Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 6 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Bayerische Israelitische Gemeindezeätung Nr. 6 Abbildung 1 Die Heilige Lade aus der Bayfeuther Synagoge nommen werden. Die Kultusgemeinde blieb noch zunächst in Abhängigkeit von Baiersdorf. Hier hatte der Landrabbiner oder „Oberland Rabbiner" seinen Sitz, während in Bayreuth ein „Vize Rabbiner" amtierte. Als erster wird Salomon; Kohn genannt, dem nach Anweisung der Hochfürstl. Durchlaucht vom 18. Januar 1762 ah die Floß-Inspektion „aus besonderen Gnaden alljährlich 5 Klafter Flöss Holtz zu verwilligen" waren. Nach dem Tode des letzten Vizerabbiners Wolf Fellheim Schwab im Jahre 1827 entschloß' sich die Gemeinde nach langen Verhandlungen zur Anstellung eines akademisch gebildeten Rabbiners! Nach: dem Religionsediikt von 1813 wünschte die Regierung nur Rabbiner, welche in wissenschaftlicher, kirchlicher und staatsbürgerlicher Hinsicht allen Anforderungen genügten. Darum schrieb die Israelitische Gemeinde die Rabbinerstelle in -der Bayreuther Zeitung vom 16. und 19. Februar 1827 und in: der Nürnberger Zeitung aus. An Quertreibereien und Intriguen fehlte es nicht, aber schließlich fiel die Wahl auf Dr. Joseph Aub aus Baiersdorf, der am 7. April 1829 durch den 1. rechtskundigen Bürgermeister Hagen in sein Amt eingeführt wurde. Das Programm und die Reden dieser Feier liegen gedruckt vor. sie atmen ganz Geist und Anschauung der Zeit. 1852 verließ er Bayreuth, seine Nachfolger waren: Dr. Schwarz, Dr. Fürst und Dr. Kusnitzki. Seit 1912 amtiert, der Schreiber dieser Zeilen. Unser Gotteshaus wurde im Lauf der Jahre renoviert und verändert, mannigfache Reformen wurden eingeführt, die schon zum Teil auf Aub zurückgehen. Geschlechter kamen und gin- .gen, Familien wuchsen und starben aus, wie es das Geschick jeder Gemeinde mit sich bringt. Träger bekannter Namen wurzeln in Bayreuth: Wilmersdoerffer. Harburger, Prof. Herz in Erlangen, Emanuel Osmund, Freund von Jean Paul. u. a. Die neue Zeit hat auch von uns Opfer gefordert und manche Mitglieder zur Auswanderung bestimmt. In schwerer Zeit wurden Gemeinde und; Synagoge begründet, in schwerer Zeit feiern wir das 175jährige Bestehen. Möge durch" göttliche Gnade unserer Gemeinde Existenz und Zukunft erhalten bleiben!