Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 17 (1.9.1935)
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 361 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kulturbund in Bayern: Umformung, Pläne und Aufgaben •des jüdischen Kulturbundes in Bayern im Winter 1935/36 — Die Einwanderungen nach Palästina — Die neue Septuaginta- Ausgabe — Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde -Augsburg — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dem Reiche — Jüdischer Turn- und Sportverein München — Bücherschau — Geschäftliches — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen der Israelit. Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Glückwunschablösung 1935; Bekanntmachung über Vermietung von Synagogenbetstühlen in der Hauptsynagoge; Bekanntmachung über Vermietung von Synagogenbetstühlen in der Synagoge Reichenbachstraße— Personalia. Aus der Geschichte der jü< Dem Andenken Dr. Adolf Ecksteins 1. Das Stadt- und Distriktsrabbinat Bamberg. Das Landesrabbmai Bamberg, das durch die Gemeindekorpora tiom im Jahre 1658 errichtet wurde, umfaßte 5 Kreise: Bamberg-Stadt, Gebürg, Zeckendorf, Hagenbach, Aischgrund. Die beiden ersten Landesrabbiner Samuel Meseritz 1661—1665 und Moses Fürth 1665—1667 mußten auf Verlangen der Regierung ihren Sitz in Zeckendorf, der nächst Bamberg bedeutendsten Gemeinde des ehemaligen Fürstbistums, nehmen und zwar mit Rücksicht auf die zentrale Lage dieses Ortes im Lande (Eckstein berichtigt so in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1924, S. 388, seine in der „Geschiohte der Juden im Fürstbistum Bamberg" (S. 154) ausgesprochene Ansicht, daß diese Anordnung nur den Zweck eines Druckes auf den Geldbeutel gehabt habe). Im 16. Jahrhundert war der Friedhof von Zeckendorf die Begräbnisstätte für die Bamberger Juden. Erst seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Toten von Bamberg auf dem Friedhof in Walsdorf begraben. Dadurch kam es, daß die Juden seit dieser Zeit einen doppelten Totenzoll zahlen mußten, nämlich einmal an die Lefoensherrschaft von Walsdorf, die Herren von Krailsheim, und zum zweiten an das fürstbischöfliche Kassenamt in Scheßlitz; denn sie hatten ehemals ihre Toten in Zeckendorf begraben und sich den dortigen Friedhof für alle Fälle vorbehalten. Von 1667—1674 wurde das Landesrabbinat von Rabbiner Simson Abeles von Schnaittach verwest. Seit dem Landesrabbiner Henooh Levi 1674—1678 hatte das Laaiidesrabbinat seinen Sitz in Bamberg. Der letzte Landesrabbiiner war Jakob Josef ben David Gersfelder (1802—1814). Das Landesrabbinat wurde mit Regieriungsverfügung vom 14. V. 1814 auägelöst. Gersfelder starb am 22. VIII. 1814, seine Frau Sila am 28. Januar 1856, der Bamberger Unterrabbiner Abraham Meyer Lengsfedder 1820. Von 1815—1842 war Gabriel ben Salomo Krailsheimer Stiftungsrabbiner der Hoffaktor-Hesslein'schen Stiftung 1825 wurde Samson Wolf Rosenfeld, der seit 1808 Unterrabbiner, -seit 1815 Rabbiner in Uehlfeld gewesen war, als Rabbiner von Bamberg angestellt und bestätigt mit einem Gehalt vom fl. 400 Jtschen Gemeinde Bamberg gewidmet von Dr. Martin Morgenroth. unter der Vereinbarung, daß bei Ausdehnung seines Wirkungskreises zu einem Distriktsrabbinate sein Gehalt auf fl. 600 erhöht werden sollte.. Diese Ausdehnung erfolgte 1826 und zwar am 24. März 1826 .auf die Gemeinden Dernmelsdorf- Schesslitz und am 15. Juni 1826 auf die Gemeinden Hirschaid und Buttenheim mit Gunzendorf. Seit 1839 hatte Samson Wolf Rosenfeld wegen eingetretener Augenschfwäche seinen späteren Schwiegersohn als Substituten (Dr. Josef Klein von Memmelsdorf, später Rabbiner in Stolp und Glogau) aufgenommen. Rosenfeld starb 1862 im Alter von 79 Jahren. Nach ihm hatte das Rabbinat Dr. Josef Kobak inne, von 1864—1882. gestorben 1913 in Lemberg. Von 1882—1888 verweste der Rabbiner von Burgebrach. Dr. Werner (gest. 1905) das Rabbinat Bamberg, 1888—1926 war Dr. Adolf Eckstein, gestorben 1935, Rabbiner von Bamberg. Das Rabbinat Burgebrach umfaßte 'die Gemeinden Burgebrach, Bischberg, Viereth, Trunstadt. Reichmannsdorf, Walsdorf, Trabelsdorf-Lisberg, Aschbach: letzter Rabbiner war 1860 bis 1905 Dr. Werner, der von 1862—1905 auch das Rabbinat Adelsdorf verweste. Dem Rabbinat Adelsdorf gehörten an die Gemeinden Adelsdorf, Lonnerstadt Mühlhausen. Vestenbergsgreuth und Forchheim, welch letztere 1894 dem Distriktsrabbinat Bamberg zugeteilt wurde. Der Rabbinatsdtfstrikt Adelsdorf wurde 1907 aufgelöst, die Gemeinden Adelsdorf-Lonnerstadt und Mühlbausen-Vestenbergsgreuth dem Rabbinat Bamberg zugeteilt. Das Rabbinat Burgebrach mit den Gemeinden Burgebrach-Reichmannsdorf. Walsdorf, Trabelsdorf-Lisberg wurde 1906 dem Rabbiner von Bamberg als Verweser übertragen, Aschbach dem Rabbinat Burgkundstadt zugewiesen. Als das Rabbinat Bugkundstadt erledigt und dem Rabbinat von Bayreuth zur Verwesung übertragen wurde (1915), ist Aschbach dem Rabbinat Kitzingen einverleibt worden. Das Rabbinat Hagenbach wurde seit 1866 durch den Rabbiner von Baiersdorf verwest. Nach Erledigung des Rabbinates Baiersdorf (1889) wurde das Rabbinat Hagenbach von dem Verweser des Rabbinats Baiersdorf, dem Rabbiner von Fürth, mft-