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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-05-15 · 10 (15.5.1935) · p. Seite 217

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
10 (15.5.1935)
Date
1935-05-15
Page
Seite 217 (sequence 1)
Language
German
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jfarfpftgfenMott 6tt Ifiaititifttftn £uttu*gemrindcn in tRunft)tn/%ity4buz$/$amhvtQ unfl 6*t Oecfattfe* ^oyerif^et 9ftoeüttfi^ec Gemeinden Erscheint am 1.«. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr. 64, Tel. 73664u. 73665. Postscheck München 3987, Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach auf liegenden! Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XI. Jahrgang München, 15. Mai 1935 Nummer 10 Inhalt: Die bayerischen Juden in der Volkszählung von-1933 — Augsburg — Aus bayerischen Gemeinden — Jüdischer Turn- Aus der Gemeinde 'München — Zionistische Ortsgruppe Mün- und Sportverein — Bücherschau — Jüdischer Kulturbund: in chen — Reichsbund jüd. Frontsoldaten — Aus der Gemeinde Bayern — Mitteilungen des Jüd. Lehrerverejns für Bayern Die bayerischen Juden in der Volkszählung von 1933 Huflösung und Vergreisung? Von Prof. Arthur Cohen (München) I. Während früher die Statistik für eine Geheimwissenschaft, die nur die „Zünftigen" interessiere, höchstens noch für eine unschuldige Liebhaberei sonst unbeschäftigter älterer Herren gehalten wurde, beginnt jetzt den deutschen Juden ihre wahre Bedeutung, einzuleuchten, denn ihre Ziffern sind zu eindrucksvoll. Daß dabei manche Übertreibung, manche unbewiesene, auch unbeweisbare Behauptung mit unterläuft — wen könnte es wundern? Beschränkt sich doch die Statistik, wenigstens in ihren noch am meisten volkstümlichen Äußerungen, den Bestandsaufnahmen, auf die Rolle des jäh aufzuckenden, die Landschaft für einige Augenblicke überstrahlenden Scheinwerfers ■— und gleich darauf ist sie wieder in tiefe Nacht getaucht. So ist der Fantasie ein großer Spielraum gelassen, und bei der tragischen Wendung des deutseben Judenschicksals können diese Vorstellungen nur trübe sein. Die „Bayerische Israelitische Gemeindezeitung" hat sich schon einige Male der Aufgabe unterzogen, die Ergebnisse der Volkszählung vom 11. Juni 1933 ihren Lesern mitzuteilen.* Wir heben nochmals die nunmehr feststehenden genauen Zahlen hervor: 1933 41 939 Juden oder 0,55% der Bevölkerung, 1925 49145 (0,67%); Abnahme 7206 oder 14,66%. Das Abnahmeprozent ist nicht nur größer als im deutschen Reich im Ganzem, sondern auch das größte (neben Hamburg mit ebenfalls 14,7%) unter denjenigen deutschen Ländern, die eine erhebliche jüdische Bevölkerung besitzen. In Nr. 23/1934 konnten wir damals noch unveröffentlichte Ziffern über die größeren jüdischen Gemeinden Bayerns bringen. Sie sind, jetzt auch in der amtlichen bayerischen Statistik zu finden (siehe Quellennachweis am Schluß des Artikels). Neu sind für uns die in derselben amtlichen 'Publikation veröffentlichten Zahlen über die Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf die Kreise (Regierungsbezirke) und auf „Stadt und Land". * 1934 Nr. 31: Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung in Bayern; Nr. 22: Zur Statistik der deutschen Juden nach der Zählung von i933 (Tabelle); Nr. 23: Die Volkszählung von 1933, von Prof. Cohen; dazu die ergänzende Notiz über Coburg: 1935, Nr. .1. Die jüdische Bevölkerung Bayerns nach Regierungsbe'zirken 1933 % 1925 % Abnahme % Oberbayern 9522 0,54 10790 0,64 'l268 11,75 Niederbayern und Oberpfalz 1297 0,09 1529 0,11 232 15,17 darunter Niederbayern 293 0,04 34S 0,05 55 15,S0 darunter Oberpfalz 1004 0,15 1181 0,19 177 14.98 Pfalz 6487 0,66 7850; 0!,84 1363 "\ lf,36 Oberfran'ken und ' ■•■ :' - I Mittelfranken 13754 0,75 16263 0,93 •: 2509-hi '15,43 darunter Oberfranken 2133 0,27 2544 0,34 411 , 16.16 darunter Mittelfranken 11621 1,12 13719 1,37 2098 '15,29 Unterfranken 8520 1,07 9879 1,30 1359 : 13,76 Schwaben 2359 0,27 2834 0,31 :' 475i •-■ 16,76 Aus der Tabelle ergibt sich, daß sieh die Verteilung .auf: die Regierungsbezirke nicht wesentlich geändert hat. Am meisten Juden (relativ; wenn wir von Oberbayern-München absehen, auch absolut) wohnen noch in Mittel- und, Unterfranken, den Gebieten ehemaliger kleiner Herrschaften!. Die Abnahme ist allgemeim, am .meisten abgenommen hat die jüdische Bevölkerung der Pfalz, wo ja immer schon die Juden große Beweglichkeit gezeigt haben, und in Schwaben. Absolut ist aber auch die Abnahme in Mittelfranken sehr bedeutend. Nicht so einfach ist die Ermittlung des Verhältnisses zwischen „Stadt" und „Land". Nehmen wir an, daß die Bevölkerung der :kreisunmittelbaren Städte „in der Stadt", die Bevölkerung der nioht-unmittelbaren Städte und der übrigen politischen Gemeinden „auf dem Lande" wohnen, was' ja im allgemeinen wohl zutreffen wird, so finden wir: Es lebten Juden Bevölkerungüberhaupt absolut in % absolut11; in % in der Stadt 30 783 73.4 2 6S&812./•:-<34,9 auf dem Lande_11 156 26,6 . 4 99877g .• 65,1 Summe 41939 100.0 7 68l!554,ifiiß0^ Das Verhältnis ist bei den Juden umgekehrt5'wie; bei der Gesamtbevölkerung. Beinahe dreiviertel der bayerischen Juden wohnen in der Stadt. Die Ziffern klaffen noch weiter auseinander wie 1925, wo das Verhältnis von Stadt und Land bei den Juden noch 71,8 zu 28*2% betrüg. .

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