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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-08-15 · 16 (15.8.1935) · p. Seite 345

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
16 (15.8.1935)
Date
1935-08-15
Page
Seite 345 (sequence 1)
Language
German
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&nycnfrt)c e tladfcu^ tfnfl JS*$ Uetfamflt* #0ö*tffdfec Ifraefitijtyet i&mcfeflen Erscheint am l.u.15. Jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, PHnganserstr. 64, Tel. 73664 u. 73665. Postscheck München 3987, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 fflr das Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach anfliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Steilenmarkt ermäßigter Sondertarü XI. Jahrgang München, 15. August 1935 Nummer 16 Inhalt:. Van den kommenden Aufgaben der Hebräischen Der „Befehlshaber der gesamten Judenheit" — Aus der Ge¬ Universität Jerusalem — Seelische Haltung —■ Aus der Geistesmeinde München — Aus bayerischen Gemeinden —Büchergeschichte des deutschen Judentums im 19. Jahrhundert — schau — Geschäftliches — Personalia. Von den kommenden Aufgaben der Hebräischen Universität Jerusalem Anläßlich des Abschlusses des Studienjahr es 5695 veranstaltete die Universität Jerusalem im Saale des Amphitheaters einen Tee-Empfang •zu Ehren, der neu eingetretenen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Der Universitätskanzler Dr. Magnes stellte all diejenigen, die. im letzten Jahre ihre Arbeit an der Universität aufgenommen haben, dem Lehrkörper vor. Bei dieser Gelegenheit betonte der Kanzler, daß die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität beinahe das erste Hundert erreicht hat. Als. Mangel wurde besonders in den letzten Jahren das Fehlen einer Müsterschule zur Vorbereitung, der besonderen Uni- versitätsaufgaben gerade in Jerusalem beklagt. Die Erziehungs-Departements des Waad Leumi und der Hebräischen Uni-: versität haben gemeinsam eine höhere Müsterschule für Knaben und Mädchen gegründet, die die sechs letzten Klassen einer höheren Schule umfassen und in Beth Hakerem, im Gebäude des dortigen Lehrerseminars, untergebracht sein wird. Zu Beginn des 'kommenden Schuljahres, am 20. Elul (18. September 1935) werden die ersten drei Klassen eröffnet werden. Die Leitung der Schule liegt in den Händen von Dr. Alexander Dushkin,: dem Dozenten , für Pädagogik an der Hebräischen Universität, und von Dr. Elieser Rieger, Schülinspektor des Waad Leumi. Die neue Schule soll den Studenten der Pädagogik an der Universität, sowie den Schülern des Lehrerseminars in Beth- Hakerem als Ubungsschule dienen, wo sie sich unter der Leitung erfahrener Lehrkräfte im. praktischen Unterricht vervollkommnen können. •Besonderer Wert wird darauf gelegt werden, die Klassenfrequenz nicht zu sehr anschwellen zu lassen, um eine individuelle Behandlung jedes Schülers und die wissenschaftliche Auswertung der gemachten Beobachtungen zu ermöglichen. Die naturwissenschaftlichen Abteilungen der Hochschule in Jerusalem sollen einen großzügigen Ausbau erfahren. Die geologische Abteilung der Hebräischen Universität Jerusalem ist seit Jahren an den Versuchen beteiligt, neue Wasserquellen im Lande zu finden. Es ist ihr schon häufig gelungen, durch geologische Prüfung des Bodens die Bohrarbeiten anzuleiten und zu ermöglichen. In letzter Zeit konnte der Leiter der Abteilung, Dr. Picard, mit Hilfe seines Assistenten, des Herrn Awnimelech, in der Nähe des Jugenddorfes Ben-Shemen Wasser finden, was die künftige -Entwicklung des Dorfes außerordentlich günstig beeinflussen wird. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der zoologischen und botanischen Abteilungen der Hebräischen Universität Jerusalem wird eine wissenschaftliche Expedition der Universitäten Birmingham und Oxford eine gründliche Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt des Hule-Tals vornehmen. Diese. Arbeit Bat zunächst eine streng wissenschaftliche Zielsetzung, dürfte aber zugleich der Neuerschließung des Nordens Palästinas dienen, die mit der Ansiedlüng jüdischer Landwirte im Hule-Tal begonnen hat. Einen der wichtigsten Punkte in den Zukunftsplänen der Universität bildet die Errichtung eines Landwirtschaftliehen Instituts, dessen Durchführung freilich auf zahlreiche Hindernisse stößt. Das bisherige Fehlen eines solchen Instituts wird in den Kreisen der Studenten besonders schmerzlich empfunden, die ihre theoretischen Studien dem realen Aufbau des Landes nützbar zu machen wünschen. Aus dem Willen heraus, die Errichtung des Landwirtschaftlichen Instituts zu beschleunigen, haben die Studenten am 1. Tamaiius (2. Juli 1935) im Amphitheater auf dem Skopusberge eine öffentliche Demonstration veranstaltet, um die-Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für de.n ^Gedanken zu gewinnen und die Universität so-bei der Durchführung des Plans zu unterstützen. In Kirjath Anawim .bei Jerusalem wurde der Grundstein tüt ein neues landwirtschaftliches Institut gelegt, das sich der Schädlingsbekämpfung widmen soll Die Anstalt steht im Zusammenhang mit der lanidwirtschaftlfchen Versuchsstation der Jewish Agency in Rechowoth und wird von Prof. Dr. Bodenheimer, dem Zoologen der Hebräischen Universität Jerusalem, geleitet werden.; . Die bibliographische Vierteljahrsschrift der Universitätsbibliothek erscheint jetzt im 12. Jahrgang, von dem bisher die ersten beiden Hefte vorliegen.' Jedes Heft enthält einen reich gegliederten bibliographischen Teil über alle jüdischen Netterscheinupgen, die der.Redaktion zur Kenntnis kommen, sowie kritische Bücherbesprechungen und selbständige -Forschungsaufsätze. .Dr. Josef Meisl, der früher lange Jahre.in der Verwaltung der jüdischen Gemeinde in Berlin tätig war u<id jetzt in Jerusalem lebt, hat der Autographen- und Porträtabteilung (Sammlung Abraham Schwadron) der Jerusalemer Bibliothek eine große Anzahl von Briefen aus dem Nachlaß seines Schwiegervaters, Seh. D. Rabinowitz, übergeben. Unter ihnen befinden sich Briefe hervorragender jüdischer . Gelehrter, wie z. B. von Lektor Friedmann aus Wien, Oberrabbiner Naftali Adler aus London, Oberrabbiner Güdemann

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