Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 8 (15.4.1935)
- Date
- 1935-04-15
- Page
- Seite 177 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 177 Seinsgefühls. Hieraus ergibt sich sein stark betontes Bekenntnis zum Deutschtum. Schoeps trug eindringlich seine fünfgliedrige Bekenntnisformel „Wir deutschen Juden", die auch am Schluß seiner gleichnamigen Schrift abgedruckt ist, vor und erntete damit sehr starken Beifall. — Vor den jüdischen Jugendverbänden hielt Schoeps am Tage darauf einen Vortrag „Christliches Dogma und jüdischer G la u b e". Die dogmengeschichtlichen und religionskundlichen Stücke, die der Redner vortrug, zeugen von seinem ernsten, unbeirrbaren Bemühen, den unterscheidenden Glaubensgehalt des Judentums, namentlich in scharfer Abgrenzung vom Christentum, abzustecken. Es wäre zu wünschen, daß die Vorträge von Schoeps den Anstoß zu einer Vertiefung unserer Kenntnisse über den Lehrgehalt der Konfessionen geben. Über das Problematische einer legitimen „Theologie" des Judentums, die etwas ganz anderes ist als die landläufigen „Glaubenslehren"'in unseren Schulen, wurde bereits bei der Ankündigung der Vorträge von Schoeps gesprochen. F. Alfons Rosenberg — Zu den Proben seiner Graphik in dieser Nummer. Diese Nummer enthält die Wiedergabe von drei graphischen Blättern, gezeichnet von dem Münchener jüdischen Künstler Alfons Rosenberg aus der Schule von Ehmcke. Bei diesem Anlaß sei auf das bedeutsame handwerkliche und graphische Schaffen dieses vielseitigen Künstlers hingewiesen, der in seinen Arbeiten (Bucheinbänden und Illustrationen, Schriftgestaltungen auf Stoff, Papier und Leder, Keramiken und Marionetten) um Wieder-Erweckung und Neugestaltung altjüdischer Symbolik bemüht ist. 25jähr. Jubiläum eines jücL Handwerkerlebens in München, Im Mai dieses Jahres kann die Kunst- und Bauglaserei M. Waak (geb. Böhm) in München (Thierschstraße 39) auf 25 Jahre ihres Bestehens in München zurückblicken. Der Betrieb wurde vor 25 Jahren von Glasermeister Oskar Böhm begründet, über dessen Persönlichkeit in diesen Blättern voriges Jahr bei seinem Ableben. Näheres berichtet wurde. Nach dem Tode von Oskar Böhm übernahm seine Tochter Frau M. Waak den Betrieb der Glaserei, der jetzt auch eine Schreinerei angegliedert ist. 75. Geburtstag. Frau Rosalie Raaber, geb. Preuß, Kaufmannswitwe, seit 50 Jahren in München ansässig, konnte am 7. April im Kreise ihrer Familie in voller Rüstigkeit ihren 75. Gburtstag feiern. — Das gleiche Fest kann am 1. Mai Frau Therese Hirsch, geb. Cohen, feiern. Sprachkurse für Erwachsene. Wir machen darauf aufmerksam, daß die gemeindlichen Sprachkurse für Erwachsene weitergeführt werden. Gegenwärtig bestehen folgende Kurse: Englisch für Anfänger. Lehrkraft: Frau Beutner. Englisch Mittelstufe. Lehrkraft: Frl. Levyn. Englisch für Fortgeschrittene. Lehrkraft: Frl. Reh. Anmeldungen werden jederzeit bei den Lehrkräften oder im Wohlfahrts- und Jugendamt der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 5/1, entgegengenommen. Kurspreis monatlich 3 RM. Rechenschaftsbericht der „Männerkleiderkammer" des israelifischen Wohlfahrtsamtes (an Hand der Quittungen der Empfänger). Die in der letzten Gemeindezeitung erschienene kurze Notiz der „Männerkleiderkammer" brachte uns eine Fülle neuer Gaben. Mit wahrhaft sozialem Empfinden kamen die weitaus meisten Dinge sauber und wohlgepflegt in unsere Hände. Ein ehrender Beweis verstehender Gemeinschaft und eine Grundbedingung jeder Spende! Wir fühlen uns verpflichtet, nunmehr einen genauen Rechenschaftsbericht erscheinen zu lassen. Er beginnt mit der Neuorganisation der Kammer und endet im Februar. Seine Dauer beträgt 14 Monate. Von nun sollen diese Berichte jährlich folgen. Solch ein Rechenschaftsbericht, der ja nicht nur eine bürokratische Angelegenheit ist, soll der offizielle Dank LEDERHOSEN GR fj Kl H NT* AUGUSTENSTRASSE 85 IX U IN fl U I * ECKE THERESIENSTRASSE Eigene Anfertigung Reparatur — Reinigen an all unsere Spender sein. Sie sollen daraus ersehen, wie sorgsam wir mit den uns anvertrauten Dingen umgehen, aber auch wie nötig wir all diese Dinge brauchen und daß sie es sind, die uns die Möglichkeit dieser Fürsorge geben! Befflrsogte: 196 — Zahl der ausgegebenen Sachen: 1472. Unterhemden: 136. davon neu 54 Unterbeinkleider: 167. davon neu 54 Socken und Strümpfe: 220 Paar, davon neu 22 Oberhemden: 165, davon neu 25 Kragen: 74, fast alle neu Kravatten: 62. viele neu Taschentücher: 17 Nachthemden: 19, davon neu 1 Schlafanzüge: 4 Anzüge: 122 Einzelne Beinkleider: 69) davon neu l Einzelne Sakko: 25 / daraus Einzelne Westen: 26 I Anzüge 25 Mäntel: 100, davon neu 2 Schuhe: 148, davon neu 4 Überschuhe: 2 Hüte und Mützen: 29 Handschuhe: 23 Paar Gamaschen: S Paar Schals: 5 Hausschuhe: 5 HausiODpen: 6 Schlafröcke: 2 Pullover und Westen: 10. davon neu 2 Windjacken: 4 Skijacken: 1 Rucksäcke: 3 Trainingshosen: 2 Monteuranzug: l Berufsmantel: 1 Berufsiacken: 2 Metzgerjacken: 2, neu Leibbinde: 1 Gürtel: 1 Hosenträger: 1 Neuer Stoff zu Anzügen: 2=7 Schirme: 2 Stöcke: 5 Die „Männerkleiderkammer" des israelitischen Wohlfahrtsamtes. Feier des zehnjährigen Bestehens der Hebräischen Universität Jerusalem am Samstag, 27. April 1935, 8 Uhr 15 im Museumsaal, Promenadestrafee 12 Ansprache: Dr. M. J. Guimann Fest Vortrag: Dr. Ludwig Feuchtwanger Palästina und die Diaspora Eintritt: num. Plätze M. 1.—, unnum. Plätze M.0.60 Vorverkauf: ZOG, Schlossersirafie 2/1 und Ewer- Buchhandlung, Oitostra&e 2 Zionistische Ortsgruppe München Freunde der Hebr. Universität Jerusalem