Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 15 (1.8.1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 333 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 333 eins seit der letzten Mitgliederversammlung 1932. Er gedachte der Toten des Vereins, erinnerte an die Entwicklung des Jüdischen Schul-Gedankens in jüngster Zeit und legte ein Bekenntnis zur Reichsvertretung der deutschen Juden ab. Eingebend erörterte der Redner alle Augenblicks-Fragen des Lethrerstands in Bayern, die Probleme der Lehrerbildung und der wirtschaftlichen Sicherung der Lehrerschaft. Nach der satzungsmäßigen Neubestellung «der Verwaltung (Oberlehrer Rosenfeld-München als 1., Dr. Bamberger-Nürnbeg als 2. Vorsitzender und Hauptlehrer Max A d 1 e r-München als Schriftführer) wunden die verschiedenen Anträge im Sinn der von der Vereinsverwaltung ausgesprochenen Empfehlungen angenommen: sie bewiesen, daß die bayerische Lehrerschaft bereit ist, die verschiedenen neuen pädagogischen und wissenschaftlichen Aufgaben verantwortungsbewußt in " Angriff zu nehmen. So wurde eine Förderung des Neuhebräischen im Seminar und in der Praxis befürwortet, ebenso die Förderung von etwaigen Umschichtungsplänen in der jungen Generation sowie aller Bestrebungen, die der Fortbildung der Junglehrer und der Vertiefung jüdischer Kultur- und Bildungs-Arbeit in der Schule dienen. Der zweite Teil der Mitgliederversammlung des Jüdischen Lehrervereins für Bayern brachte ein Referat von Rechtsrat i. e. R. Dr. Weiler (München) vom Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, in dem er die Bedeutung und Aufgaben des jüdischen. Lehrers im dieser Zeit kennzeichnete. In seinen mehrstündigen Darlegungen besprach Dr. Weiler vor allem die Arbeiten, d'ie heute dem Lethrer, als dem berufenen geistigen Führer der Gemeinden neben Rabbiner und Kultus vorstand, außer seinen schulischen auferlegt sind. Der Landesverband darf in dieser Zeit vielfache . Hilfe von seinen Leihrern erwarten: sie müssen mit ihm und den übrigen Zentraliinstanzen des deutschen Judentums den steten Kontakt wahren, müssen die Wohlfiahrts- und Wirtschaftshilfe-Einrichtungen durch Rat und Tat in der Bewältigung ihrer stetig wachsenden Aufgabenfülle unterstützen und den Meeschen draußen allerorts in den Klein- und Mittel-Gemeinden Beratung, Belehrung, geistige Hilfe und, Betreuung, Erhebung und künstlerische Erholung vermitteln. An einer großen Anzahl von Einzelbeispielen konnte Dr. Weiler den Hörern zeigen, wie notwendig dem Verband diese Mitarbeiterschaft ist und welche verpflichtende Sendung dem Lehrer gegenüber den ihm anvertrauten Menschen erwächst. In keinem Fall hat einer unserer Lehrer heute das Recht, seine Kräfte in den Diernst einer einzelnen Gruppe zu stellen: mit Vertrauen auf seine so vielfach bewährte und erprobte Lehrerschaft hofft der Landesverband, daß die Lehrer auch in Zukunft und noch in gesteigertem Maß sich als wesentliche Stützen des deutschen Judentums fühlen und im Bewußtsein ihrer außerordentlichen Aufgaben betätigen. Oberlehrer Rosenfeld dankte dem Redner herzlichst, für die Anregungen auf sozialem, geistigen und menschlichen Gebiet, die er dem Lehrer unserer Tage gegeben hatte. Jüdischer Tumiiml Sportverein Tennis. Am 14. Juli war Großkampftag im bayerischen jüdischen Tennissport. Während in Augsburg das Bezirksspiel Sportbund des RjF Württemberg : Bayern ausgetragen