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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-08-01 · 15 (1.8.1935) · p. Seite 338

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
15 (1.8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 338 (sequence 14)
Language
German
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338 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 S. Levinger Zigarren ■ * rühmlichst bekannt durch leine Qualität jetzt wieder Bayerstrasse 21 im Neubau Hotel Rheinischer Hof - / Gegründet 1886 ✓ Fernsprecher 548 97 ARIZTANZEIG Von der Reise zurück Dr. med. L. BALLIN Frauenarzt Rum!ordstraße 5/II Alle Kassen niDtaaa UNGS ■mpafmn Sommerferien amGardasee Landschulh. Gardone/Riviera nimmt Kinder u. Jugendl. v. 6-18 Jhr. auf. Ausgezeichn. Verpflegung. Sport, Schwimmen, Ausflüge in die Alpen. Erste pädagog. Leitung. Gemeins., verbilligte Reise. Ia Ref. 4wöchentl. Pension RH. 85.—. Auskunft: Frau A. Jacobl, Gardone/Riviera E. Mathias, Düsseldorf,Wagnerstrafie 10 H. Fürstenthal, Berlin - Zehlen« dorf, MachnowerstraBe 43. Bad Tölz, Parkhotel für Kur und Erholung ruhiger hehaglicher Aufenthalt Nachsaison emüOigte Preise Karpension Helimasn jetzt: Adolf Hitlersir. 4 neben dem Hotel. 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Die Wiege des Glaubens, die Bruno Kisch weist, nachdem er den Stein des Anstoßes, der von der naturwissenschaftlichen Seite kommt, weggeräumt hat, sind zweierlei: der amor fati, die Liebe auch zu dem harten Richter unseres Lebens (El din), also die würdige, starke und demütige Hinnahme und Bejahung auch eines widrigein' Geschicks; und zweitens vor allem die unablässige Beschäftigung mit der Lehre, das Lernen. Denn Glaube läßt sich nicht befehlen und nicht erzwingen. Wir können uns die Gottesliebe und den Glauiben nicht willkürlich, unmittelbar auf Befehl aneignen; auch ein lückenlos schlüssiger und zwingender Gottesbeweis ist für den ungläubigen; Menschen weder empirisch - naturwissenschaftlich noch logisch möglich. Wie .das dauernde Sichbefassen mit profanen Dingen zu [einer Inneren Verbundenheit mit ihnen führen kann, so auch das Versenken in die Lehre und im das Wissen vom Jüdischen. Im Gegensatz zu einer Heilslehre ^ausschließlicher Gnadenwahl ist für die Gottesfurcht und den Glauben beim Juden der Wille des Menschen selbst maßgebend. „Man muß den Mut haben, das Licht in seinem Innern umzustellen, wenn man die Fülle der Lebenserfahrungen' auch in ariderer Beleuchtung sehen will als in der bisher gewohnten." „Nur in der praktischen Durchführung des werktätigen Judentums der Lehre kann der Mensch die unbeschreibliche Wirkung, die diese Werktätigkeit... ausübt, erleben." Dieses knappe Gerüst der schönen und ergreifenden Eröffnungsrede vor dem Kölner Jüdischen Lehrhaus kann nicht die Fülle der Gedanken wiedergeben; mit denen der Redner, auch aus seinem Fachgebiet schöpfend, für den judischen Gottesglauben und das richtige, gesetzestreue Turn vor einem Kreise warb, dem die Selbstverständlichkeit der jüdischen Lebensform längst abhanden gekommen ist. Die große Frage bleibt, ob . eine echte religiöse Zurückbewegung auch bei bestem Willen und der denkbar umfassendsten Vermittlung jüdischer Kenntnisse allgemein möglich ist., selbst bei rückhaltloser Anerkennung der historischen Tatsache, daß die Fundamente jüdischer Gottgläiubigkeit mit ihrem Kern der absoluten, nicht fragenden Gesetzestreue früheren Generationen die Kraft gab, allen Anforderungen gerecht zu werden, die der eigene Lebenskreis an sie stellte und den Lockungen und Drohungen , der feindlichen Umwelt auch unter stolzer Aufopferung des Lebens zu trotzen. . . Auf jeden Fall verdient ein solcher Anruf — der würdigste und tiefste, den wir seit langem gehört haben — mit dem größten und ruhigsten Ernst gehört zu werden. Wir müssen diesen Anruf überall verbreiten, noch einmal versuchen neben längst säkularisierter jüdischer Politik und Verwaltung, über allem Parteienwesen hinaus einer solchen Stimme Gehör zu verschaffen. Es bandelt sich dabei kompromißlos um die. Frage, ob wirklich die Thora die letzte Instanz sein kann für alle indischen Fragen, die metaphysischen und die der Drakt.ischen Werktätigkeit, chn?. verschwommene allgemeine „Religiosität" und ohne wortreiche Mystik. Oder obwir nicht schon zu viel vom Baume der Erkenntnis gegessen haben, also nicht mehr zurück können? Und ob wir uns nicht dann Sinn und Halt in dem nun einmal so-Seienden. von uns nicht geschaffenem und gewählten M^er widerstreitenden . Geschehens und .widerspruchsvoller Deutungen einsam, gegen eine vielfältige Front, jpder für sich neu erstreiten müssen. .. .Ludwig Feucht wanger. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Adalbertstr. 96, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowfe für Reparaturarbeiten. S. Inserat!

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