wurden, ergriffen u. a. auch das Wort die stellvertretenden Gemeindevorsitzenden Justizrat Dr. Oestrei'ch und Rechtsanwalt Dr. Siegbert Feuchtwanger; Rechtsrat i. e. R. Dr. Weiler ergänzte den allgemeinen Bericht des Gemeindevorstandes. — Nach einem Bericht des Finanzreferenten Justizrat Dr. Oestreich, der eindringlich darauf hinwies, daß in Zukunft weit größere Leistungen vom Opfersinn der Gemeindemitglieder zu fordern sein werden, erfolgte seinem Antrag gemäß, einstimmig die Annahme der Kirchgeldordnung 1935/36. Diesem Beschluß schloß sich der Gemeihdevorstand als Steuerverbandsvertretung an. Dr. Neumeyer schloß die vielstündigen Beratungen mit warmem Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit Zionistische Ortsgruppe München Der XIX. Zionisten-Kongreß, über den in der jüdischen Tagespresse ausführlich berichtet worden ist, hat in seinem Verlauf und seinem Wiederhall eindrucksvoll gezeigt, in welchem Maße das Palästinaaufbauwerk und die zionistische Bewegung über den Rahmen einer Partei hinausgewachsen und mit dem Leben der gesamten Judenheit verbunden sind. Dementsprechend gilt es auch in der Zionistischen Ortsgruppe München, die weiten Kreise, die dem Palästinawerk auf verschiedene Weise verknüpft sind und nahestehen, mit den Voraussetzungen und Lebensfragen der jüdischen Heimstätte vertraut zu machen. Dieser Aufgabe wird die nächste Arbeitsperiode der Ortsgruppe in erster Linie gewidmet sein. Die Arbeit beginnt in diesem Monat mit einigen Eröffnungsveranstaltungen, für die gesonderte Einladung ergeht. Nach den Feiertagen wird dann das regelmäßige Programm aufgenommen. Es enthält einen Oneg-Schabbat, der jeden Samstag Abend stattfinden wird, eine Reihe von Kursen, durch welche in die Grundtatsachen und Fragen Palästinas, der zionistischen Bewegung und Politik eingeführt werden soll, dazwischen Versammlungen mit maßgebenden auswärtigen Rednern, Informationsabende, Feiern etc. Kongreß-Berichte In zwei Veranstaltungen, welche während des Kongresses stattfanden, wurde einem zahlreichen', interessierten Publikum Gelegenhiert gegeben, den Verlauf der Tagung aoif Grund genanter Berichte zu verfolgen. Beim ersten Abend sprachen Manfred Sturmann, Max Feder und Hermann Renka, der zweite Abend brachte einen sehr •aufschlußreichen Bericht von Frl. Dr. Elisabeth Kohn und Dr. Max Pereies. Hebräische Sprachkurse München In allen Kursen ist der Unterricht wieder aufgenommen worden. Vor allem die neugegründeten Allfängerkurse haben eine außerordentlich starke Beteiligung aufzuweisen. Weitere Anmeldungen müssen sofort schriftlich an die ZOG. München, Schlosserstraße 2/1, erfolgen. Zweite Palästina-Informationsreise der ZOG. Für die am 9. Oktober in Triest abgehende Gesellschaftsfahrt können noch Anmeldungen entgegengenommen) werden, die sofort an die ZOG.. Schlosserstraße 2. Telefon 53 0 52. zu richten sind. Ermäßigter- Fahrpreis München—Haifa—München RM. 260.—.

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