Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 9 (1.5.1935)
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 210 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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21Ö Bayerische Israelitische ßemeindezeitung NT. 9 S. Levinger Zigarren « rühmlichst bekannt durch feine Qualität jetzt wieder Bayerstrasse 21 im Neubau Hotel Rheinischer Hof / Gegründet 1886 s Fernsprecher 548 97 BÜcherSChail (Fortsetzung) Max Samter: Der Gast. Eine Erzählung. Phil o-Bücher 3. , Ein Fremder, ein junger Seefahrer, wird unter Bauern verschlagen und wird — durch Verdienst und Haltung legitimiert — in die Gemeinschaft aufgenommen. Jahre schwerer Arbeit vergehen, alte Menschen sterben, neue kommen hinzu: Not und Elend bedrohen das. blühende Land. Eine Revolte der Jungen, die ohne Arbeit, warten und warten, bereitet sich vor. Wie der Aufstand — an äußerem Geschehen entzündet — auch das Leben der Fremden, die unmittelbar nicht an ihm teilhaben — berührt und gefährdet, wird in der Erzählung berichtet. Die Fabel — eine Konstruktion — ist für uns lebensnahe Wirklichkeit. Sie versucht, in Stolz und Trauer, beide, die Mächtigen und die Machtlosen zu begreifen. Eranos-Jahrbuch 1934. Ostwestliche Symbolik und Seelenführung. Herausgegeben von Olga Fröbe-Kapiteyii. Rhein-V er 1 a g Zürich 1 935. 8°, 530 Seiten. . Die Sammlung der Vorträge, die auf der Tagung in Ascona vom 20. August bis 1. September 1934 gehalten wurden und in diesem Band vereinigt sind, gehört zum Gebiet der Seelenforschung und ist als notwendiger Beitrag zu dem heutigen europäischen Geistesleben gedacht. Es handelt sich meistens um schwierige religionskundliche Gegenstände, z.B. der Vortrag von Professor Heiler (Marburg): „Die Madonna als religiöses Symbol", oder der Beitrag des Direktors des China- Instituts an der Universität Frankfurt: „Drache und Stute, Gestalten der mythischen Welt chinesischer Urzeit." Der gemeinsame Zentralbegriff der Arbeiten ist das „Symbol", aber in einem ganz bestimmten Sinn; es werden nicht etwa wahllos Themen aus der Formensprache, der „Symbolwelt" des Religiösen traktiert. Am deutlichsten tritt das, was gemeint ist, in einem Satz aus der Abhandlung von Professor Buonaiuti (Rom) hervor: „Die Menschheit ist ein ungeheures Heer von Wanderern in Zeit und Raum, die, wenn ihre Wege sich kreuzen, die vollkommen zueinanderpassenden, a u f e i n a n - dertreffenden (griechisch: symballo) Bruchstücke ihres gemeinsamen Erbes austauschen." „Alles in der Tat ist Sinnbild, was immer die Menschen als Mittel und Werkzeug gegenseitiger Verbindung ersannen." Das Wesen des Symbols ist uns sehr entfremdet. Photo und Kino haben das Denk-, Sprech- und Ausdrucksvermögen des Menschen gelähmt. Ein Symbol, beispielsweise ein Bild an einer Kirchenwand, zwang früher den, der nicht lesen konnte, zum scharfen Nachdenken, . mindestens zum Sichetwasdabeidenken; die Bilder unserer ^.Illustrierten" und Kinos ersetzen jedes Nachdenken und aede Phantasie. Albrecht Dürer bat sich — zum Entsetzen aller l'art pour l'art'isten und der Feinde des Verstandes — bei seinem berühmten Stich -Melancolia" aus dem Jahr 1514 nachweislich sehr viel gedacht; dieses Dürersche Bild, dem MÜN CHEN \ BRIENNERSTRASSE 52 KOSTÜME . KLEIDER „ MÄNTEL. PELZE LP r\ C Q LI f\ C CiKJ XEiS^e Anfertigung L U t IX rT'W-'O t- IN Reparatur — Reinigen Gn n Kl LJ I I T „ AU GÜSTEN STRASSE 85 K U IN rl U I * ECKE THERES1ENSTRASSE die Abhandlung des Münchener Psychiaters Dr. G. R. Heyer gilt, ist angefüllt von Symbolen. —■ Uns interessiert aus dem Band vorallem der Vortrag Mariin Bubers: „Sinnbildliche und sakramenta 1 e Existenz im Jiu dentum." Darin wird zuerst das Wesen des biblischen Nabi'als „Mund" der Gottheitsehr, subtil erklärt (in dem ersten Abschnitt: Die sinnbildliche Existenz in der Welt der Prophetie), während der zweite Teil „die sakramentale Existenz in der Welt des Chassidisnius" behandelt, vor allem, die Problematik des Sakraments, z. B. im Fälle der, biblischen Königssalbung, „die den mit dem Dauerauftrag des Statthaltertums Gottes Betrauten in die lebensmäßige Verantwortung zu diesem stellt" und die später in den abendländischen Krönungsriten zu einer pompösen Bestätigung der Eigenmacht entartet. Buber verweist hiebe* erfreulicherweise auf den demnächst erscheinenden II.. Band seines Bibelwerkes „Das Kommende" mit dem Titel „Der Gesalbte"; Band I (aus dem Jahr 1932) hieß: „Das Königtum Gottes." Die. Andeutungen müssen hier genügen. Es sei noch erwähnt, daß in dem Jahrbuch auch der Vortrag von Professor Hauer (Tübingen) abgedruckt ist: „Symbole' und Erfahrung des Selbst in der indoarabischen Mystik." Im übrigen muß auf den ausnehmend reichhaltigen Band selbst, der 528 Seiten enthält, verwiesen werden; die von B. Heller besorgte typographische Ausstattung des Werkes ist hervorragend. F. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen. 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