wurde, das mit einem 9:0-Sieg der Bayern endete, trafen sich auf dem Sportplatz an der Marbachstraße die Vertreter-des Makkabikreises Südwestdeutschland zu einem Bezirksspiel gegen den Verband bayerischer jüdischer Turn- und Sportvereine. Auf Seiten des bayerischen Verbandes kämpften Spielerinnen und Spieler aus München und Nürn'berg-Fürth. Der Wettkampf endigte mit einem hohen Sieg Bayerns, das mit 8:3 Punkten, 18:7 Sätzen und 135:90-Spielen die ^Südwestdeiitschen bezwang. Die interessantesten Kämpfe wären die Einzel zwischen den weibticheri und männlichen'Spitzenspielern. Im Damen-Einzel zeigte Frl. Loni Gutmann einen blendenden Stil und vermochte Frau Hemp-Weihermann mit 6:4, 6:4 zu schlagen und so Revanche für ihre .'VorjährigeNiederlage bei den Makkabimeisterschaften zu nehmen. Im Herren-Einzel bot Sander (Köln) hervorragendes Tennis. Er schlug den bayerischen Meister Dr. Kahn 6:1, 6:4. Die einzelnen Ergebnisse waren (Bayern zuerst genannt): Herren-Einzel:. Dr. Kahnt Sandefe 1:6j. 4:6. Goldstern : SchwarzscHild 6:4. 6:1, Süßer/^Löb6:1, 6:2,' Saemann : Silbermann 6:1, 6:1: Damen-Einzel: Gutmann : Hemp 6:4, 6:4, Neuburger : Markus 1:6, 6:2, 3:6. Herren-Doppel: Goldstern-Dr. Kahn : Sander-Schwarzschild 9:7, 6:0, Rosenthal-Neuburger : Löb-Silbermann 6:0, 6:2. Gemischtes Doppel: BrülWDr. Kahn : Markus-Sander 6:1, 6:4, Gutmann-Goldstern : Hemp-Sohwarschild 3:6, 6:2. 7:5. Damen-Doppel: Gutmann-Brüll : Hemp-Markus 7:5, 6:8, 4:6. Sehr zu bedauern ist, daß nur so wenige Zuschauer dieser hervorragenden Begegnung anwohnten^ - Hockey. Am gleichen Tag trug die 1. Herrenmannschaft des JTSV München ihr zweites Wettspiel gegen die 1. Herrenmannschaft :des RjF Mannheim auf unserem Sportplatz aus, das ebenfalls trotz ausgezeichneter Leistungen nur wenige Zuschauer anzulocken vermochte, ein wenig erfreuliches Zeichen der- Unterstützung, welche die Sportarbeit des hiesigen Vereins bei der Gemeinde findet. Das sollte wirklich anders werden. Die Mannheimer Elf brachte die größere Spielerfahrung und die bessere Technik mit, während die'Münchener, die viel dazu gelernt haben, die stärkere körperliche Verfassung zeigten und ihren guten Gegner zur Hergabe seines ganzen Könnens zwangen." Die Mürichener Elf hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom .Spiel, doch nützte der Sturm durch zji langes Zögerri'- die verschiedenen Torchancennicht aus. Der Mannheimer Mittelstürmer Mann konnte dagegen einen' der vielen gefährlichen Angriffe durch Einzelvorstoß mit dem Führungstreffer abschließen. Nach dem Wechsel drängten die Münchener auf den Ausgleich, der ihnen auch nach 15 Minuten durch den Halbrechten Reinemund gelang. Beide Stürmerreihen trugen nun Angriff auf Angriff gegen das feindliche Tor; jede der beiden Mannseihaften wollte den Siegertreffer erringen. Die Mannheimer waren die Glücklicheren. Der Halbrechte Friedmann konnte einen Strafstoß sehr schön placiert .zum Siegestor verwandeln. Alle Versuche der Münohener. den Ausgleich zu erringen, waren vergeblich. Das Endergebnis war 2:1 für Mannheim. Der Schiedsrichter Rothenberg amtierte zur beiderseitigen Zufriedenheit. " ' ' . - Besonders hervorzuheben ist noch der sportkameradschaft- . liehe Ton, die Disziplin und das nette gemütliche Zusammensein mit den Gästen. Die Mannschaften standen von rechts nach links: Tjuuuh SUdii üüU IrWW&^rwrw wwwwWW^r ^F^^rW i$kdtiUQ€C Stt6jß$